Free Fire

Free Fire

Originaltitel: Free Fire
Genre: Action • Komödie
Regie: Ben Wheatley
Hauptdarsteller: Sharlto Copley • Armie Hammer
Laufzeit: DVD (88 Min) • BD (91 Min)
Label: Splendidfilm
FSK 16

Free Fire   24.08.2017 von MarS

Der britische Regisseur Ben Wheatley (High-Rise) ist bekannt für seine ungewöhnlichen Genre-Mixturen, die nicht immer die Massen zu begeistern wissen aber stets äußerst interessant aufgebaut sind. Sein neuestes Werk ist der Actionstreifen Free Fire, der ungewohnt simpel ausgefallen ist...

 

Boston, kurz vor dem Ende der 70er. Eigentlich sollte es ein ganz normales, illegales Waffengeschäft werden, dass die Iren Chris (Cillian Murphy) und Frank (Michael Smiley) in einer verlassenen Fabrikhalle mit den Lieferanten Ord (Armie Hammer) und Vernon (Sharlto Copley) abwickeln wollten. Eingefädelt wurde das Ganze von der hübschen aber geheimnisvollen Justine (Brie Larson), die keine Unbekannte im Geschäft ist. Doch aus dem eigentlich einfachen Deal wird schnell ein Desaster, denn erst liefert Vernon die falschen Gewehre, und dann prallen auch noch zwei hitzköpfige Begleiter aufeinander. Die Lösung für die aufkeimenden Probleme ist schnell gefunden, denn Feuerkraft befindet sich ja inzwischen genug in der Halle...

 

Ebenso wie beim überschaubaren Handlungsstrang von Free Fire gibt es hier auch ansonsten nicht viel Tiefe oder Anspruch zu bewundern, denn nach einer kurzen aber knackigen Einführung der skurrilen und durchgeknallten Charaktere mündet der Film auch schon in einem endlosen Actionfeuerwerk, dessen Kugelhagel jeden Kriegsfilm in den Schatten stellen dürfte. Hervorragend und unter anderem auch dem namhaften Cast zu verdanken ist die Tatsache, dass jede Figur trotz mangelhafter Charakterzeichnung so außergewöhnlich gezeichnet wurde, dass man als Zuschauer sofort von der Ausstrahlung und Präsenz gefesselt ist. Dies ist wohl auch der Hauptgrund warum es einem letztendlich niemals langweilig wird, dem schier endlos erscheinenden Shootout zu folgen, noch dazu wo dieser sehr dynamisch und unterhaltsam ausgefallen ist. In Free Fire lässt nicht ein Darsteller nach dem Anderen sein Leben, sondern darf zunächst einmal unzählige Male angeschossen werden und sich feuernd weiterschleppen, bevor es Zeit wird das Zeitliche zu segnen. Für eine ordentliche Portion Spaß sorgen dabei zusätzlich fiese One-Liner und lässige Sprüche, die sich vor allem in den aufschaukelnden und immer weiter eskalierenden Dialogen zwischen den Figuren bemerkbar machen. Und auch wenn die Handlung selbst wohl auf einem Bierdeckel mehrmals Platz finden würde, so überzeugt die Inszenierung dennoch mit einigen netten Wendungen, die man gar nicht auf diese Weise erwartet hätte, auch wenn sie ebenso wie die Charaktere und das ganze Szenario selbst teilweise völlig überzogen, abwegig und konfus sind. Neben der Dauer-Action nach dem ersten Drittel der Einführung und den absolut genialen Figuren sorgen vor allem im Finale dann auch noch zahlreiche sehr blutige Szenen für zusätzliche Unterhaltung, welche spätestens zu diesem Zeitpunkt die Freigabe ab 16 Jahren mehr als deutlich rechtfertigen.

 

Bildergalerie von Free Fire (7 Bilder)

Das Bild der Blu-ray wurde dank gelblichem Farbfilter passend zu den 70er Jahren atmosphärisch abgestimmt und verfügt über eine saubere, wenn auch nicht ganz perfekte Schärfe. Der Kontrast ist kräftig, wogegen der Detailgrad hin und wieder etwas abfällt. Immer wieder macht sich dezentes Filmkorn bemerkbar, was aber sehr gut zum Stil des Films passt und niemals wirklich negativ ins Auge fällt. Absolutes Highlight ist die Tonspur. Diese bindet nicht nur den tollen Soundtrack des Films stimmig ins Geschehen ein, sondern liefert auch eine ungewöhnlich weitläufig dimensionierte Abmischung, die durch gezielten, dauerhaften Einsatz aller Boxenbereiche zu begeistern weiß. Auf diese Weise erhält jeder einzelne Schuss eine klar ortbare Flugbahn, was im Heimkino für jede Menge Freude sorgt. Ein kraftvoller Einsatz der Bassbox rundet das hervorragende Klangbild der Blu-ray perfekt ab.


Das Fazit von: MarS

MarS

Völlig sinnlos aber total cool und grandios spaßig, so könnte man Free Fire kurz und bündig zusammenfassen. Man sollte allerdings schon ein Faible für knackige Actionfilme á la Shoot ´Em Up und Everly - Die Waffen einer Frau haben, um Free Fire etwas abgewinnen zu können, denn Anspruch oder gar Tiefe sucht man hier mehr als vergeblich. Wer allerdings Spaß an durchgeknallten Charakteren, jeder Menge lässiger Sprüche und bleigeschwängerter Luft hat, dem bietet dieser Actionkracher ein mehr als gefundenes Fressen, das sich selbst zu keinem Zeitpunkt wirklich ernst nimmt. Free Fire ist für mich ein klarer Geheimtipp für alle Actionfans - Kultpotential inklusive.


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