Haus der Stimmen

Haus der Stimmen

Originaltitel: Saint Ange
Genre: Horror • Thriller • Drama
Regie: Pascal Laugier
Hauptdarsteller: Virginie Ledoyen • Lou Doillon
Laufzeit: DVD (95 Min) • BD (99 Min)
Label: Koch Media Home Entertainment
FSK 16

Haus der Stimmen   20.09.2016 von MarS

Wenn es um französische Horrorfilme geht, dann kommen dem Genre-Fan sofort diverse gorelastige Splatter in den Sinn, die in den letzten Jahren für Furore gesorgt haben. Aber bereits vor dieser Welle der Gewalt schuf der Regisseur Pascal Laugier den Haunted House Film Haus der Stimmen, der nun fürs Heimkino erschienen ist. Wir haben uns den Film für Euch angesehen.

 

Die französischen Alpen Ende der 50er Jahre. In einem heruntergekommenen Waisenhaus, das kurz vor der Schließung steht, bekommt die junge Anna eine Stelle als Putzfrau. Was keiner weiß ist, dass Anna eigentlich schwanger ist, und sich auf der Flucht vor ihrer Vergangenheit befindet. Im Waisenhaus trifft sie auf Judith, das letzte und älteste Kind vor Ort und scheinbar geistig verwirrt. Dennoch wächst zwischen den Beiden eine ungewöhnliche Freundschaft heran. Doch Anna, körperlich geschwächt von ihrer Schwangerschaft, zweifelt schon bald selbst an ihrem Verstand, als sie unheimliche Stimmen und Geräusche im Haus zu hören scheint.

 

Was für ein Geheimnis steckt in der Vergangenheit des Waisenhauses? Was ist real und was ist lediglich Einbildung? In welcher Verbindung steht Judith zu den mysteriösen Ereignissen?

 

Haus der Stimmen ist ein Gruselthriller, der sich leider sehr zweischneidig zeigt. Auf der einen Seite lässt sich der Film zu Beginn sehr viel Zeit zur Entwicklung der Geschichte und schafft dabei eine zum Bersten angespannte Atmosphäre, andererseits verliert er sich jedoch im Finale in nicht nachvollziehbaren Wendungen und einer Überladung an Informationen, die letztendlich auf Kosten von Spannung und Verständnis gehen. So dicht und hervorragend Haus der Stimmen anfangs ist, so undurchsichtig und wirr erscheint er am Ende. Dies liegt aber keineswegs an den Darstellern des Films, die alle großartig ihre Rollen verkörpern und einen großen Beitrag zur dichten Inszenierung liefern, sondern an der im Vergleich zum Start zu hastig abgehandelten Auflösung der Geschehnisse, die noch dazu viel zu viele Fragen offen lässt. Zwar sorgt das dafür, dass man sich auch über den Film hinaus noch Gedanken über die Handlung macht, auf einen grünen Zweig kommt man letztendlich aber dennoch nicht, weil zu viele Variablen vorhanden sind, die unerklärt bleiben. Nichts desto Trotz und gerade wegen dem starken Beginn von Haus der Stimmen liefert der Film nette Gruselkost, die dank eben dieser Undurchsichtigkeit und der gekonnt geschaffenen, melancholisch-düsteren Atmosphäre zu unterhalten weiß. Abwechslungsreich und angenehm ungewöhnlich ist dabei auch, dass sich der Film nicht auf simple Jumpscares oder gar blutige Effekte konzentriert, sondern den subtilen Grusel fast gänzlich im Kopf des Zuschauers stattfinden lässt.

 

Bildergalerie von Haus der Stimmen (8 Bilder)

Das Bild der Blu-ray ist sehr gut. Die Farbgebung ist passend zur Stimmung reduziert aber immer noch natürlich und sowohl Schärfe als auch Kontrast liefern sehr schöne Werte. Der Schwarzwert ist ebenso überzeugend, auch wenn in dunklen Bereichen das stetige, sehr dezente Filmkorn ab und an etwas stärker ausfällt. Der Ton ist absolut solide und zeigt sich wo benötigt sehr atmosphärisch, wobei die hinteren Effektboxen der Surroundanlage immer wieder mit einbezogen werden. Der Score unterstützt perfekt das Geschehen und fügt sich stimmig in die Inszenierung ein. 


Das Fazit von: MarS

MarS

Haus der Stimmen liefert unterhaltsame, spannende und atmosphärisch absolut dichte Gruselkost, kann sein hohes Niveau aber nicht ganz bis Ende halten. Fast scheint es so, als hätte man zum Finale keine Zeit mehr gehabt, die eigentlich ruhige und ausführliche Inszenierung beizubehalten, denn durch die plötzlich deutlich unruhigere und überladen wirkende Abhandlung geht einfach zu viel Verständnis und Logik verloren. Dennoch ist Haus der Stimmen für Genre-Fans einen Blick wert, nicht zuletzt auch dank der tollen Kameraarbeit und den intensiv agierenden Darstellern.


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