Game of Thrones

Game of Thrones

Publisher: dtp Entertainment AG
Entwicklerstudio: Cyanide Studio
Genre: Action-Rollenspiel
Sub-Genre: Fantasy-Epos-Action
Art: Fullprice
Erscheinungsdatum: 12.06.2012
USK 16

Game of Thrones   11.06.2012 von Panikmike

Wer gerne Serien schaut, der sollte sich Game of Thrones nicht entgehen lassen. Zugleich können Rollenspiel-Fans jetzt die Geschichte auf der Playstation 3, der Xbox360 und dem PC selbst miterleben. Die Erwartungen sind hoch, da die Serie ein sehr anspruchsvolles Niveau vorlegt. Kann das Spiel mit einer guten Grafik, einer glaubhaften Story, viel Action und einer guten Brise Rollenspiel überzeugen?

Die Geschichte
In Game of Thrones spielt man abwechselnd die zwei Charaktere Mors und Alester. Das Jahr 298 ist sehr turbulent, der Spieler steigt nach einer ca. 12-minütigen Introsequenz ein. Erzählerisch basiert die Handlung auf dem ersten Roman beziehungsweise der ersten Folge der Serie. Mors ist ein Diener der Nachtwache, der sich um feige Deserteure kümmern muss. Erst später bekommt er bessere und spannendere Aufträge zugeteilt. Alester hingegen wurde als junger Lord geboren und kehrt als Priester nach einer langen Reise in seine Heimat zurück. Sein Vater ist mittlerweile gestorben, das Volk rebelliert und ihm bleibt deshalb keine andere Wahl, als den König zu besuchen. Auch wenn beide Charaktere sehr unterschiedlich sind und scheinbar nicht zueinanderpassen, so wird die Geschichte beider Personen ruhig erzählt und führt die Helden nach und nach zusammen. Dies führt dazu, das sich die charakterliche Tiefe im Verlaufe des Spielgeschehens immer weiter steigert und die Spannung wächst. Doch Vorsicht! Wenn man keine langen Zwischensequenzen mag oder viel Gelaber, dann ist es definitiv das falsche Spiel. Wer die Serie kennt, der wird viele Namen und Informationen bereits kennen, Neueinsteiger werden hier leider ein großes Problem haben. Der Spieler kann zwar zu jederzeit die gesammelten Informationen abrufen, jedoch wird man teilweise aufgrund der Vielfalt schier erschlagen.

Rollenspiel oder nicht?
Gespielt wird aus der Schulterperspektive, alles erinnert an ein solides Rollenspiel. Schon die Charaktergenerierung zeigt, dass in dem Spiel einiges an Potenzial vorhanden ist. Anfangs darf man sich für einen von drei Kampfstilen entscheiden, fünf Punkte auf Körperwerte verteilen, diverse Fertigkeiten freischalten und seine Charakterzüge wählen. Der Spieler kann sich aber nicht nur positive Sachen aussuchen, er muss in der Waagschale mit den Negativen bleiben. So hat dann Mors beispielsweise einen Bonus auf seine Anführerqualitäten, dafür steckt er im Kampf aber mehr Schaden ein. Die Kombination ist klasse, jedoch ist alles sehr oberflächlich. Was sich wie ein solides Rollenspiel anhört, entpuppt sich nach ein paar Stunden spielen als ein ödes System, welches nicht zu Ende gedacht wurde. Wenn diverse Items die Charakterzüge mit nur einem Wechsel in den Schatten stellen, dann braucht man sich im Laufe des Spiels auch keine Gedanken mehr machen, welche Schattenseiten der Charakter hat und welche Fähigkeit man beim Level up auswählt. Im Endeffekt beschränkt sich das Erlebnis von Game of Thrones auf Kämpfen und einer soliden Geschichte – von richtigen Rollenspieleinlagen fehlt hier leider die Spur.

Viel Action oder dummes Rumgedrücke?
Das Kampfsystem ist im ersten Augenblick sehr interessant gestaltet. Es ist ein Mix aus Echtzeit- und Rundenstrategie in einem Action-Gewand. Der Spieler kann seinem Helden drei Befehle geben, die nach und nach automatisch abgearbeitet werden. Zugleich kann man aber eine Zeitlupenfunktion einschalten, um mehr Luft zu haben und sich die Situation genauer ansehen zu können. In diesem Modus gibt es spezielle Befehle und Spezialangriffe. Zum Beispiel kann ein besonderer Angriff des Gegners unterbrochen werden, insofern das Timing stimmt, oder es können Kombos eingeleitet werden. Mors hat dabei viele besondere und harte Schläge, Alester kann zum Beispiel Feinde in Brand stecken und mimt somit quasi einen Magier.

Bildergalerie von Game of Thrones (12 Bilder)

Auch wenn sich das Kampfsystem gut anhört, auf Dauer nervt es und einfach ist es zudem auch nicht. Es bedarf viel Übung, um z. B. einen Konterangriff richtig zu platzieren. Wird Game of Thrones länger gespielt, dann wird umso seltener eine richtige Taktik angewendet. Meistens laufen die Kämpfe dann nach demselben Schema ab, selten werden viele unterschiedliche Schläge und Spezialattacken verwendet.

Leider sieht das ganze Gerammel und die Kämpfe auch nicht gerade pfiffig aus, um es mal gelinde auszudrücken. Die Zeitlupenfunktion ist zwar anfangs spaßig und praktisch, der immer wieder unterbrochene Spielfluss hingegen wirkt sich negativ auf das Spiel aus. Die Kämpfe wirken generell auch nicht authentisch, alles wirkt statisch und nicht gut animiert. Hier wurde viel Potenzial verschenkt, besonders, weil sich Spieler und Fans unter dem Namen Game of Thrones einiges erwarten.

Open World oder Schlauchlevel én Masse?
Open World Spiele sind nicht jedermanns Sache. Game of Thrones gehört zu den Games, die genau das Gegenteil in sich haben. Das Spiel selbst schränkt den Spieler enorm ein, man hat lediglich Level-Abschnitte, die man nacheinander spielen kann. Das größte Problem ist aber, dass sie die Charaktere selbst nicht wirklich entfalten können. Von Rollenspiel-Elementen fehlt hier leider jede Spur, eigentlich ist das Spiel ein reines Action Game, welches zwar Rollenspiel-Features vorgaukelt, diese aber nur marginal vorhanden sind. Die Entwickler haben sich sichtlich auf die Story und auf den Kampf konzentriert, die Dialoge und die Entscheidungen blieben fast komplett außen vor. Auch wenn man immer wieder kleinere Auswahlmöglichkeiten hat, so scheinen diese die Gesichte kaum zu beeinflussen – schade!

Grafik, Sound und die Technik
Auch bei diesem Punkt gibt es leider nicht viel Positives zu berichten. Die Kulisse der damaligen Zeit wurde zwar ebenso gut aufgefangen wie die Kostüme und dem Flair, jedoch wird im Laufe der Zeit alles lieblos und trist. Es gibt kaum Leben in den Städten, es fehlen an jeder Ecke diverse Kleinigkeiten. Sieht man sich andere Action-Rollenspiele an, dann wird man merken, dass hier offensichtlich gespart wurde. Die Atmosphäre, die anfangs noch gegeben ist, schwindet von Minute zu Minute. Je weiter man in die Geschichte eintaucht, umso weniger wird man staunen. Alles in allem ist das Spiel im Mittelmaß anzusiedeln, für mehr reichte anscheinend das Geld oder aber auch die Zeit der Entwickler nicht. Was ich an dieser Stelle nicht verstehe: Warum sehen die Kostüme und die Bauwerke so gut aus, jedoch die Umgebung und manche Animationen nicht? Warum konnten die Entwickler nicht alles gleich gut umsetzen? Viele Details fehlen und das trübt den Spielspaß immens. Keine Spiegelungen in einem Spiegel, pixelarme Texturen und unsichtbare Wände sind nur ein paar negative Punkte, die Game of Thrones für sich beansprucht.

Bei den Effekten und den Stimmen verhält es sich ebenso. Einerseits sind die deutschen Stimmen sehr gut umgesetzt worden, andererseits sind diese dann teilweise so emotionslos wie eine Kaffeetasse. Normale Kommunikationen sind meistens sehr gut getroffen, geht es aber um Gefühle, dann fehlen den Stimmen jegliche Emotion und Ausdruck. Die Dialoge selbst sind oftmals sehr simpel und passen nicht in das Epos, was die Serie und die Bücher groß gemacht haben. Immer wieder sind die Gespräche auch zu lang und nerven den Spieler, der mal wieder ein paar Gegner abschlachten möchte. Klar ist es eine Mischung aus Action und Rollenspiel, jedoch sollte man die Dialoge und die Eingreifmöglichkeiten der Hauptcharaktere auch spannender gestalten. Immerhin sorgt die Original Titelmusik der Serie für Stimmung.


Das Fazit von: Panikmike

Panikmike

Was soll ich dazu nur sagen: Schade! Die Maschinerie um Game of Thrones ist seit der Serie nicht mehr aufzuhalten. Es gibt unzählige Fans, die natürlich hohe Erwartungen bei diesem Spiel hatten. Die meisten werden bitter enttäuscht sein, denn dem Spiel fehlt es nicht nur an einer guten Grafik, nein hier passt vieles nicht zusammen. Große Städte wirken wie kleine Dörfer, Details fehlen im kompletten Spiel, die deutschen Stimmen sind oftmals emotionslos und von einem richtigen Rollenspiel fehlt jegliche Spur. Man muss an dieser Stelle aber auch loswerden, dass die Geschichte ganz großes Kino ist, wenn man diverse Unlogiken außer Acht lässt. Alles in allem ist das Werk leider enttäuschend und konnte mich dauerhaft nicht an die Konsole fesseln. Wenn man während des Spielens daran denkt, dass das Spiel hoffentlich bald vorüber ist, dann haben die Entwickler definitiv was falsch gemacht!


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positiv negativ
  • Gute Story mit zwei Hauptcharakteren
  • Drei Schwierigkeitsgrade
  • Story aus dem Buch "Lied von Eis und Feuer 1"
  • Titelmusik der Serie wurde verwendet
  • 25-30 Stunden Spielzeit
  • Spannende Quests, die in die Story eingebunden sind
  • Für Kenner sehr viele Parallelen zur Serie …
  • Teilweise den Schauspielern aus der Serie nachempfunden
  • Grafik veraltet
  • Teils lächerliche Kampfanimationen
  • Häufig emotionslose Texteinlagen der Sprecher
  • Klon-Gegner
  • Weltkarte grauenhaft umgesetzt
  • Kein Open-World – dadurch sehr steril
  • … hingegen für Neulinge sehr komplex und verwirrend
  • Zeitlupen-Kampfsystem auf Dauer nervig
  • Wenig Leben und Details in den Städten





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