Halo 3: ODST

Halo 3: ODST

Publisher: Microsoft
Entwicklerstudio: Bungie
Genre: Action
Sub-Genre: 1st Person Shooter
Art: Vollpreistitel
Erscheinungsdatum: 22.09.2009
USK 18

Halo 3: ODST  21.10.2009 von Panikmike

Das Warten hat sich gelohnt, der vierte Teil der Halo Saga ist da. Dieses Mal spielt ihr nicht den legendären Master Chief sondern ein paar Elitesoldaten der „Orbital Drop Shock Troopers“. Doch präsentiert sich Halo 3: ODST wirklich als eigenständiger, neuer Teil? Oder ist es eher nur ein Add-on für Halo 3?

Jeder kennt ihn, jeder liebt ihn! Die Rede ist vom Master Chief von Halo. Nun kommt quasi der vierte Teil mit dem Namen Halo 3: ODST (Orbital Drop Shock Troopers). Das Spiel ist also kein richtiger vierter Teil, sondern eigentlich eine eigenständige Erweiterung von Halo 3. Die Truppen von ODST sind ausgebildete Elitesoldaten, die per Raumkapseln direkt zum Einsatzort katapultiert werden. Die Introsequenz lässt sich sehen. Man sieht die Hauptcharaktere, die gerade zu einem neuen Auftrag gerufen werden. Mit an Board sind Rookie, Dutch, Romeo und Mickey. Der Kommandeur Buck gibt uns noch den Spruch: „Ihr wisst, wie´s läuft“ mit auf den Weg und schon geht es nahtlos von der Sequenz in das Spiel über. Man bekommt den Start der Kapsel mit, ebenso wie den Unfall einer Kapsel, die dadurch direkt auf uns geschleudert wird. Überall pfeifen, Warnsignale und ein schwarzer Bildschirm. Die Mission geht los, doch wo ist der Rest der Einsatzkräfte? Genau das ist auch unsere erste Mission: Wir müssen das verschwundene Team aufstöbern, denn Rookie geht nicht davon aus, dass alle tot sind. So findet man sich in der Kapsel wieder, allerdings ist diese in ca. 5 Meter Höhe. Also bleibt uns nichts anderes übrig als der Sprung in die Tiefe. Also ab nach unten und dann erstmals 1/3 der Lebensenergie einbüßen. Hier sieht man dann den ersten Unterschied zu Halo 3. Unsere Energie wird nicht wie beim Master Chief aufgeladen, sondern per Medi-Kit regeneriert. Im Spiel heißt das ganze dann Opticon Medkits und diese liegen nicht überall herum, sondern sind regelmäßig an den Wänden in Terminals aufzufinden. Die Lebensenergie sieht man am oberen Bildschirmrand, ist der Balken rot gefärbt, sollte man aufpassen, sonst wird man bald das Zeitliche segnen. Auch wenn der Spieler zusätzlich ein Schild um sich hat, so ist dies kein Vergleich zur Technik des Master Chiefs. Man kann bekannterweise nicht alles haben.

In der gesamten Story spielt man einen Beteiligten der Truppe, auf der Suche nach den anderen. Generell übernimmt man aber alle Verunglückten nacheinander. Im Klartext heißt das, alle aus dem Team stürzen ab und man steuert nacheinander die Charaktere und spielt diese Geschichte nach dem Absturz nach. Schön gemacht und sehr gut in Szene gesetzt.

Doch war das schon alles? Hat ODST nicht mehr zu bieten? Doch da kommt noch mehr. Neu ist auch die Visor-Ansicht. Es handelt sich hierbei nicht nur um ein Nachtsichtgerät oder irgendein High-Tech-Blödsinn, sondern um ein gutes, hilfreiches Feature. Im Endeffekt ist es ein Verstärker des sichtbaren Lichts, der aber Feinde mit einem roten Rahmen umrandet. Große Objekte, wie zum Beispiel die Flora und Fauna, werden mit orangen Rand dargestellt, die eigenen freundlichen Einheiten in grün. Zusammengefasst könnte man sagen, es ist ein Restlichtverstärker mit Zielerfassung! Gute Idee und sehr praktisch vor allem in düsteren Levels. Die Optik ist zwar anfangs ein wenig gewöhnungsbedürftig, allerdings ist es sehr viel zweckmäßiger als die normale Sicht. Vor allem Scharfschützen werden diesen Modus schnell lieben lernen.

Für Fans der Reihe, wird die Pistole aus dem ersten Teil nichts neues mehr sein, jedoch freut sich jeder Spieler, dass sie hier wieder integriert wurde. Mit der klassischen Gun kann man sehr schön und schnell Kopfschüsse verteilen. Sie ist immer noch eine der besten und effektivsten Waffen für Kleinvieh. Hier unterscheiden sich die Helden von ODST auch ein wenig vom Master Chief. Sie laufen ein bisschen langsamer, können natürlich nicht so hoch und weit springen wie unser Held und auch das Schild ist nicht nutzbar. Im Endeffekt hat man also nicht so viele Möglichkeiten, es ist dadurch mehr Vorsicht angesagt. Ergo weniger rumholzen, mehr Taktik.

Bleiben wir mal kurz bei diesem Thema, denn auch hier gibt es etwas Neues. Bei ODST wurde eine schöne 3D Karte integriert. Diese kann man jederzeit abrufen und sie erleichtert die Navigation in den Leveln immens. Jedoch hat man sie nicht von Anfang, man muss sie an speziellen Terminals runterladen. Gut, dass die Entwickler hier dieses Feature eingebaut haben, denn das Gesamtareal ist bisher das Größte im Halo-Universum. Spieler von Halo merken schnell, dass das lineare Geschehen von Halo 3 Geschichte ist, denn ODST ist frei begehbar.

Die Grafik des Spiels ist gut, generell eine Verbesserung des Vorgängers. Allerdings kann es nicht annähernd mit vergleichbaren Titeln der Mitbewerber mithalten. Das war leider auch in Halo 3 schon der Fall, hier hätte man schon um einiges mehr rausholen können. Die Details sind zwar vorhanden, jedoch sieht man oftmals die schwachen Texturen. Ebenso sind die Animationen der Gesichter sehr altbacken. Mass Effect zeigt uns als Beispiel, dass es auch besser geht.

Der Sound kommt in gewohnter Halo-Manier daher, wieder wird der Spieler aufgrund der dramatischen Hintergrundmusik gefesselt. Hier gibt es nichts zu verbessern, soundtechnisch haben es die Entwickler einfach drauf. Ein Manko ist bei der deutschen Lokalisation zu finden, denn hier ist nicht alles gut gemacht. Die Stimmen selbst passen, jedoch die Emotionen gar nicht. Oftmals wird eine sehr dramatische Szene mit den deutschen Stimmen einfach zerstört. Mehr Emotionen und vielleicht mehr Übung hätte dem Syncro-Team sicher nicht geschadet. Leider gibt es keine englische Tonspur, nur Untertitel, die man dazu schalten kann.

Auch im Mehrspielerpart von Halo hat sich was getan. Die Standartmodi sind natürlich wieder integriert, jedoch gibt es auch hier etwas Neues zu bestaunen. Der Modus heißt „Feuergefecht“ und war bei keinem der anderen Teile bisher zu finden. Bis zu vier Spieler stürzen sich auf eine Map und versuchen, alle Gegner zu besiegen. Ein Raumschiff oder ein Portal lässt die Horden erscheinen, die es nun zu beseitigen gilt. Sind diese erledigt, so geht es über zur Welle 2 und alles beginnt von vorne. Nach fünf Wellen gibt es eine kurze Verschnaufpause und schon kommt Stufe 2. So ballert man sich insgesamt durch 15 Wellen, wobei die Gegner immer tougher werden und nebenbei immer mehr Fähigkeiten haben. So können sie zum Beispiel in den ersten fünf Wellen noch keine Granaten werfen, aber danach fliegen umso mehr explosive Kugeln durch die Gegend. Hat man alle drei Stufen geschafft, so bekommt man eine Bonusrunde. Hier hat man eine Minute Zeit, um 10000 Punkte zu machen. Hat man das erledigt, so winkt der Gruppe ein paar Bonusleben. Natürlich kann man, wie man es von Halo gewohnt ist, auch hier den Schwierigkeitsgrad einstellen und ein paar Schädel aktivieren, die das Spiel noch interessanter, aber durchaus schwerer machen.


Das Fazit von: Panikmike

Panikmike

Also mir persönlich gefällt Halo 3: ODST sehr gut. Auch wenn der Single-Player-Part wieder mal kurz ist, so spielt man die Mehrspielerpartien umso länger. Halo 3 lebte ja schon vom spielen im weltweiten Netz, auch in ODST ist dies der Fokus. Die Action ist gut, die Abwechslung ebenso, leider ist die Grafik nicht so, wie es sich viele Spieler gewünscht hätten. Am meisten macht mir dennoch der Modus Feuergefecht Spaß. Es ist einfach geil mit einer Gruppe aus vier Leuten, eine Taktik für das jeweilige Szenario auszuarbeiten, um möglichst lange unter den Lebenden zu verweilen. Alles in Allem ein schönes Spiel, was leider durch ein paar Mankos keine Top-Wertung erreicht.


positiv negativ
  • Gute Story
  • Schöne Zwischensequenzen
  • Tolle Orchestermusik
  • Super neuer Mehrspielermodus (Feuergefecht)
  • Kampagne im Coop-Modus spielbar
  • Mehrspieler-Part von Halo 3 enthalten
  • Zum Teil schwache Texturen
  • Deutsche Übersetzung nicht gelungen
  • Single-Player-Kampagne zu kurz





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