Headshot

Headshot

Originaltitel: Fon Tok Kuen Fah
Genre: Action-Thriller
Regie: Pen-ek Ratanaruang
Hauptdarsteller: Nopachai Chaiyanam
Laufzeit: Ca. 101 Minuten
Label: Koch Media Home Entertainment
FSK 18

Headshot   09.10.2013 von Torsten

Headshot ist die Verfilmung einer Buchvorlage von Win Lyovarin, Gewinner des „Southeast Asian Writers Award“. Nun haben asiatische Filme zum einen oft den Ruf, dass sich die einzelnen Schauspieler für europäische Augen zu wenig von einander unterscheiden. Da kann bei diesem Werk aus Thailand zum Glück Entwarnung gegeben werden. Das zweite Vorurteil, dass sich Filme aus dem Osten oft einer etwas bizarren und mitunter schwer zu verstehenden Story bedienen, wird allerdings voll und ganz bestätigt. Aber schauen wir doch einmal hinein ...

 

Ein Mönch erschießt kaltblütig einen freundlich lächelnden Mann und seine beiden Begleiter. Nach einem kurzen Feuergefecht wird auch er selbst getroffen. Er liegt regungslos auf dem Boden und Blut fließt aus seinem Kopf, die starren Augen gen Himmel gerichtet. Es wird das letzte Mal gewesen sein, dass er die Welt so wahrgenommen hat, wie er es schon immer getan hat. Denn als er drei Monate später im Krankenhaus wieder zu sich kommt, nimmt er seine Umwelt nur noch auf den Kopf stehend wahr. Er beginnt nachzudenken. Über das Leben. Über sein Leben. Etwas ist gehörig schief gelaufen und er will wieder zurück auf den rechten Weg. Doch die Schatten seiner Vergangenheit holen ihn immer wieder ein.


In einer Gesellschaft, in der sich nur der Stärkere durchsetzt, wird am Ende das Böse gegenüber dem Gutem triumphieren. So steht es in dem Buch geschrieben, in dem Tul, während seines Aufenthaltes in einer Strafvollzuganstalt Thailands, liest. Ist dem wirklich so? Und konnte er überhaupt hier enden? Sein Leben als ziviler Ermittler der Polizei dümpelte vor sich hin, alles schien seinen vorbestimmten Weg zu gehen. Er hatte Erfolg und blieb sich treu. Der sture Mann verweigerte sich dabei fest der Korruption und riskierte damit sein bislang so ehrbares Leben. Er wird geködert, reingelegt und endet im Gefängnis. Sein Glaube an das System ist gebrochen, die einst bestehende Hürde von Maßregelung und Gewalt ist gefallen. Und so beschließt er, dem System den Kampf anzusagen und schließt sich als Auftragskiller einer Organisation an, die kriminelle Subjekte, die dem Gesetz ein ums andere Mal entkommen sind, liquidieren lässt. Er bekommt den Auftrag, einen Politiker auszuschalten. Seine Vorbereitung ist gründlich und er tritt sogar einem Kloster bei, um als Mönch verkleidet, seinen blutigen Auftrag auszuführen ...

 

Wie bereits der Beschreibung der Geschichte zu entnehmen ist, handelt es sich beim Konzept des Films um die nach wie vor populäre Erzählweise in Rückblenden. Doch die Sprünge in den verschiedenen Zeiten Tuls dramatischer Geschichte sind dann doch etwas komplizierter ausgefallen. Mitunter wechselt der Film sehr oft zwischen gegenwärtig erlebten Ereignissen wie auch Erinnerungen und nicht immer wird auf Anhieb zweifelsfrei klar, wann nun so ein Schnitt der Zeitleiste stattfand. Schauspielerisch kann man den Protagonisten keine groben Patzer ankreiden. Tul ist ein kühler Charakter, zu dem die etwas passive Mimik des Hauptdarstellers absolut passt. Hingegen vermissen es die Nebendarsteller dem Film etwas mehr Farbe zu verleihen. So entsteht durch die unterkühlte Mimik der Schauspieler und den melancholischen Klängen des sehr wohl gelungenen Soundtracks eine depressive und stellenweise sehr trostlose Stimmung. Stille Momente werden zudem derart lange ausgekostet, bis die Ruhe für den an Action gewöhnten Zuschauer kaum zu ertragen ist. Die deutsche Synchronisierung ist hingegen sehr gut gelungen, vor allem Tuls Synchronstimme, die zeitgleich auch den Erzähler aus dem Off mimt, glänzt durch eine harmonische Vortragsweise mit sehr angenehmen Klang. Das Bild offenbart dank Full HD-Auflösung sehr viele Details und überzeugt mit einer überdurchschnittlich scharfen Darstellung.

 

Bildergalerie von Headshot (8 Bilder)


Das Fazit von: Torsten

Torsten

Headshot erzählt die blutgetränkte, ungeschönte Geschichte eines ehemaligen Polizisten, der durch das korrupte System zum Auftragsmörder wird. Das Drama, das hinter dem Geschehen liegt, wird durch zahlreiche Rückblenden erzählt, die nicht immer auf dem ersten Blick als solche zu erkennen sind. Dadurch ist der Film keine leichte Kost, die der Zuschauer als einfacher Konsument auf sich wirken lassen könnte. Neben zahlreichen Action-Sequenzen, in denen der Einsatz von auf die Mattscheibe spritzenden Filmblut allgegenwärtig ist, gibt es auch viele in die Länge gezogene, ruhige Momente. Headshot ist ein Film mit einer interessanten Geschichte, welche stellenweise aber etwas langatmig präsentiert wird. Mehr Drama als Unterhaltung, aber durchaus sehenswert.


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