GamesDay in Salzburg

GamesDay in Salzburg

Genre: Tagung

GamesDay in Salzburg   02.06.2009 von derstefan

Ja, da war ein Ausflug ins schöne Salzburg fällig: Die dortige Fachhochschule bot eine Reihe von hochinteressanten Vorträgen an, die das Gamer-Herz höher schlagen ließen. In sechs Sessions wurden Blicke hinter den Vorhang der Gameindustrie gewährt.

Das ganz klare Zugpferd der Veranstaltung war Boris „Kugelblitz“ Schneider-Johne, der derzeit Produkt Manager und DAS Aushängeschild der Xbox 360 in Deutschland ist. Warum ist dieser Mann denn etwas Besonderes? Ältere Gamer-Semester können sich vielleicht noch an die Zeitschrift „Powerplay“ oder „PC Player“ erinnern, Boris war dort Chefredakteur. Wem sagt denn das Spiel „The Secret of Monkey Island“ noch etwas? Das Kultspiel der frühen 90er Jahre mit mehr als abgefahrenen Dialogen wurde von ihm ins Deutsche übersetzt. Und wer sich schon öfter über eine schlechte Übersetzung geärgert hat, der weiß, dass das eine wirkliche Meisterleistung von ihm war.

In einer etwas mehr als 30-minütigen Session gab Schneider-Johne dem interessierten Publikum, (welches sich hauptsächlich aus Studenten der FH Salzburg zusammensetzte) einen Überblick über die Entwicklung der Computerspiele.

 

Der sehr sympathische Redner forderte unter anderem die Spielehersteller mehr oder weniger dazu auf, mehr auf die Bedürfnisse der Casual-User einzugehen und sich das Geschäft nicht durch zu komplexe Spiele versauen zu lassen. Seiner Feststellung nach, weiß eine komplexe Renn-Simulation wie Forza 2 Hardcore-Gamer zu überzeugen, jedoch verkauft Wii Kart in etwa fünfmal so viel. Der Schlüssel zum Erfolg liegt laut Schneider-Johne in der gefühlten Kontrolle über das Spiel. Viele Normalspieler haben einfach nicht die Zeit, sich stundenlang mit einer komplexen Steuerung oder einem langen Tutorial abzugeben. Daher habe Nintendo mit Wii Sports beispielsweise alles richtig gemacht.

 

Ein weiterer interessanter Redner war Daniel Klessing, Software Engineer beim großen Spielehersteller EA Phemonic, die beispielsweise Spellforce 2 oder Battleforge erschaffen haben. Er ließ uns in den Alltag eines Spieleentwicklers schnuppern, der entgegen vieler Meinungen nicht nur den ganzen Tag am Schreibtisch sitzt und programmiert. Etwa 50 Prozent der Tagesarbeit sind zwar mit Coding ausgefüllt, der Rest verteilt sich auf zusätzliche Aufgaben wie beispielsweise Meetings, Schulungen geben und Support zu leisten. Da sich die Entwickler mit dem von ihnen erschaffenen Produkt natürlich bestens auskennen, sind sie sehr gefragt wenn einmal Probleme auftauchen die behoben werden müssen. Interessant war auch die Nachricht, dass ein Normalpreisspiel wie Battleforge nun als sogenanntes Free4Play-Spiel herauskam. Das bedeutet, dass jeder das Spiel abgespeckt kostenlos spielen kann, aber dann durch sogenanntes „Micropayment“ für zusätzliche Levels oder Items kleinere Geldbeträge überweisen kann, mit denen er diese freischaltet.

 

Für Interessierte: Die Fachhochschule Salzburg bietet 2 Studiengänge an, die sich mit dem Thema Gaming beschäftigen:

MultiMediaTechnology (mmt) ist ein Medieninformatik Studium, das ganz auf die neue Medienwelt zugeschnitten ist. Das Studium ist praxis- und projektorientiert angelegt. Sechs Semester lang dreht sich alles um die Entwicklung von innovativen Webanwendungen, Computergames, grafischen Simulationen, 3D-Computergrafik, Mensch-Maschine Schnittstellen und interaktiven Anwendungen für Info- und Edutainment auf stationären und mobilen Plattformen.

MultiMediaArt (mma) ist der “Geschwister-Studiengang” von MultiMediaTechnology. Der Bachelor-Studiengang MultiMediaArt hat eine gestalterisch-künstlerische Ausrichtung. Aufbauend auf einer breiten, multimedialen Grundausbildung im ersten Jahr erfolgt eine konzentrierte Vertiefung in einem der Fach-Schwerpunkte Mediendesign, Video/Film, Computeranimation, Audio oder Video/TV. Erweiternd dazu werden Motion Graphics, Audiovisualistik, Game Design, Raum & Medien und On Air Publishing als Wahlmöglichkeit angeboten. Das letzte Studienjahr ist im höchsten Maße praxis-, projekt- und teamorientiert.


Mehr Infos findet ihr unter Link und Link




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