Wenn man gerne Skifahren, Snowboarden, Mountainbiking oder sonstige flotte Sportarten ausübt, dann würde man sich gerne mal selbst sehen oder schöne Impressionen aufzeichnen. Wer kann nebenbei jedoch einen schweren Camcorder tragen und damit dann schöne Bilder aufnehmen? Mit der GoPro Hero hat sich dieses Thema erledigt, denn mit lediglich 170 Gramm und einem Stativ in der Hand gelingen atemberaubende Aufnahmen und das auch für den kleinen Geldbeutel…
Welche Möglichkeiten gibt es, wenn man sich selbst filmen möchte oder auch eine schöne Landschaft bei Ausübung seiner Sportart aufnehmen möchte?! Entweder man lässt sich von einem Kumpel filmen oder man bleibt stehen und nimmt sich schnell selbst auf. Die Kombination aus Ausüben seines Sports und filmen erweist sich in fast allen Fällen als äußerst schwerfällig. Vor allem gibt es oft vom Kollegen dann ein Motzen, wenn man ihn wieder auffordert, endlich mal eine Totale von einem Selbst zu drehen oder ein schönes Foto vor einem tollen Motiv zu schießen. Man könnte also eine schwere Kamera auf den Helm schnüren oder sich eine Rüstung wie beim Film „Predator“ bauen, die dann fest auf der Schulter montiert ist.
Doch mal Hand aufs Herz, selbst ein Liebhaber würde so etwas nur im seltensten Fall machen. Klar kann man sein Handy schnell in die Luft halten, doch qualitativ hochwertig nenne ich etwas anderes. Kurzum: Wir haben in diesem Szenario ein Problem!
Nicht aber mit der GoPro Hero. Dieses kleine Gerät sieht zwar auf den ersten Blick sehr billig und einfach aus, doch in ihm steckt ein wahres Wunder. Mit gerade mal 6,0 x 4,2 x 3,0 cm (B x H x T) fällt sie kaum auf, hat dadurch allerdings in jeder Tasche Platz und zeichnet trotz der geringen Maße wahlweise in 720p, 960p oder in Full-HD (1080p) auf. Nimmt man die geringste Auflösung, so schafft die GoPro satte 60 fps (Frames pro Sekunde), in Full-HD immerhin noch 30fps. Je nach Größe der Speicherkarte (bis zu 32GB SDHC möglich) kann man mit der Kamera zwischen 2 ½ und 3 Stunden aufnehmen. Sportler, die länger auf der Piste sind und alles aufgenommen haben wollen, sollten sich dann einfach nur eine zweite Speicherkarte mitnehmen und schon ist der Tag gerettet. Die Qualität der Aufnahmen ist sehr gut, lediglich in dunklen Räumen oder bei Nachtaufnahmen sieht man ein deutliches Bildrauschen. Überzeugt Euch aber selbst von der Qualität der Videos, rechts in unserer Videogalerie, gibt es ein paar zu sehen. Möchte man sein Erlebnis in 3D Filmen, so kann man sich auch eine zweite GoPro und einen Adapter kaufen, beide zusammenstecken und so seinen 3D-Film drehen. Natürlich braucht man dazu dann auch einen geeigneten Fernseher und ein Schnittprogramm, welches 3D unterstützt.
Doch kommen wir mal zum Lieferumfang. Es gibt verschiedene Sets, die Ihr bei dem deutschen Publisher "GROFA - House of brands" einsehen könnt. Unser Muster war die Helmet Hero, die mit allerlei Zubehör für Helme geliefert wird. Neben den vier Clips (zwei verschiedene Biegungen), einem wasserdichten Gehäuse, einem USB-Kabel, dem Akku, der Bedienungsanleitung und einer zweiten Abschlussklappe werden noch zwei Gurte mitgeliefert. Mit diesen kann man die GoPro an einem Fahrrad- oder Motorradhelm befestigen oder direkt am Kopf. Wer das kleine Wunder für sein Surfbrett oder andere Sportarten braucht, der kann sich natürlich optional Zubehör dazu kaufen. Die Clips sind mit einer Klebefolie versehen, die ideal auf glatten Oberflächen halten. Zwei davon sind leicht gewölbt, man kann sie auf raueren Oberflächen benutzen. Meistens hatte ich sie bisher allerdings auf einem Stativ oder per Gurt im Einsatz, die Clips sind nicht für jeden Einsatz geeignet. Das Handstativ gibt es im Übrigen für etwa 15 Euro im Handel. Wer Bock auf Unterwasseraufnahmen oder Aktivitäten im Regen hat, der sollte die GoPro ins Gehäuse stecken. Der Hersteller verspricht uns bis zu 60 Meter Wassertiefe, das sollte für jeden Hobby-Filmer reichen. Die zweite Abschlussklappe ist hinten offen und verhindert eine zu laute Geräuschentwicklung bei hohen Geschwindigkeiten.

Die Bedienung der Kamera ist super einfach, leider sind die zwei Knöpfe nicht beschriftet – man kann sich anfangs schnell verklicken. Es ist mir nicht nur einmal passiert, dass ich ein Motiv filmen wollte und daheim festgestellt hatte, dass ich die Aufnahme nicht gestartet, sondern gestoppt hatte. Also sollte man immer vorher kontrollieren, ob das Ding auch läuft. Mit dem vorderen Knopf kann man die Kamera ein- bzw. ausschalten und die verschiedenen Modi durchzappen, der oben angebrachte Knopf dient zum Stoppen und Starten der Aufnahme. Die GoPro verfügt aber nicht nur über diverse HD Modi (720p, 960p, 1080p), mit ihr kann man auch Fotos machen.
Man kann verschiedene Zeiten einstellen, wann die Kamera ein Foto machen soll. Zur Verfügung stehen ein 10-Sekunden-Selbstauslöser oder Aufnahmen alle 2, 5, 10, 30 oder 60 Sekunden. Was man aufnimmt, sieht man allerdings nicht, da der Kamera ein Display fehlt. Wer noch Geld übrig hat, der kann sich optional eines dazu kaufen und hinten an die GoPro stecken.
Wichtig ist jedoch auch, dass der Akku dementsprechend leistungsfähig ist. Auch hier kann die GoPro punkten. Mit seiner Leistung von 1100 mAh hält er ca. 2 Stunden, wenn man eine dauerhafte Aufnahme machen möchte. Zum Aufladen steckt man die Kamera mit dem USB-Kabel an den PC und hat somit auch gleich eine Datenverbindung. Leider wird kein 220-Volt-USB-Adapter mitgeliefert. Hat man also keinen USB-Port zur Seite, so muss man aufs Aufladen verzichten – nicht schön gelöst! Um den Akku vollständig per PC aufzuladen, muss man mit ca. 3 ½ Stunden rechnen.
Abschließend gibt es das einzige Manko, welches die Kamera hat: der Sound. Hat man die GoPro in dem Gehäuse, so kann man den Ton um einen herum komplett vergessen. Hat man sie ohne Gehäuse oder mit dem offenen Deckel im Einsatz, so nimmt sie zwar die Geräusche auf, jedoch sehr leise. Wenn man nicht laut spricht, dann muss man die Lautstärke zu Hause viel höher drehen, um alles zu verstehen. Da die GoPro aber eigentlich für schnelle Aufnahmen und für Sportler entwickelt worden ist, sollte man so und so nachvertonen oder eine schöne Musik über den Film spielen. Man muss sich beim Kauf aber im Klaren sein, dass die GoPro in Sachen Tonaufnahmen nicht besonders gut ist!
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