French Hitman - Die Abrechnung

French Hitman - Die Abrechnung

Originaltitel: La résistance de l'air
Genre: Thriller
Regie: Fred Grivois
Hauptdarsteller: Reda Kateb
Laufzeit: DVD (95 Min) • BD (98 Min)
Label: Koch Media Home Entertainment
FSK 16

French Hitman - Die Abrechnung   01.05.2016 von Beef Supreme

Fred Grivois ist keine allzu bekannte Instanz im Film-Business. Bis dato war er vereinzelt als Title Designer für relativ unbekannte Streifen tätig. Für alle die nicht wissen, was ein Title Designer so treibt, das sind die Typen, die das Intro eines Films zaubern. Mit French Hitman  - Die Abrechnung hat sich Herr Grivois entschieden, sich den restlichen 97 Minuten nach dem Intro anzunehmen. French Hitman stellt das Regiedebüt des Franzosen dar...

 

Vincent steht mit beiden Beinen ganz fest in der Scheiße. Das Leben des typisch langweiligen Bürozombies geht mit felsenfester Stetigkeit den Bach runter. Seine Ehe ist so spannend wie Toast beim Schimmeln zuzuschauen und auf dem Konto herrscht Ebbe. Gut, dass er nicht etwa ein Haus abbezahlen muss, dass noch nicht einmal fertig gebaut ist und nun auch sein pflegebedürftiger perverser Vater mit Schlaganfall versorgt werden muss. Alles was dem geknechteten Opfer widriger Umstände bleibt ist sein Schützenverein. Als Vereinsbester und französische Hoffnung auf die Meisterschaft killt er Zielscheiben präzise wie kein Zweiter. Eines Tages schlägt ein neues Gesicht namens Renaud in seinem Verein auf. Schnell freunden sich die beiden an und Vincent vertraut Renaud seine Probleme an. Eines Tages macht ihm Renaud ein Angebot, dass er angesichts seiner finanziellen Lage nicht ablehnen kann: Er soll jemanden für Geld töten!

 

French Hitman beginnt sehr langsam. Der Film nimmt sich die Zeit Vincents Leben in einen wahren Trümmerhaufen zu verwandeln und serviert einen Schicksalsschlag nach dem anderen. Der Zuschauer wird mit nur allzu bekannten Problemen konfrontiert, die so jeder von uns erleben könnte, bis dann ein vermeintlicher Ausweg in Form eines Auftragsmordes präsentiert wird. Vincent verkörpert den zwiegespaltenen Familienvater, der eigentlich nur das Beste für seine Familie will und daher nach jedem Strohhalm greift, sei er noch so unmoralisch. Wer würde nicht zumindest darüber nachdenken, wenn man nicht wüsste, wie am nächsten Tag das Essen auf den Tisch kommt. Der unaufgeregt inszenierte Thriller erzeugt ein glaubhaftes Dilemma und transportiert dies in einer trostlosen Stimmung die unsereins als traurigen Alltag bezeichnen könnte.

 

In der zweiten Hälfte nimmt der Film etwas an Fahrt auf, nämlich ab dem Zeitpunkt an dem Vincent nicht mehr nur auf Zielscheiben zielt. Jedoch verkommt French Hitman niemals zum willenlosen Action-Geballer, denn auch die Morde werden sehr ruhig und bodenständig in Szene gesetzt und wirken dadurch nur umso heftiger. Leider vermisst es Regisseur Grivois bei seinem nachdenklichen und gemächlichen Ansatz mehr auf das Innenleben Vincents nach dem Mord einzugehen. Vincent steckt den Mord an einem Menschen viel zu locker weg, als dass es zu seiner Darstellung in der ersten Hälfte passen würde. Auch der Charakterwandel Vincents nach seinem ersten Auftrag erscheint etwas unglaubwürdig, gemessen an seinem ruhigen zurückhaltenden Auftreten. Das macht French Hitman keinesfalls zu einem schlechten Film, jedoch nach dem langsamen und überzeugenden Charakteraufbau wirkt der Umschwung überhastet und selbstzweckhaft, was den Film an Qualität einbüßen lässt. Aber trotz dieser etwas holprigen Charakterentwicklung ist der Film durchaus sehenswert.

 

Bildergalerie von French Hitman - Die Abrechnung (10 Bilder)

Die Bildqualität überzeugt durch reduzierte Farben die die triste Stimmung und die Aussichtslosigkeit unterstreichen. Auch an der Bildschärfe gibt es nichts auszusetzen; das Bild ist stets gut erkennbar und passend ausgeleuchtet. Auch akustisch gibt sich French Hitman keine Blöße. Satte, aber keinesfalls effektheischende Gewehrsounds wechseln sich mit zurückhaltendem stimmungsvollem Score ab. Lediglich die Computereffekte lassen zu wünschen übrig. Auch wenn nicht allzu viel gestorben wird, das CGI-Blut, wenn es denn schon sein muss, hätte hübscher aussehen können. 


Das Fazit von: Beef Supreme

Beef Supreme

Gratulation, Herr Grivois, ein gelungener Einstand. Für ein Erstlingswerk ist French Hitman überraschend gut geworden. Die ruhige Inszenierung und überzeugende Darstellung von Alltagsproblemen schafft es, eine gewisse Spannung aufzubauen und, trotz dessen dass anfangs kaum etwas passiert, nicht zu langweilen. Die vereinzelten Gewaltspitzen sind passend platziert und liefern die nötige Untermalung zum tristen Gesamtbild. Leider wirkt Vincents Charakterwandel nicht wirklich glaubhaft, was sehr schade ist, da es einem anfangs sehr leicht fällt, sich mit ihm zu identifizieren. Nichtsdestotrotz ist French Hitman durchaus einen Blick wert, wenn man mal die Lust auf einen ruhigen Auftragskillerthriller hat. Freunde gepflegter Shoot Outs und fallender Patronenhülsen sind hier jedoch falsch. 


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