How to sell a Tit Wonder

How to sell a Tit Wonder

Originaltitel: -
Genre: Dokumentation
Regie: Steffen Jürgens • Rüdiger Heinze
Hauptdarsteller: Martin Baldauf • Lolo Ferrari • Ashley Bond
Laufzeit: 86 Minuten
FSK 16

How to sell a Tit Wonder   08.02.2009 von derstefan

Ein Dokumentarfilm der etwas anderen Art: Hier wird Wirklichkeit zur Komödie. Euch erwarten Einblicke in das Leben eines verschrobenen Managers, der mit all seinen beschränkten Mitteln versucht, Erotik C-Promis zu vermarkten und sich dabei selbst gern in den Mittelpunkt stellt.

 

Ich bin eine Nervensäge.
Ich bin penetrant.
Ich bin hyperaktiv.
Ich bin fürchterlich nervös.
Ich bin der jüngste Manager Europas.

 

So beschreibt sich der C-Promi Manager Martin Luigi Baldauf, der von Ende der 90er Jahre bis zu ihrem Tod im Jahr 2000 der Manager des Busenwunders Lolo Ferrari war. Der Regisseur Steffen Jürgens begleitet den zu Beginn seiner Karriere 22-Jährigen auf seiner „Tour de Force“ durch den Mediendschungel und gibt einen Einblick in den chaotischen Alltag eines überforderten und auf seltsame Art faszinierenden Menschen.

Zu Beginn des Films wird unser „Held“ beim Schmettern eines italienischen Schlagers gefilmt. Das Fremdschämen beginnt... Die arme Lolo sitzt mit ihm im Auto und lässt sich zu einem „glamourösen“ Auftritt in einer Disco fahren. Ihre einzige Leistung ist es dabei, die auf 130 cm hochgelevelte Oberweite zu zeigen und dabei nicht nach vorne umzufallen. Es geht weiter mit der Organisation von absurden Talkshowauftritten bei Arabella Kiesbauer und Sonja Zietlow, wobei nicht unbedingt sein Management-Objekt Lolo die Hauptrolle spielt sondern er selber. Wir müssen dabei zusehen, wie es dabei um das Erotik-Sternchen trotz steigendem Medieninteresse immer schlechter steht und ihr Tod im Jahre 2000 den hypergestressten Manager vor ein Problem stellt: Ein neues großbusiges Zugpferd muss her...


Nur kurze Zeit nach Ihrem Tod wird ein englisches Busenwunder namens Ashley Bond eingeflogen um zu sehen, ob Sie es mit dem chaotischen Impresario länger aushält und eine Zusammenarbeit möglich ist. 5 Tage lang wird Sie durch die chaotische und vollkommen realitätsfremde Baldauf-Marketingmaschine gezogen. Man kann es nie wirklich begreifen, wie es dieser von Profilneurose geplagte Mensch schafft, andere Menschen mitzureißen und sie zu Dingen zu überreden, die Sie sonst nie im Leben tun würden. Wir sehen, wie er Jürgen Drews zu einem Foto-Termin mit Ashley an der Autobahnraststätte Pforzheim überredet. Hier macht auch gerade ein Trupp älterer Herren Halt, die sich zusammen mit dem König von Mallorca und der englischen Melonen-Verkäuferin ablichten lassen. Unterirdischere Promotion-Touren gibt es wohl kaum, aber im Laufe des Films gewöhnt man sich auch an so etwas.

Ein weiteres Glanzlicht ist sicherlich ein exklusives Fotoshooting an der Alster, bei dem Baldauf gleich mehreren Zeitungen Exklusivrechte eingeräumt hat, was in eindeutigen Unmutsäußerungen dieser Fotografen gipfelt. Zusätzlich zu diesem Unvermögen handelt er sich dabei noch Ärger mit seinem potentiellen neuen Star ein, weil im Vorvertrag so etwas nicht geregelt war.


Das Fazit von: derstefan

derstefan

Man mag es kaum glauben, aber dieser Film ist eine Dokumentation. Es wird zu keiner Minute langweilig, man hat jede Menge Spaß an der Art, wie der Regisseur seinem Hauptcharakter dicht auf die Pelle rückt. Hier werden wirklich alle Facetten des Lebens von Martin Baldauf beleuchtet und es wird nichts beschönigt. Die Grenze des guten Geschmacks wird dabei vom Regisseur wie auch dem Hauptdarsteller oft sehr unterhaltsam überschritten. Doku-tainment at its best!


Die letzten Artikel des Redakteurs:




Kommentare[X]

[X] schließen