Ghost in the Shell: Stand Alone Complex - The Laughing Man

Ghost in the Shell: Stand Alone Complex - The Laughing Man

Originaltitel: Kôkaku kidôtai: Stand alone complex - The laughing m ...
Genre: Anime • Sci-Fi
Regie: Kenji Kamiyama
Laufzeit: DVD (154 Min) • BD (160 Min)
Label: KSM Anime
FSK 16

Ghost in the Shell: Stand Alone Complex - The Laughing Man   06.12.2018 von Beef Supreme

1989 ersann Shirow Masamune mit Ghost in the Shell einen der prägendsten Sci-Fi-Mangas. Mehrfach in Bewegtbilder umgesetzt, entstand 1995 der erste und wohl bekannteste Teil der Reihe, der inzwischen Kultstatus erreicht hat. Es folgte eine Serie mit dem ausufernden Namen Ghost in the Shell: Stand Alone Complex in zwei Staffeln. Diese wiederum dienten als Ausgangsmaterial für sogenannte OVAs, also zu einem Film zusammengeschnittene Serien. Die erste Staffel wurde zu The Laughing Man und spielt zeitlich vor dem ersten Film von 1995. Kann die Qualität des mittlerweile über 20 Jahre alten Originals erreicht werden?

 

Inhalt

 

Japan im Jahr 2030. Der Großteil der Bevölkerung ist mehr oder minder mit Cybertechnologie vollgestopft und somit leistungsfähiger, effizienter, stärker. Natürlich öffnet Technik dem Schabernack Tür und Tor und so ist es an Sektion 9, für Recht und Ordnung im Cyberbusiness zu sorgen. Motoko Kusanagi ist Captain dieser Gruppe und verfolgt im vorliegenden Film den Lachenden Mann, einen Elitehacker der seine herausragenden Fähigkeiten dazu nutzt, große Cyberpharma-Firmen an dem Rande des Ruins zu treiben und zu erpressen. Der ursprüngliche Fall liegt schon einige Jahre zurück, doch nie konnte ein Verdächtiger ermittelt, geschweige denn gefasst werden. Jetzt ist er wieder aufgetaucht und zieht eine Welle des Chaos hinter sich, die die Wirtschaft und Politik nachhaltig beeinflussen. Und so ist es an Sektion 9, die stümperhafte Arbeit der normalen Polizei zu Ende zu bringen. Im Zuge der Ermittlungen stößt Sektion 9 auf Intrigen, Verrat, Intrigen innerhalb der Intrigen und verworrene politische Verflechtungen, dass man sich wünscht, ein Cyberbrain zu besitzen, um zu kapieren, was im Zukunftsjapan eigentlich Sache ist.

 

Ghost in the Shell: Stand Alone Complex – The Laughing Man. Dieses Namensungetüm passt auch zur Laufzeit. Knapp 3 Stunden lang schlägt einem dieser Film eine ziemlich komplexe Story um die Ohren, bei der man volle Konzentration aufbringen muss, um die Zusammenhänge zu verstehen. 26 Folgen à 20 Minuten Laufzeit wurden hier eingedampft, aufs Wesentliche zusammengekürzt und neu arrangiert, um einen einigermaßen kohärenten Zusammenhang herzustellen. Im Großen und Ganzen funktioniert das auch, da aber eine Serie als Grundlage dient, die neu zusammengeschnitten wurde, fällt es dem unbedarften Zuschauer nicht immer leicht, zu verstehen, was gerade vor sich geht. Da tauchen plötzlich Charaktere auf, die man nie zuvor gesehen hat oder es werden Vorgänge angerissen, die bis zu diesem Zeitpunkt keine Relevanz hatten. Akzeptiert man aber den etwas holprigen Erzählstil, offenbart sich eine sehr interessante Story, die im weiteren Verlauf auch mehr an Fahrt aufnimmt. Man merkt jedoch jederzeit, dass hier eine Serie zugrunde liegt, da der Film Probleme mit dem Spannungsbogen und dem Pacing hat. Gerade ist etwas Tempo entstanden, wirft die nächste Sequenz wieder den Anker, um Zusammenhänge zu erläutern. Das hat leider zur Folge, dass manchmal die Dramatik und das Gewicht gewisser Situationen flöten gehen. Nichtdestotrotz entfaltet sich eine spannende Geschichte, die gerade in der zweiten Hälfte auch die Probleme mit dem Timing in den Griff bekommt. Typisch für Ghost in the Shell streut der Film ganz nebenbei philosophische Fragen über die Existenz und das Menschsein ein, die durchaus intelligent sind und einen echten Mehrwert bieten.

 

Bildergalerie von Ghost in the Shell: Stand Alone Complex - The Laughing Man (15 Bilder)

Details der Blu-ray

 

Technisch lässt sich The Laughing Man nicht lumpen. Makellose Animationen gesellen sich zu einem unglaublich detaillierten Zeichenstil. Splitternde Einschusslöcher, nasse Oberflächen oder pittoreske Panoramen, die Macher dieses Animes legen jederzeit Wert auf Perfektion und das sieht man in jeder Einstellung. Wo andere schludern, zaubert Ghost in the Shell ein grandioses Bild aufs Panel, dass einem beinahe die Augen platzen. Bei dynamischeren Kamerafahrten erkennt man auch den dezenten Einsatz von CGI-Animationen, die aber mit Bedacht verwendet wurden und sich gut ins Gesamtbild einfügen.
Der Sound kann nicht ganz mit der herausragenden Qualität der Optik mithalten. Es klingt immer noch gut, doch das letzte Bisschen Druck fehlt. Gerade die stampfenden Mechs oder panzerbrechende Geschosse hätten mehr Wumms vertragen können. Der Score hingegen macht vieles richtig, bleibt aber, abgesehen vom grandiosen Titeltrack, nicht wirklich hängen. Auch ist er zu leise um wirklich aufzufallen. Die deutsche Synchronisation ist ebenfalls über weite Strecken sehr gut gelungen. Zur Auswahl stehen die ebenso hochwertige englische Syncro, oder, wenn man der Sprache mächtig ist, der japanische Originalton. Die Dialoge an sich regen zwar gelegentlich zum Fremdschämen an, das tut der Qualität der Sprecher allerdings keinen Abbruch. Nur bei den Extras wurde etwas gegeizt. Außer einem Making of, einer Bildergalerie und den Post-Credit Scenes, die die KI-Mechs von Sektion 9 in Szene setzen gibt’s hier nichts zu sehen.


Das Fazit von: Beef Supreme

Beef Supreme

Mehr als zweieinhalb Stunden Film und trotzdem wirkte The Laughing Man manchmal überhastet auf mich. Kein Wunder, bei über 8 Stunden Ausgangsmaterial. Angesichts dessen liefert die erste OVA ein weitestgehend rundes Gesamtpaket ab. Eine sehr interessante Story, die zwar an manchen Stellen verwirrend erzählt wird und Probleme mit dem Tempo hat. Und dennoch macht es einfach Spaß, Sektion 9 beim ballern, schleichen, ermitteln und scherzen zuzuschauen. Was nicht zuletzt an der überragenden Optik liegt, von der man kaum glaubt, dass sie vor über 12 Jahren entstanden ist. Ich freue mich auf den zweiten Teil.


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