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Game Party in Motion

Publisher: Warner Interactive
Entwicklerstudio: Farsight Studios
Genre: Partygame
Sub-Genre: Minispielsammlung
Art: Midprice Titel
Erscheinungsdatum: 26.11.2010
USK 0

Game Party in Motion   15.12.2010 von Panikmike

Legt die Controller zur Seite, Kinect ist da. Seit dem 10. Dezember diesen Jahres ist das neue Wunderwerk der Technik verfügbar. Auch Warner leistet seinen Beitrag in Form einer Minispielsammlung, ebenso mit dem Motto: Du bist der Controller. Doch kann man ein Wii Spiel auf die Xbox 360 einfach mal so portieren?

Die Antwort lautet Ja und Nein. Natürlich kann man alles schnell für eine andere Plattform umbauen, doch das Ergebnis ist dann meistens nicht wirklich so toll. Leider ist es hier bei Game Party in Motion nicht viel anders. Die Kinectsteuerung ist halt einfach etwas anderes als bei der Wii und das merkt man bei den meisten Minispielen. Insgesamt gibt es 16 Stück, die Hälfte davon ist allerdings unspielbar oder macht keinen Spaß. Dieses Spiel ist leider ein Vorzeigebeispiel, wie man die Kinectsteuerung nicht umsetzen sollte. Alleine macht es keinen Sinn, außer man hat wirklich keine realen Freunde. Dummerweise gibt es für solche Kellerkinder nicht einmal einen Onlinemodus. Lädt man sich ein paar Freunde nach Hause ein, so stellt man schnell fest, dass Game Party in Motion doch Spaß machen kann. Es ist ein Partygame und nichts für Singleplayer.

Das größte Problem ist und bleibt trotzdem die Erfassung und Umsetzung von Kinect. Es fängt schon im Menü an. Beim Testen passierte es öfters, dass man sich vor jedem neuen Spiel erneut anmelden musste. Hin und wieder erkannte der Controller den Spieler und damit das Xbox Profil gar nicht. Also raus aus dem Sensor oder gleich das Spiel neu starten, so sollte es nicht sein! Ebenso gab es während der Testphase immer wieder das Problem, dass der zweite Spieler gar nicht erkannt wurde. Im Menü ist es nicht schlimm, doch beim Spiel darf so etwas nicht passieren. So trifft man mal beim Squash einen Ball nicht oder ein Wurfobjekt geht  in eine andere Richtung als gewünscht. Dennoch hat man seinen Spaß dabei, auch wenn einige Spiele totaler Müll sind.

Im folgenden Text habe ich Euch alle Spiele in Kurzform beschrieben und Euch ebenso knapp die Probleme oder Vorteile geschildert:

Darts
Wie beim echten Darten auch, muss man von 301 Punkten seine getroffenen Punkte abziehen, bis man auf exakt „Null“ ist. Man bestimmt am Anfang sein Ziel auf der Dartscheibe. Danach muss man nur noch gerade auf den Kinect-Sensor werfen und der Wurf wird umgesetzt. Man kann dennoch die Wurfrichtung beeinflussen, indem man die Beweguing etwas seitlich zum Sensor macht, zusätzlich kann man die Wurfstärke des Pfeils beeinflussen. – Hier funktioniert die Erkennung relativ gut, jedoch ist es sehr schwer einzuschätzen, wie stark man die Hand bewegen muss. Es gehört eine gute Portion Glück dazu, doch trotzdem macht das Werfen Spaß.

Shoveboard
Man hat einen langen Tisch vor sich und muss einen Puck nach  vorne schieben. Je weiter man kommt, desto mehr Punkte bekommt man. Wird aber zu heftig angeschoben oder kommt der Puck zu weit nach links oder rechts, so geht er ins Aus. – Eines der katastrophalsten Spiele bei Game Party in Motion. Erstens kann man die Richtung sehr schlecht kontrollieren, zweitens hat man überhaupt keinen Anhaltspunkt, wie weit oder stark man anschieben sollte und drittens funktioniert die Kinect-Steuerung hier so gut wie gar nicht.

Poolbillard
Die Regeln von Billard sollten bekannt sein, man muss einfach mit der weißen Kugel die anderen (entweder die Halben oder Ganzen) versenken und zum Schluss die schwarze „8“. Zuerst gibt man die Richtung an und dann stößt man die Kugel mit dem Queue. Versenkt man eine richtige Kugel, so ist man erneut an der Reihe. Trifft man keine oder die falsche, so ist unser Gegenspieler an der Reihe. – Billard macht Laune, auch wenn es von der Erkennung her nicht super funktioniert. Es ist oftmals ein Glücksspiel und ein wildes drauflos stoßen, dennoch ist es mit mehreren Leuten gegeneinander ein Spaß.

Puck Bowling
Dieses Spiel ist wie echtes Bowling, jedoch nicht auf einer Bahn sondern auf einem Tisch. Man nimmt anstatt einer Kugel einen Puck und schlittert ihn auf dem Tisch den Pins entgegen. Vom Prinzip ist es wie das Bowling bei Kinect Sports, außer dass es eben nicht auf einer Bahn sondern auf einem Tisch gespielt wird.  Die Regeln sind dem echten Bowling gleich. – Yeah, dieses Minigame macht richtig Spaß und es funktioniert auch gut. Vom Prinzip ist es in der Tat dasselbe wie das Bowlen bei Kinect Sports, außer dass die Präsentation nicht so gut ist. Ansonsten sieht es nett aus und spielt sich gut.

Becherwerfen
Auf einem Tisch stehen 20 Becher, zehn auf der eigenen und zehn auf der gegenüberliegenden Seite. Ziel ist es, mit einem Tischtennisball in die gegnerischen Becher zu treffen. Trifft man direkt, so wird einer weggenommen. Trifft man hingegen durch einen Aufpraller auf der Platte, so sind zwei Becher passé. Derjenige Spieler hat gewonnen, der zuerst in alle Becher getroffen hat.  – Wenn die Erkennung des Werfens hier funktionieren würde, dann wäre das Spiel eine nette Idee. Doch hier scheitert es extrem an der Technik. Jeder Wurf ist ein Glücksspiel, ich weiß nicht, was sich die Programmierer dabei gedacht haben!

Korbwerfen
Dieses Minispiel ist praktisch Basketball. Man nimmt einen kleinen Ball und muss ihn in einem vor sich liegenden Korb werfen. Trifft man direkt rein, bekommt man mehr Punkte, als wenn der Ball zuerst den Korb berührt. – Hier ist die Erkennung gut, man kann schön die Wurfrichtung bestimmen und drauflos werfen. Mit der Zeit wird das Spiel allerdings langweilig, da man eigentlich immer nur mit der richtigen Geschwindigkeit, in die richtige Richtung werfen muss.

Kellnern
Man hat drei Tresen vor sich und muss die kommenden Gäste mit Bier versorgen. Je voller das Glas, desto mehr Punkte. Doch bekommt ein Gast keinen Gerstensaft, dann gibt es Punktabzug. Der Spieler muss sich nach links und rechts bewegen und auf dem jeweiligen Tresen das Bier nach vorne schubsen. Ist kein Gast dort, so fällt das Bier runter und es gibt ebenso einen Punktabzug. – Die Idee des Spiels ist sehr gut, die Umsetzung passt. Jedoch wird es im Laufe der Zeit so schnell, dass man gar nicht mehr reagieren und die Leute versorgen kann. Mit zwei oder mehr Personen macht es kurzeilig Spaß, grandios ist  aber was anderes.

Ballwerfen
Vielleicht kennt dieses Spiel der eine oder andere von Euch. Man schiebt einen Ball nach vorne, der springt dann durch eine kleine Rampe nach hinten und landet in einem Loch. Je nachdem wie hoch der Ball springt und wie viel Glück man hat, desto mehr Punkte bekommt man. – Ballwerfen ist eine Disziplin, die schon nach ein paar Mal spielen keinen Spaß mehr macht. Die Erkennung funktioniert nur, wenn man sich langsam bewegt. Da das Spiel sehr hektisch ist, ist es ein reines Glücksspiel, wie viel Punkte man bekommt. Ebenso ist keine Präzision erkennbar, besonders wenn man schnell und viele Bälle vorschieben möchte.

Hau-den-Troll
In zwei Reihen tauchen an jeweils vier Stellen Trolle auf, die nach unten geschlagen oder getreten werden wollen. Der Spieler muss die Ungeheuer mit seinen Händen und Füßen einstampfen. – Spielt man alleine, so funktioniert es einigermaßen gut. Hat man aber zu zweit Lust auf Trolle kloppen, so wird diese Lust sehr schnell in Frust gewandelt. Man steht sich gegenseitig im Weg rum, die Erkennung ist ungenau und der Spaß bleibt auf der Strecke.

Tischhockey
Dieses Spiel kennt man eigentlich unter dem Namen „Shuffle-Puck“. Auf einem glatten Tisch schiebt man einen Puck über die Fläche und muss wie beim Fußball das Tor treffen. Der Spieler hat in einer Hand eine runde Scheibe, mit der man den Puck schießen kann. Der erste, der sieben Punkte erreicht, hat gewonnen. – Wenn man ein Spiel haben möchte, welches total sinnlos ist, weil die Steuerung versagt, dann sollte man Tischhockey spielen. Ein planloseres Rumgefuchtel hab ich bei keinem anderen Spiel bisher gesehen. Ergo: FAIL!

Tic Tac Toe
Der Spieler steht auf einem Spielfeld mit 4x4 Feldern. Am Boden leuchtet in regelmäßigen Abständen ein Licht auf. Der Spieler muss nun schnell reagieren und auf dieses Feld steigen. Ist der Gegenspieler schneller, so färbt es sich in seine Farbe und bekommt sein Symbol (Kreuz oder Kreis). Der Spieler, der eine komplette Reihe mit seinen Symbolen markiert, gewinnt. – Wie man ein 4x4 Tic Tac Toe in so ein Spiel einbauen kann, ist mir ein Rätsel. Hier ist ebenso Hektik angesagt, welches nicht so schnell umgerechnet werden kann. Hier versagt die Software abermals.

Squash
Ähnlich wie beim richtigen Squash muss man den Ball zum Gegner schlagen und hoffen, dass er ihn verpasst und man einen Punkt bekommt. Das Spielfeld hingegen ist anders, es ist vom Prinzip wie ein eckiges Hufeisen. Somit gibt es mehr Abprall-Möglichkeiten und der Spielfluss wirkt anders. Der Spieler hat in jeder Hand einen Schläger und kann somit besser agieren. Prallt ein Ball fünf Mal ab, so bekommt automatisch der Gegner einen Punkt. – Anfangs ist Squash ein wenig chaotisch, es macht trotzdem immer mal wieder Spaß. Das Problem ist nur, wenn man mit zwei Spielern spielt, dann werden die Außenseiten des Spielfelds oftmals nicht erkannt. Fliegt der Ball also ziemlich am Rand, so ist es ein Glücksspiel, ob man ihn zurückschmettern kann!

Boccia
Boccia ist eine von vier Außensportarten. Man hat ein eingegrenztes Spielfeld, auf dem man zuerst einen kleinen Ball werfen muss. Nun hat jeder Spieler vier Kugeln, die er so nah wie möglich an den kleinen Ball platzieren muss. Am Ende bekommt nur der Spieler Punkte, der mit einer Kugel am nächsten liegt. Natürlich kann man die gegnerischen Kugeln aufch wegschieben, doch das kann auch böse ins Auge gehen, falls man nicht ordentlich zielt. – Boccia ist eines der besten Spiele. Da hier keine Hektik aufkommt, funktioniert die Kinect-Erkennung auch sehr gut. Ein Spiel kann unter Umständen sehr lange dauern, doch es macht immer viel Spaß. Ärgern ist aber auch vorprogrammiert, denn wenn man vier Kugeln in der Nähe des Balles hat und der Gegner mit einem guten Wurf den Ball verschiebt, so kann sich das Blatt sehr schnell wenden.

Beanbags
Beanbags ist im Grunde genommen ähnlich wie Boccia. Hier wirft man jedoch keine Bälle oder Kugeln sondern Bohnensäcke. Diese rollen logischerweise nicht weiter, sondern bleiben ohne Zicken liegen. Allerdings wirft man sie nicht auf ein Feld, sondern auf ein Brett, das schräg nach oben geht. Pro Sack bekommt man einen Punkt, trifft man das Loch, welches oben an der Schräge platziert ist, so gibt es auf einen Schlag gleich drei Punkte. – Beanbags ist total funny. Es funktioniert richtig gut und besonders mit mehreren Spielern ist eine lange Zeit Spaß garantiert. Doch man muss auch erstmal den Dreh raus haben, sonst wirft man den Sack überall hin, nur nicht auf das Brett.

Quarterback
Hier wurde die amerikanische Sportart „American Football“ als Vorbild hergenommen. Auf einem Spielfeld, das einem Fussball-Feld ähnelt, muss der Spieler vorbeifahrende Zielscheiben treffen. Je eher man die Mitte trifft, desto mehr Punkte gibt es. Dummerweise laufen immer wieder ein paar Menschen auf dem Spielfeld herum und versuchen uns umzuschubsen. – „What  a crap?“ – Hier gibt es nicht viel zu sagen. Die Wurfrichtung stimmt nur bedingt, die menschlichen Hindernisse sind keine Herausforderung sondern ein Nervfaktor und das Ganze macht überhaupt keinen Spaß. Wieder ein Spiel, das weggelassen hätte werden können.

Hufeisenwerfen
Das letzte Spiel im Bunde ist das Hufeisenwerfen. Ein paar Meter von uns weg ist in der Mitte ein Eisenstab in den Boden gesteckt. Der Spieler muss nun ein Hufeisen drum herum werfen. Gelingt ihm das, so bekommt er drei Punkte. Berührt das Hufeisen den Stab, so gibt es nur zwei. Fliegt es in die unmittelbare Nähe, so wird immerhin noch ein Punkt auf dem Konto gutgeschrieben. – Hufeisenwerfen ist ähnlich wie Boccia und Beanbags. Die Punkte werden zwar anders verteilt, doch das Grundkonzept des Werfens ist gleich. Trotzdem ist Hufeisenwerfen amüsant und es funktioniert relativ gut. 


Das Fazit von: Panikmike

Panikmike

Was habe ich mich auf dieses Spiel gefreut. Ich bin ja ein begeisterter Kinect-Spieler und habe inständig gehofft, dass Warner eine gute Umsetzung auf den Markt wirft. Leider ist meine Hoffnung total den Bach runter gegangen, als ich das Spiel ein paar Stunden in der Konsole hatte. Mit meiner Testperson (Danke Claudia!) hat es zwar  fast jederzeit Spaß gemacht, trotzdem sind die meisten Spiele nicht gut. Die Erkennung ist mies, teilweise geht gar nichts mehr und man muss sich neu anmelden, weil sich zwei Personen im Spielfeld befinden. Auch wenn es bei der Veröffentlichung nur 35 Euro kostet, so ist es das Geld nicht wert. OK, wir hatten unseren Spaß, doch ich habe nicht nur einmal geflucht! Von den 16 Spielen sind gerade mal neun in Ordnung, die restlichen spielt man einmal und dann nie wieder. Sehr schade, ich hätte mehr erwartet. Beim nächsten Mal sollte Warner doch mehr Geld in die Betaphase stecken, dann sollte so etwas nicht passieren.


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