Inazuma Eleven Strikers

Inazuma Eleven Strikers

Publisher: Nintendo
Entwicklerstudio: Level-5
Genre: Rollenspiel
Sub-Genre: Taktik-Rollenspiel
Art: Fullprice
Erscheinungsdatum: 28.09.2012
USK 6

Inazuma Eleven Strikers   29.11.2012 von BeN

Fußballsimulationen sind schon lange nicht mehr aus der Videospiel-Branche wegzudenken. Doch warum muss es immer eine "Simulation" sein? Inazuma Eleven Strikers schlägt in eine andere Kerbe als die herkömmlichen Fußball-Ableger. Als ich den neuen Wii-Titel das erste Mal gespielt habe, musste ich sofort an die bekannte japanische Zeichentrickserie Die Kickers denken. Ob sich der neuste Titel aus dem Hause Nintendo mit einer so grandiosen Serie gleichsetzen darf, erfahrt Ihr natürlich in unserem Review.

Portierung auf die Nintendo Wii.


Die erste Trilogie der Inazuma Eleven Geschichte tummelte sich noch auf dem Nintendo DS herum und kombinierte gekonnt Aspekte einer Fußballsimulation und eines Rollenspiels. Man erlebte die Handlung in der Gestalt des Protagonisten Mark Evans. Zusammen mit seinen Freunden spielte er für die Fußballmannschaft der Raimon Junior High. Zwar fehlt der besagten Mannschaft zu Beginn der Handlung jede Motivation, doch Mark haucht dem Team neue Motivation ein. Nein, dass erinnert nicht nur Euch sehr an Die Kickers. Zum Ende der Handlung wird die Mannschaft zum besten Nachwuchsteam Japans gekürt. Soweit kamen die Episoden der Kickers ja leider nie.




Die Portierung auf die heimische Nintendo Wii bezieht sich allerdings sehr wenig auf die eigentliche Handlung. Bei diesem Teil wurde nämlich auf den gewohnten Storymodus verzichtet. Allerdings sind die altbekannten Mannschaften wieder mit von der Partie. Euch stehen vier verschiedene Spielmodi zur Auswahl. Entweder Ihr startet ein schnelles Spiel, nehmt an einem Turnier teil oder erstellt Eure eigene Mannschaft. Besagte eigene Mannschaft könnt Ihr dann über Turniere zur Meisterschaft führen. Dazwischen könnt Ihr noch an diversen Minispielen teilnehmen und Vertrauen oder Technikpunkte für Eure Mannschaft verdienen. Außerdem gibt es den sogenannten Clubhaus-Modus. In diesem reist Ihr mit Eurer Mannschaft quer durchs Land und bestreitet Turniere. Es handelt sich hierbei also quasi um einen Story-Modus für Arme.


Bevor der Spielspaß allerdings erst so richtig losgehen kann, werden Euch noch diverse Tutorials vorgeschlagen. Diese erklären in unzähligen Textpassagen, wie Ihr Pässe spielt oder Tore schießt. Da die Steuerung jedoch sehr einsteigerfreundlich ist, kann man sich die Tutorials eigentlich sparen. Selbst Genre-Neulinge werden den Dreh sehr schnell raus haben, zumal das Spielprinzip leider sehr monoton ist.


Aus alt mach neu.


Der wirkliche Unterschied im Vergleich zu den Vorgängern auf dem Nintendo DS liegt im Gameplay. Beispielsweise wurde die Spielmechanik verändert, womit wesentlich mehr Geschwindigkeit und Action erzeugt werden. Leider konnte dies nur auf Kosten des Rollenspiel-Aspektes geschehen.




Die Möglichkeiten ein Tor zu erzielen sind sehr eingeschränkt. Entweder Ihr nutzt eine Eurer Spezialfähigkeiten oder den normalen Schuss. Leider ist der Letztere nahezu nutzlos und es läuft meistens auf eine Spezialfähigkeit hinaus. Hierbei handelt es sich um die altbekannten Fähigkeiten aus den diversen DS-Ablegern.


Eine signifikante Neuerung betrifft das Verteidigen. Denn auch dort sind nun Spezialfähigkeiten möglich. Drückt dazu einfach die jeweilige Taste um den Bereich um Euren Spieler zu aktivieren. Betritt nun einer der gegnerischen Spieler diesen Bereich, wird automatisch eine Spezialfähigkeit eingeleitet. Wirklich viele Veränderungen gab es also nicht, dennoch wirkt das gesamte Gameplay schneller und wesentlich actionreicher.


Wie Euch sicher schon aufgefallen ist, benutze ich sehr oft das Wort Spezialfähigkeit. Das liegt einerseits daran, dass mir kein passendes Synonym dazu einfällt, aber auch an dem hochfrequentierten Vorkommen im Spiel. Natürlich wird jede Spezialfähigkeit mit einer Zwischensequenz eingeleitet, was auf Dauer den Spielfluss erheblich stört. Je nach Schwierigkeitsgrad flimmert aller 10 bis 20 Sekunden eine Animation über Euren Fernseher. Die teilweise plumpe Steuerung kommt erschwerend hinzu.



Bildergalerie von Inazuma Eleven Strikers (11 Bilder)

Verlieren wir noch ein paar Sätze zu der medialen Präsentation. Diese gestaltet sich ganz Wii-typisch. Der Titel erinnert auch hierbei an Die Kickers und kommt wirklich sehr charmant rüber. Die Charaktere sind detailfreudig gestaltet und im Stil eines Comics gehalten. Leider haben die Stadien und Hintergründe nicht so viel Aufmerksamkeit bekommen. Diese sind nämlich sehr verbesserungswürdig, auch für Wii-Verhältnisse. Dazu kommt ein leichtes Kantenflimmern, was für heutige Verhältnisse einfach nicht mehr akzeptabel ist. Die musikalische Untermalung passt sich gekonnt in das Gesamtbild ein. Auch besitzt Inazuma Eleven Strikers eine komplette deutsche Vertonung.


Genretypisch entfaltet Inazuma Eleven Strikers sein wahres Potenzial erst im Multiplayer-Modus mit Freunden. Leider hat der Single-Player-Modus durch das Fehlen einer Handlung seine komplette Motivation eingebüßt. Dies tut dem Multiplayer aber keinen Abbruch, dieser macht nämlich richtig Spaß. Ihr könnt mit bis zu 4 Spielern Turniere bestreiten oder das schnelle Spiel suchen. Leider besitzt der Titel aus dem Hause Nintendo keinen Online-Multiplayer. Dieser hätte dem Spiel wirklich sehr gut getan und die Wertung wahrscheinlich deutlich nach oben getrieben. So bleibt es leider nur eine unterdurchschnittliche Arcade-Fußballsimulation die gegen Mario Strikers: Charged Football abstinkt.


Das Fazit von: BeN

BeN

Leider kann der neue Wii-Ableger Inazuma Eleven Strikers nicht an die Vorgänger auf dem Nintendo DS herankommen. Zwar bietet der Arcade Kicker weiterhin eine charmante Grafik und gekonnte Vertonung, dafür wartet er ebenso mit Kantenflimmern, einer plumpen Steuerung, einer fehlenden Handlung und weiteren negativen Aspekten auf. Insgesamt kann das Spiel daher nicht überzeugen. Ebenso bietet es kaum wesentliche Neuerungen, warum also zu dem neuen Titel greifen? Entweder Ihr bleibt bei der ursprünglichen Serie auf dem DS oder greift zur Genrekonkurrenz Mario Strikers: Charged Football.


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positiv negativ
  • Charmante Grafik
  • Einsteigerfreundliches Gameplay
  • Bekannte Charaktere der Serie
  • Bonusmaterial enthalten
  • Passende Vertonung
  • Fehlender Storymodus
  • Kantenflimmern
  • Altbackene Grafik
  • Keinen Onlinemodus
  • Teils plumpe Steuerung
  • Sehr wenig Langzeitmotivation





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