I am a Hero

I am a Hero

Originaltitel: I am a Hero
Genre: Horror
Regie: Shinsuke Sato
Hauptdarsteller: Masami Nagasawa • Kasumi Arimura • Miho Suzuki
Laufzeit: DVD (121 Min) • BD (126 Min)
Label: Kazé Anime Studio
FSK 16

I am a Hero   25.11.2017 von LorD Avenger

Hideo Suzukis Leben läuft miserabel - erst geht seine Karriere den Bach runter, anschließend seine Beziehung und zu guter Letzt auch noch die gesamte Welt! Eine Epidemie breitet sich aus, die die Menschen in fleischfressende Zombies verwandelt...

 

I am a Hero basiert auf dem gleichnamigen Manga von Kengo Hanazawa, der von 2009 bis 2017 verlegt wurde und 22 Bände zählt. Ähnlich wie in den meisten Zombiefilmen, die ihre Geschichte von Anfang an erzählen, beginnen wir vor dem Ausbruch der Epidemie und begleiten den erfolglosen Manga-Zeichner Hideo durch sein in Trümmern liegendes, deprimierendes Leben. Es braucht aber nur eine Nacht und schon wird alles anders - aus dem niedergeschlagenen Mangaka ohne Geld und Frau wird ein Überlebenskämpfer mit dezent heldenhaften Tendenzen.

 

Wie vom klassischen und ausgelutschten Zombiefilm gewohnt, verläuft die Rahmenhandlung mit denkbar wenigen Überraschungen und nach gewohnten Mustern: Die Epidemie bricht aus, verbreitet sich, der Protagonist flieht, trifft auf andere Überlebende, er verschanzt sich sogar in einem Einkaufscenter - klassischer geht es im Zombie-Genre ja fast nicht. Dennoch fasziniert der Film mit innovativen und cleveren Ideen, die ihn auch für Kenner zu etwas ganz Besonderem macht. Gerade die Gestaltung der Untoten springt vollkommen aus dem Rahmen. So fallen die Infizierten beispielsweise nicht einfach irgendwann tot um und kehren anschließend als willen- und hirnlose Tötungsmaschinen zurück, sondern schalten ab einem gewissen Zeitpunkt um, die Augen wandern nach außen und die Blutlust setzt ein. Das Hirn schaltet aber nicht vollkommen auf animalische Urinstinkte zurück, denn die meisten der Zombies können noch im Gedächtnis festgefahrene Sätze wiedergeben - an ihrem Fressverhalten ändert das zwar nichts, beim Zuschauer aber augenblicklich nahezu alles, das sie über Zombies zu wissen glaubten. Auch fließt bei den Bewegungsmustern eine gehörige Portion des japanischen Horror-Genres mit ein - der erste Zombie, den Hideo im Film trifft, bietet gleich die gruseligste Szene im Film, nur aufgrund ihrer spinnenhaften, geradezu besessenen Bewegungen.

 

Die Geschichte ist, wie schon erwähnt, in ihrer Rahmenhandlung betrachtet nichts Besonderes. Die typische Flucht aus der Stadt, das Treffen anderer Überlebender, das Auskommen in einem abgelegenen Outlet-Einkaufscenter, das zugleich rettender Hafen und Todesfalle ist und wo die Menschen entweder verängstigt oder diktatorisch veranlagt sind. Besonders wird es dann aber wieder durch typische Manga-Elemente, wie Menschen, die zwar infiziert wurden und sich auch verwandelt haben, allerdings komplett andere Verhaltensmuster aufweisen, die zwar unberechenbar, aber doch eher nützlich als gefährlich sind. Auch die verbleibenden Charakterzüge bei den Zombies machen diese nicht nur zu einer stöhnenden homogenen Masse, sondern zu spannenden, einzigartigen Monstern, die die gesamte Handlung drehen können. Auch optisch macht sie das wesentlich interessanter - der athletische Hochsprung-Zombie, der immer wieder mit einem Affenzahn Anlauf nimmt, springt und mit seinem Schädel landet, der bereits bis zur Hälfte eingedrückt ist, hat sowohl etwas Witziges als auch etwas ziemlich Unheimliches.

 

Bildergalerie von I am a Hero (4 Bilder)

Ganz hoch rechne ich dem Film aber an, dass er meine Meinung über die japanische Filmindustrie gehörig gewandelt hat, von der ich bisher nicht sonderlich viel hielt außerhalb von Animes. Die Effekte sind großartig und tragen gehörig zu der schaurigen Horrorstimmung bei, genau wie die blutigen Splattereffekte Spaß machen. Am meisten Eindruck hinterließen aber die schauspielerischen Leistungen. Nachdem Filme wie Shin Godzilla immer wieder in Erinnerung rufen, wie befremdlich die darstellerischere Art von asiatischen Schauspielerin ist, so wirkte die Leistung in I Am a Hero beinahe schon amerikanisch. Erstklassige deutsche Synchronsprecher machen die Eingewöhnung noch einfacher.


Das Fazit von: LorD Avenger

 LorD Avenger

I Am a Hero krempelt das Zombie-Genre nicht vollkommen um, zeigt aber sehr clever, wie man doch noch gehörig frischen Wind in jahrzehnte-alte Ideen bekommt. Großartige Splatter-Effekte, gepaart mit einzigartigen Zombies, die sich durch ihre Art auszeichnen und nicht nur durch ein aufwändiges Make-Up wie in The Walking Dead. Gute, beinahe schon amerikanisch wirkende Darsteller machen die Manga-Verfilmung in Verbindung mit japanischen Gruselelementen zu einer einschlagenden Mischung aus Humor und wirklich unheimlichen Horror, ohne in den Klamauk von einem Shaun of the Dead abzurutschen.


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