Gastons Küche - Aus Peru in die Welt

Gastons Küche - Aus Peru in die Welt

Originaltitel: Buscando a Gastón
Genre: Dokumentation
Regie: Julia Patricia Perez
Hauptdarsteller: Gaston Acurio
Laufzeit: BD (79 Min)
Label: Tiberius Film
FSK 21

Gastons Küche - Aus Peru in die Welt   15.05.2016 von LorD Avenger

Ob Gourmet und Restaurantkritiker oder Menschen, mit einem Sinn für Vielfalt und Raffinesse - alle lieben Gastón Acurios Küche, seine Restaurants und die Vision, die er damit vermittelt, sind eine Reise wert. Als junger Mann fasste er den Entschluss, Koch zu werden und lernte das Handwerk der französischen Cuisine in den besten Restaurants Frankreichs. Heute ist er sterneprämierter Chefkoch in seinem Restaurant ''Le Mar'' in Lima, Besitzer von zahlreichen Restaurants weltweit und kulinarischer Botschafter der vielfältigen Nationalküche Perus. Auf seinen Reisen in die Metropolen der Welt zeigt er uns Menschen, welche große Bedeutung und Auswirkung der Genuss von ursprünglichem Essen haben kann.

 

Gaston - mit diesem Namen ist man wohl schon als Chefkoch geboren. Für mich klingt es zumindest nach einem Namen, der für Vertrauen und vor allem Einfallsreichtum in der Küche steht und genau dafür ist Gaston Acurio auch bekannt geworden. Er stammt aus Peru, lernte aber überall auf der Welt und machte sich ebenso überall einen Namen, um zahlreiche Restaurants zu eröffnen und noch zahlreichere Menschen glücklich zu machen – nicht nur mit seinen außergewöhnlichen Speisen.

 

Gastons Küche ist eine biografische Dokumentation über sein Leben, sein Tun und sein Wirken. Ich persönlich habe mich auf zahlreiche landschaftliche Eindrücke des exotischen Perus gefreut und vielleicht auf die ein oder andere interessante Kochtechnik – denn auch wenn ich vielleicht ganz gerne koche, so fehlt mir im Grunde doch schlichtweg die Geduld dafür. Dann ist es doch wesentlich entspannender ab und zu jemandem dabei zuzusehen – gerade bei Koch-Shows im Fernsehen, wo alles so schnell und einfach und vor allem lecker aussieht. In beiden Punkten wurde ich  vom nur 76 Minuten langen Film eher enttäuscht. Während ich bei Peru hohe Berge mit Lamas, grüne tropische Wälder und Ruinenstädte wie Machu Picchu im Kopf habe, sehen wir hier lediglich in irgendwelchen Wüsten abgelegene Schulen, eher unspektakuläre Küstenlandschaften, an denen Fischer ihr Tagwerk betreiben und nicht einmal großartige Aufnahmen von Städten – auch wenn das Cover vielleicht anderes vermuten lässt, so dreht sich die Dokumentation wirklich ausschließlich um Gaston und das buchstäblich. Die Kamera folgt dem Südamerikaner auf Schritt und Tritt, egal ob er in der Küche steht und kocht, ob er im Restaurant sitzt und probiert sowie bewertet oder ob er Kindern Rezeptfragen stellt oder motivierende Reden vor vom Leben gezeichneten Fischern hält. Zwischendurch bekommen wir auch schwarz-weiß Portrait-Aufnahmen zu sehen, in denen Gaston oder andere Person aus seinem Leben im Interview-Stil erzählen.

 

Obgleich es keine atemberaubenden Landschaftsaufnahmen zu sehen gab, war ich doch sehr vom Blu-ray-Bild begeistert, denn das trumpfte mit ausgesprochen scharfer Bildqualität und kräftigen Farben auf. Im Gegenzug dazu war der Schnitt aber absolut grauenhaft. Vielleicht liegt es daran, dass ich als YouTuber selber in dem Feld tätig bin und ein Auge dafür habe, aber so viele schlechte Schnitte wie in diesem Film habe ich nicht einmal in einem YouTube-Video gesehen. Bei Letzteren spricht man schon mal gerne von Jumpcuts – plötzlichen Schnitten, teilweise mitten im Satz, die eher hervorgehoben als versteckt werden. In tatsächlichen Filmen ist mir das allerdings noch nicht untergekommen und schon gar nicht so schlecht wie in diesem Fall, wo das Springen des Bildes fast zu Verwirrungen führt.

 

Als Extra soll die Blu-ray ein umfangreiches Booklet mit leckeren Rezepten enthalten, was ich aber leider weder bestätigen noch bewerten kann, da uns lediglich die Disc als Muster zur Verfügung gestellt wurde.


Das Fazit von: LorD Avenger

 LorD Avenger

Gastons Küche ist eine durchschnittliche biografische Dokumentation, die das vergangene und aktuelle Leben eines durchaus interessanten und erfolgreichen Menschen zeigt, dabei aber nicht wirklich spannend aufgebaut ist. Die überwiegende Zeit sehen wir Restaurantküchen von innen, wohnen aber so gut wie nie dem tatsächlichen Kochen bei. Die erzählte Geschichte wirkt darüber hinaus ein wenig unstrukturiert und es fällt einem stellenweise schwer ihr zu folgen – auch von dem unerklärlich schlechten Schnitt abgesehen. Wer sich speziell für Gaston Acurio interessiert, wird sicherlich einige interessante Einblicke in sein Leben bekommen, wer allerdings Kochtipps bekommen oder schöne Bilder von der Kultur und der Landschaft Perus sehen möchte, der wird eher enttäuscht werden.


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