Hell On Wheels - Staffel 1

Hell On Wheels - Staffel 1

Originaltitel: Hell on Wheels
Genre: Serie
Regie: Mehrere Regisseure
Hauptdarsteller: Anson Mount
Laufzeit: Ca. 411 Minuten
Label: abc Studios

Hell On Wheels - Staffel 1   02.08.2013 von Teppich

Das Thema "Wilder Westen" wurde von der Filmindustrie über fast ein halbes Jahrhundert ausgebeutet, dass eben jenes Thema jedoch kaum von Serien aufgegriffen wurde, verwundert umso mehr. Betrachten wir zum Beispiel das letzte Jahrzehnt, so fällt mir spontan nur eine wirklich gute Serie ein und das wäre Deadwood mit Timothy Olyphant. Mit Hell on Wheels versucht sich die Kultserienschmiede AMC (Walking Dead, Breaking Bad, Mad Men) am Wilden Westen und erzählt die Geschichte des Eisenbahnbaus. Was zunächst nach Eisenbahnromantik klingt, kommt jedoch ganz anders....

 

Der Plot rund um Hell on Wheels ist schnell erzählt: Lincoln ist gestorben, der Bürgerkrieg vorbei! Wir befinden uns im Jahr 1865 und die Vereinigten Staaten, diesmal wirklich "vereinigt", erholen sich vom Krieg. Im Zuge der Westernisierung soll eine neue Eisenbahntrasse quer durch das Land gebaut werden, und der Trasse folgen Männer und Frauen mit den unterschiedlichsten Motiven. Da wäre zum Beispiel Cullan Bohannon (Anson Mount), der Rache für die Ermordung seiner Frau durch Soldaten der Union sucht. Daneben steht Lily Bell (Dominique McEligott), eine vor kurzen verwitwete Frau, die als Landvermesserin beim Bau der Eisenbahn behilflich ist. Hinzu kommt der nun freie Sklave Elan Ferguson (Common), der auf der Suche nach Respekt ist, in einem Land, das ihm keinen Respekt zollen möchte. Zu guter Letzt wäre da noch Thomas "Doc" Durant (Colm Meaney), Investor der Eisenbahntrasse. 

 

Angesiedelt in der Zeit nach dem Sezessionskrieg, bietet die Serie alleine schon genug Stoff für ein ordentliches Drama, mit viel politischem Einfluss und einer gehörigen Geschichtsstunde für den Zuschauer. Hier geht es vor allem um die Anerkennung der Schwarzen aus dem Süden, die vorher ein Leben als Sklaven verbringen mussten. Diese Problematik spiegelt sich vor allem in Elan Ferguson wieder, der als ehemaliger Sklave auf der Suche nach Anerkennung ist. Und hier geht es fast schon nur um die alltäglichen Dinge wie zum Beispiel das Recht auf Arbeit. Aber es gibt auch noch ältere Konflikte, die tief in der amerikanischen Geschichte verwurzelt sind. Joseph Black Moon (Eddie Spears) ist ein Indianer, der versucht die beiden Welten in Einklang zu bringen, letztendlich jedoch scheitert. Denn leider soll die geplante Eisenbahntrasse durch ein Gebiet der Indianer laufen. Diese sind natürlich nicht überzeugt von der Idee, dass ein "Eisernes Pferd" ihre Lande durchquert. Die Serie arbeitet also bereits bekannte Probleme des "Wilden Westens" auf und kritisiert dabei dezent, ohne es zu offensichtlich zu gestalten.

 

Hell on Wheels ist nun nicht genau meine Definition einer historisch akkuraten Serie, dafür wirken zuviele Kommentare und Szenen zu deplatziert. Dennoch belebt Hell on Wheels ein Genre, das verschollen und totgeglaubt war. Für wie lange, das bleibt jedoch fraglich, denn bisher hakelt es bereits an der kommenden dritten Staffel der Serie. Diesmal jedoch nicht aufgrund der fehlenden Quoten, sondern aufgrund der Abstinenz eines Showrunners.

 

Bildergalerie von Hell On Wheels - Staffel 1 (10 Bilder)

 

Fernab der Probleme, mit denen Hell on Wheels ohnehin schon zu kämpfen hat, ist es durchaus eine Serie, die man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte. Sie bietet eine solide Mischung aus Action und Drama, wirkt dabei jedoch nie wirklich aufgesetzt. Die Szenerie ist beindruckend, besonders wenn man bedenkt, dass die Serie nicht im "Wilden Westen", sonder in der kanadischen Provinz Alberta gedreht wurde. Die erste Staffel ist von Anfang bis Ende konsequent durchgesetzt, narrativ gestaltet und lässt den Zuschauer niemals von der Hand. Sie ist sowohl als Blu-ray als auch als DVD erhältlich. Im Test befand sich die Blu-ray-Fassung, die sich durch ein einwandfreies und rauschfreies Bild auszeichnet. Beide Tonspuren, sprich Deutsch DTS 5.1 und Englisch DTS 5.1, laufen hervorragend, wobei ich die englische  Tonspur - rein subjektiv  - bevorzuge. Leider muss ich aber von den deutschen Untertiteln abraten, da stellenweise falsche Übersetzungen die Dialoge sowie die daraus folgenden Konsequenzen verfälschen.

 

Episodenguide:

 

  • Pilot
  • Immoral Mathematics
  • A New Birth of Freedom
  • Jamais je ne t'oublierai
  • Bread and Circuses
  • Pride, Pomp and Circumstance
  • Revelations
  • Derailed
  • Timshel
  • God of Chaos

Das Fazit von: Teppich

Teppich

Die erste Staffel Hell on Wheels belebt prompt ein Genre, von dem ich bereits dachte, es wäre ausgestorben. Klar, Justified schielt in eben jene Richtung, spielt aber dennoch in unserer Zeit. Hell on Wheels bietet hingegen wieder durchdachte und fast schon akkurate Western-Unterhaltung, wie ich sie seit Deadwood nicht mehr gesehen habe. Vor allem die Zeit nach dem Sezessionskrieg bietet genug Stoff und vor allem genug Konflikte, um das Serienformat zu füllen. Denn hierbei handelt es sich um eine Zeit der Veränderungen, des Fortschritts und des moralischen Wandels innerhalb der amerikanischen Gesellschaft. Und wer hätte gedacht, dass der Bau einer Eisenbahntrasse so spannend sein könnte! 


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