Home Invasion - Der Feind in meinem Haus

Home Invasion - Der Feind in meinem Haus

Originaltitel: Dans ton sommeil
Genre: Horror/Thriller
Regie: Caroline du Potet • Éric du Potet
Hauptdarsteller: Anne Parillaud • Arthur Dupont
Laufzeit: Ca. 83 Minuten
Label: Koch Media Home Entertainment
FSK 18

Home Invasion - Der Feind in meinem Haus   25.06.2012 von Beef Supreme

Im Jahr 2010 erschien mit In their Sleep das Erstlingswerk von Eric und Caroline du Potet. Koch Media bringt nun den Film unter dem Namen Home Invasion erneut in die deutschen Videoregale. Ein Schelm, wer dabei an Irreführung denkt. Doch schauen wir zunächst einmal, was der Streifen so taugt. Franzosen sind ja nicht erst seit Inside oder Martyrs für eine härtere Gangart bekannt. Und auch hier stehen die Vorzeichen nicht schlecht, selbst wenn das Cover in Sachen Hitman und Frontier(s) nicht unbedingt die Wahrheit spricht.


Wie so oft beginnt auch hier alles in einem sehr abgelegenen Häuschen mitten im französischen Nirgendwo. Sarah wohnt mit ihrem Mann und ihrem Sohn in einem noch nicht fertiggebauten Domizil. Problem dabei ist, dass Sohnemann von der derzeitigen Wohnsituation nicht angetan ist und abzuhauen versucht. Dabei unterläuft ihm ein kleines Missgeschick und er spießt sich selbst auf den Stahlstangen eines unfertigen Mäuerchens auf. Noch undeutlich nuschelnd haucht er auf dem Betonstück sein Leben aus. Diese Tragödie verkraftet die nun dezimierte Familie nicht, was dazu führt, dass nun Nicht-mehr-Papa stehenden Fußes auszieht und eine gebrochene Sarah zurückbleibt.


Ein Jahr später. Als Krankenschwester bringt’s Sarah nicht mehr, lässt sie doch aufgrund ihrer Depressionen die Patienten fast verrecken. Also wird sie erst einmal zwangsbeurlaubt. Auf dem Weg in die selbst erwählte Einsamkeit in der Pampa fährt sie den schnieken Artur, einen jungen Burschen, der aus dem Wald hüpft, über den Haufen. Dieser erklärt ihr, dass ihr ein ihm nicht wohlgesonnener Bandit auf den Fersen ist und heißt die gute Sarah an, das Pedal gen Bodenblech zu nageln. Daheim angekommen dauert es auch nicht lange, bis der nicht nette Mensch mit unlauteren Absichten sich Zutritt in Sarahs Semi-Ruine verschafft und ihren Schädel fachgerecht gegen den Estrich donnert. So entbrennt eine zünftige Hetzjagd auf Artur. Doch die Fronten sind nicht so geklärt, wie sie zu Anfang scheinen.


Der Film beginnt schon mal ganz französisch mit einem explizit dargestellten Todesfall, ein Pluspunkt auf den ersten Metern. Danach nimmt er sich zunächst mit explizitem Gesuppe zurück, wird aber dafür richtig spannend. Artur, ein Waschlappen wie er in der französischen Anleitung für korrekte Flucht steht, sieht man direkt an, dass mehr hinter dieser verweichlichten Visage steckt. Und schon überrascht der erste Plottwist, welcher perfekt platziert wurde und unerwartet zuschlägt. In their Sleep schafft es durchgängig, eine bedrohliche Atmosphäre zu erzeugen und spannend zu bleiben. Die Handlung an sich wird niemanden vom Hocker reißen, dafür wurde sie so oder so ähnlich zu oft durchgekaut, aber dafür ist eigentlich nie voraussehbar, was als Nächstes passiert. Im letzten Drittel nimmt die Handlung aber eine nicht ganz passende Wendung vor, die ich hier nicht näher beschreiben möchte, da ich sonst zu viel verraten würde. Hier sei das Stichwort alternatives Ende genannt. Dies fällt aber nicht wirklich ins Gewicht, bleibt der Film dabei trotzdem spannend und interessant.

 

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Obwohl hier mit sehr wenigen Darstellern ausgekommen wird, machen diese ihre Sache ausgezeichnet und lassen nie Lücken oder Durchhänger zurück. Sarah gibt genau die Frau, die man nach so einer Tragödie wie der ihren erwarten würde. Ein Lob geht hier ausdrücklich an Artur, den man so richtig klasse und mit Inbrunst hassen kann. Die wenigen verbleibenden Darsteller, auch wenn sie nicht sehr lange vorkommen, leisten ihr Übriges, um darstellerisch den Streifen abzurunden. Auch ein paar richtig gemeine Morde werden die Netzhaut vom blutdurstigen Pack verzücken. Handwerklich einwandfrei und auch hier gilt das Prädikat französisch und gemein. Nicht unbedingt das Härteste, was man je gesehen hat, aber knackig und hübsch unter die Gürtellinie. Nur schade, dass es nicht mehr Statisten in den Leichensack geschafft haben, denn nach den ersten Schlitzereien dauert es eine ganze Weile, bis endlich mal wieder einer draufgeht. Insgesamt betrachtet fällt das aber angesichts der weiteren Qualitäten kaum ins Gewicht. Das Ende entschädigt dann auch ein wenig, selbst wenn keine halbe Stadt ihr Ende findet.


Zum technischen Aspekt lässt sich hier wenig sagen, stand mir nur ein Pressemuster ohne Menü, Extras, Tonspur etc. und in nicht endgültiger Qualität zur Verfügung. Ich wage aber eine vorsichtige Prognose, dass die finale Bildqualität sich durchaus sehen lassen kann, denn schon hier wirkt das Bild sauber und hochwertig. Auch sind die deutschen Stimmen durchaus hörbar.


Das Fazit von: Beef Supreme

Beef Supreme

Unter Freunden verzeiht man schon mal kleine Lügen. Auch wenn hier nicht die Macher von Frontier(s) und Hitman am Werk waren und auch wenn der Film vor zwei Jahren unter einem anderen Namen bereits erschienen ist, macht Home Invasion „richtig Spaß“. Hassenswerte Charaktere, dreckige, handwerklich gelungene Morde, eine sehr gelungene Atmosphäre und durchgängige Spannung machen den Film wirklich sehenswert. Zum Schluss hin geht ihm zwar etwas die Puste aus und auch hier lassen sich nicht alle Logiklücken wegignorieren, doch habe ich schon weit schlechtere Erstlingswerke gesehen.


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