Halo - The Master Chief Collection

Halo - The Master Chief Collection

Publisher: Microsoft
Entwicklerstudio: 343 Industries, Bungie, MS Studios
Genre: 1st-Person-Shooter
Sub-Genre: SciFi-Shooter
Art: Fullprice
Erscheinungsdatum: 14.11.2014
USK 16

Halo - The Master Chief Collection   27.11.2014 von DeWerni

Bereits über zwei Jahre ist es nun her, dass Fans der Halo-Reihe mit Halo 4 in den Genuss eines neuen Spiels kommen konnten. Nun steht schon das Release des fünften Titels der Reihe seit einiger Zeit im Raum. Doch zuvor bekommen Zocker von Microsofts Konsole mit der Master Chief Collection ein ganz besonderes Schmankerl geliefert. Dient sie nur zur Überbrückung oder ist sie doch ein Spiel wert …?!

 

Vor kurzem hat Microsoft die Gamer Gemeinde der aktuellen Konsolengeneration Xbox One mit dem Release von Halo in der Master Chief Collection beglückt. Dabei ist der Spielumfang – zumindest auf den ersten Blick – gigantisch: Dabei wurden alle bisherigen vier Titel der Reihe, deren ursprüngliche Veröffentlichungen sich über alle Konsolengenrationen der Xbox erstreckten, technisch überarbeitet und unter einem Titel in eine Box gepackt – lediglich die Ableger Halo ODST, Halo Reach und Halo Wars fanden keine Berücksichtigung. Der Preis orientiert sich an einem einzigen Game. Damit werden dem Gamer dann rund 45 Missionen in vier verschiedenen Kampagnen und über 100 Multiplayer-Maps geboten. Das macht die Box natürlich für Neueinsteiger genauso interessant wie für Kenner. Der riesige Umfang garantiert fast unbegrenzten Spielspaß für die anstehenden, harten Wintermonate.

 

Die Entstehung

Für alle, die bisher virtuell noch nicht Teil der Story rund um den sagenumwobenen Master Chief geworden sind, gibt es an dieser Stelle einen kurzen Blick auf die Story. Alles beginnt mit dem Abbruch zum Planeten Harvest, bei dem sich herausstellt, dass die Allianz aus nichtmenschlichen Rassen hinter der Sache steckt. Schon vor dieser Zeit war das Verhältnis zwischen dem menschlichen United Nation Space Command (UNSC) und den restlichen Kolonisten nicht wirklich gut, was zu Spannungen und Bürgerkrieg führt. Schließlich greift die Allianz im Jahre 2525 unerwartet die letzte, bestehende Bastion der Menschheit – den Planeten Reach – an. Gerade noch vor Zerstörung entkommt das Raumschiff UNSC Pillar of Autumn in unbekannten Raum. Mit an Bord der wahrscheinlich letzte SPARTAN II – Elitesoldat Master Chief Petty Officer John-117. In dessen Rolle schlüpft ihr als Spieler in allen Teilen - im Großen und Ganzen um die Menschheit vor der Vernichtung durch die Allianz oder später auch die mächtigen und wiederaufkeimenden Flood zu entkommen und gleichzeitig zum Gegenschlag auszuholen. Mit dabei ist nahezu immer Cortana, eine KI aus dem Wissen von Dr. Catherine Elizabeth Halsey. Diese unterstützt den Master Chief bei seinen Aufträfen mit Hintergrundinfos und Tipps. Doch mit der Zeit verflüchtigt sich diese KI, die in der Welt von Halo nur etwa sieben Lebensjahre bis zur Selbstzerstörung haben. Natürlich trifft der Master Chief bei seinen Abenteuern auf viele weitere gut- oder bösgesinnte Wesen, ganz zu schweigen von den beteiligten Militärs. Eine komplette Beschreibung der Halo-Story würde spoilern bedeuten, den Spielspaß für Neulinge an dieser Stelle einschränken und zudem den Rahmen dieses Berichtes sprengen.

 

Der Kult

Vom Gameplay her war, ist und bleibt Halo wohl ein wenig für sich, das gilt gerade für die ersten beiden Games. Irgendwie wirkt das Ganze im Vergleich zu aktuellen Titeln etwas träge. Hat man sich allerdings erst wieder mit der Steuerung vertraut gemacht, macht das Ganze Spaß wie eh und jeh. Nicht umsonst revolutionierte Bungie mit den Releases das Genre ein wenig. Seitdem hat die Reihe auch genau aus ihren Eigenarten heraus eine so große Anhängerschaft gefunden. Fans wird die Steuerung sowieso nicht stören, sie wollen gar nichts anderes. Und Neueinsteiger werden sich wohl oder übel daran gewöhnen müssen. Wer sich allerdings darauf einlässt und – vor allem im Multiplayerbereich – erst einmal Blut geleckt hat, wird den Controller kaum noch aus der Hand legen wollen. Atmosphärisch ist die Reihe kaum zu toppen. Das gilt für das Spielgeschehen an sich, das teilweise recht düster und unheimlich wirkt, genauso wie für den Fortschritt am Controller.

 

Das Multiplayer-Universum

Wem die Single-Player-Kampagne Spaß bereitet hat, der wird sich Multiplayermodus von Halo verteilt über die vier Episoden ergötzen. Denn hier lässt die Box in Halo-typischer Manier erst richtig die Muskeln spielen: Diverse Modi auf insgesamt über 100 Multiplayermaps – was will man mehr. Es sind alle Maps und Spielmodi aus den Originalversionen vorhanden, sogar die Karten der PC-Version. Zudem wurden einige Karten von Halo 2 technisch überarbeitet. Auch wenn das Gameplay teilweise im Vergleich zu aktuellen Titeln etwas angestaubt wirkt, so ist nach kurzer Eingewöhnungszeit hierbei für unzählige Stunden Spielspaß garantiert. Da kommt man hin und wieder gar nicht mehr weg vom Bildschirm. Man nimmt sich vor: Nach der nächsten Runde ist Schluss und schaut fünf Runden später erstaunt auf die Uhr. Das ist das Multiplayerfeeling, was Halo schon immer auf seine eigene Art und Weise garantiert hat. Da macht auch die Master Chief Collection keine Ausnahme. Das Gute an der Sache ist: Die meisten Spieler werden nicht alle Multiplayerkarten in- und auswendig kennen, sodass sich auch Neueinsteiger beweisen können. Allerdings muss man sich auf Halo und das Geschehen einlassen, was bei den heutigen, meist etwas anders gearteten Spielen nicht unbedingt leicht von der Hand geht. Wenn man die Games von früher her kennt, wird man sich allerding schnell und gerne zurechtfinden. Spannend wird es im Dezember und Januar werden, wenn die Gamergemeinde auf die Multiplayersessions von Halo 5 losgelassen wird und die Zukunft des Online-Spiels aus Sicht der Entwickler etwas mehr Kontur annehmen wird. Neben den angesprochenen Matches im Multiplayerbereich in den genretypischen Modi, lassen sich die Kampagnenmissionen der einzelnen Episoden ebenfalls online miteinander bestreiten. Wo allerdings Halo 1 und Halo 2 eine Beschränkung auf maximal zwei Spieler vorgeben, lassen sich die Missionen von Halo 3 und Halo 4 mit maximal vier Spielern durchleben.

 

Bildergalerie von Halo - The Master Chief Collection (86 Bilder)

Die Technik

Wirkliche Neurungen – wie könnte es auch anders sein – bietet die Master Chief Collection nur im technischen Bereich. Dabei steht der zweite Teil der Halo-Saga im Vordergrund, der in der neuen Anniversary Edition auf die Scheibe gepresst wurde. So bekommt der Gamer einen ganz neuen Look des Spiels präsentiert: Aufgepeppte Grafiken, bessere Auflösung und schönere Zwischensequenzen sorgen dafür, dass man sich schnell fragt, ob es sich wirklich um den in die Jahre gekommen Titel Halo 2 handelt. Um das zu verifizieren, könnt ihr im Übrigen auch immer wieder zur Originalgrafik umschalten, die mittlerweile ein wenig nostalgischen Charakter annimmt. Dabei fällt vor allem auch auf, dass sich nicht nur die Optik angepasst wurde, auch im soundtechnischen Bereich wurde viel gearbeitet. So hören sich die Effekte deutlich druckvoller und moderner als in der Originalfassung an. Das gilt im Übrigen auch für den Soundtrack, denn hier wurden neue und passende Titel integriert. In  Summe hat man es in der aktuellen Edition fast kaum noch mit dem eigentlichen Titel zu tun – jedenfalls aus technischer Sicht.

 

Deutlich weniger Arbeit wurde in die Aufpolierung der anderen Teile gesteckt. Der Auftakt der Reihe wurde in der Version, die bereits zum zehnjährigen Jubiläum vor rund drei Jahren – damals noch für die Xbox 360 – neu aufgelegt wurde, in das Paket integriert. Dabei hat man nur noch einmal ein paar wenige Details angepasst, mehr war an dieser Stelle auch nicht notwendig. Die ebenso vorhandene Möglichkeit, in den technischen Originalmodus umzuschalten, lässt Kenner ins Schwärmen geraten. Auch wenn die Optik dann museumsreif ist, fühlt man sich einfach wirklich und authentisch an den Anfang der Saga zurückversetzt.

 

Halo 3 kommt im Vergleich natürlich deutlich technisch fortgeschrittener weg, was aber auch kein Wunder ist, wenn man bedenkt, dass das Release 2007 war. Dementsprechend sind da dabei auch kaum oder wenige Veränderungen zum Original erkennbar, was ursprünglich auf der Xbox 360 erschienen ist. Lediglich an den Effekten hat man sichtbar gedreht, kein Wunder denn bei den Licht- und Wassereffekten sind bekanntermaßen ja auch die meisten Fortschritte bei Generationswechsel gemacht worden. Interessant am Gesamtpaket des 3. Halo-Titels ist zudem der Fakt, dass es zum Zeitpunkt des Originalreleases mit dem USK-18-Siegel geschmückt war, die Gesamtbox der Master Chief Collection ist bereits ab 16 Jahren freigegeben.

 

Auch Halo 4 bietet als neuerster, bisheriger Teil kaum Neuerungen. Am ehesten erwähnenswert ist hier, dass das Ganze in 1080p und mit 60fps läuft. Schade ist es, dass der Spartan-Ops-Modus nicht mit integriert wurde. Dieser soll allerdings im Laufe des Jahres noch als Download nachgereicht werden. Die beiden neuesten Teile hatten eine technische Aufpolierung nicht zwingend notwendig, sie sahen auch im Original schon einfach gut aus. Dementsprechend gering sind die Anpassungen ausgefallen.

 

In Summe sollte man an dieser Stelle allerdings noch einmal festhalten, dass unabhängig von den technischen Detailverbesserungen der einzelnen Halo Titel nun alle Episoden der Reihe auf einer Plattform in HD-Auflösung in 1080p mit einer soliden Bildrate von 60 Bildern pro Sekunde spielbar sind. Das allein in Kombination mit dem gigantischen Spielumfang ist – zumindest für mich – schon Gold wert. Zumal die vier Games unabhängig voneinander spielbar sind, sodass man gerade an der Stelle weitermachen kann, auf die man Lust hat. Lediglich mit dem Sprung innerhalb eines Spiels sollte man vorsichtig sein, möchte man nicht einen Zwischenstand verlieren. Halo-typisch lassen sich die Kampagnen-Missionen natürlich auch gemeinsam durchleben, was – jedenfalls für mich – ein riesiger Bonus ist.

 

Die Zukunft – Halo 5: Guardians

Als weiteres Schmankerl und als wäre der Umfang der Box nicht sowieso schon riesig, liefert das Release sogar noch einen Ausblick in die Zukunft der Reihe: Halo 5: Guardians. Ihr bekommt nämlich beim Kauf einen Beta-Key als Vorgeschmack für Halo 5 mitgeliefert. Damit könnt Ihr exklusiv an der Multiplayer-Beta teilnehmen, die von 29.12.2014 bis 18.01.2015 laufen wird. Vom Umfang her beschränkt sich das Ganze auf drei Kampfklassen auf sieben Multiplayermaps. Fans werden es mit Sicherheit kaum abwarten können, endlich einen Blick auf den neuen Titel, der wohl Ende des kommenden Jahres offiziell erscheinen wird, werfen zu dürfen. Im Übrigen enthält die Box auch noch den ersten Teil der Serie Halo: Nightfall, in der bereits Agent Locke die Hauptrolle spielt, genau wie in den kommenden Halo-Titeln.


Das Fazit von: DeWerni

DeWerni

Die Halo Reihe ist nicht nur für mich eine der besten Shooter-Reihen, die es für die Konsolen unserer Welt gibt. Nicht umsonst stehen bei mir noch immer alle Titel der Reihe im Regal: Seien es Halo 1-4, ODST, Reach oder die Anniversary Edition – für mich waren und sind sie alle genial. Schon der Single-Player-Modus bietet mit diversen Modifikationen Herausforderungen und Spaß auf jeder Stufe. Die Multiplayer-Modi rocken einfach nur und machen süchtig, wenn man sich darauf einlässt und ein paar Kumpels zum Mitzocken hat. Nun kommen all diese genialen Titel (Halo 1-4) in einer Box, spielbar auf einer Plattform noch einmal in unsere Wohnzimmer. Besser geht es einfach gar nicht. Und doch hat die Box noch eine überraschende Aussicht in die Zukunft parat: Alle Fans werden schon jetzt heiß auf den Beta-Zugang zu Halo 5 im Januar sein. Für mich ein absoluter Pflichtkauf für Xbox One-Besitzer!


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positiv negativ
  • Gigantischer Spielumfang
  • Spielübergreifende Missions-/Kampagnenauswahl
  • Optische Verbesserungen aller 4 Titel
  • Integration Halo 5-Beta
  • Episode 1 von Halo: Nightfall anschaubar
  • Toller Soundtrack
  • Rundumerneuert (Fokus: Halo 2)
  • Mehrspielermodus wird über Download nachgeliefert
  • Halo 4: Spartan-Ops-Modus soll im Laufe des Jahres nachgeliefert werden
  • Zu lange Installationszeiten
  • Teilweise grauenhafte, deutsche Synchronisation





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