Injustice: Götter unter uns

Injustice: Götter unter uns

Publisher: Warner Bros.
Entwicklerstudio: NetherRealm Studios
Genre: Action
Sub-Genre: Prügelspiel
Art: Fullprice
Erscheinungsdatum: 19.04.2013
USK 16

Injustice: Götter unter uns    28.05.2013 von GloansBunny

Wonder Woman muss ihr hübsches Näschen tamponieren, Green Lantern hat ein blaues Auge und die große Klappe von The Flash ziert eine hübsche Zahnlücke... Wenn Superhelden eins auf die Mütze bekommen kann das nicht mit rechten Dingen zugehen. Mit Injustice - Götter unter uns lernen die beliebtesten DC-Comicfiguren, was es heißt, Prügel zu kassieren...

 

Metropolis, einst Heimatstadt von vielen Millionen Menschen, ist zerstört. Ihr Beschützer, Clark Kent alias Superman, hat versagt. Ehemals glanzvolle Hochhausfassaden liegen in Trümmern und bilden mit den zerfetzten Straßenzügen ein schauriges Bild der Verwüstung. Unzählige Leichen säumen die brennenden Staubschluchten, während vereinzelt Überlebende panisch über sie hinweg stolpern. Inmitten dieses Chaos prangt wie ein Mahnmal ein gewaltiger Betonklotz, dessen mit Stacheldraht besetzte Mauern völlig unversehrt zu sein scheinen: Das Hochsicherheitsgefängnis von Metropolis. Hämisches Gelächter dringt durch die trostlosen Gänge. Der Joker, seines Zeichens Erzfeind von Batman und extrem gefährlicher Terrorist, sitzt gefesselt auf einem Stuhl. Sein irrer Blick trotzt den dunklen Augen des vor ihm Stehenden. "Wie bist du an die Atombombe gekommen?" fragt dieser. Kein Geringerer als Batman höchstselbst ist es, der sich bedrohlich vor dem Joker aufbaut. Doch statt einer Antwort erntet der Schwarze Ritter nur wirre Floskeln. Just als sich seine Ungeduld in blanke Wut wandelt, wirft eine gewaltige Druckwelle Batman zur Seite. Sein Blick fällt auf ein von roher Gewalt erzeugtes Loch in der Gefängniswand hinter ihm. Clark Kent schwebt, bekleidet mit seinem rot-blauen Superman-Kostüm, herein, direkt auf den Joker zu. "Du hast meine Heimat zerstört, du hast alles zerstört, was mir wichtig ist. Du verdammter Narr. Du hast MICH zerstört!" Mit aus tiefstem Hass glühenden Augen packt der gebrochene Retter seinen Widersacher, blind vor Rachsucht und unaufhaltsam. Das grollende "Superman, nicht! Er weiß, wer die anderen Atombomben hat!" sind die letzten Worte, die der Joker hört, bevor sein hämisches Gelächter für immer verstummt und die Riege der Superhelden sich entzweit...

 

Steuerung und Sound: Man muss kein Superheld sein, um die Welt retten zu können...

 

Das Tastenlayout von Injustice - Götter unter uns ist simpel und gut strukturiert. Via Analogstick wird der Kämpfer auf zwei Dimensionen in den Arenen bewegt, in eine defensive Haltung gebracht oder Spezialmanöver eingeleitet. Das Digikreuz erfüllt den gleichen Zweck, reagiert aber im Vergleich zum direkten Stick eher unpräzise und schwammig. Die Aktionstasten sorgen für den nötigen Rumms: Leichte, mittlere und schwere Schläge, Tritte sowie charakterspezifische Power-Angriffe aller Formen und Farben werden genretypisch mit der rechten Hand vom Spieler ausgeführt. Auf den Schultertasten befinden sich Funktionen wie etwa rutschen oder Interaktion mit dem dynamischen Leveldesign. Alles in allem erweist sich die Steuerung von Injustice - Götter unter uns als leicht erlernbares, gut durchdachtes Schlaginstrument, das zwar etwas Training, aber keineswegs komplizierte Fingerakrobatik-Künste erfordert. Auch Neulinge im Beat-'em-Up-Genre beherrschen nach kurzer Zeit das präzise und flüssige Tastenlayout, das den Spassfaktor enorm in die Höhe treibt.

 

Die akustische Inszenierung von Injustice - Götter unter uns geht ins Ohr und bleibt im Kopf. Der rockige, motivierende Soundtrack treibt den Spieler an und trägt erheblich dazu bei, dass die virtuellen Fetzen fliegen. Umgebungs- und Kampfgeräusche sind stimmig platziert und im wahrsten Sinne äußerst schlagkräftig. Besonders gut aber ist den Warner-Studios die Synchronisation der Charaktere gelungen. Egal ob Originaltonspur oder deutsche Vertonung, auf die Auswahl von emotionalen und glaubhaften Sprechern wurde viel Wert gelegt. Kleinere Fehler in der Lippensynchronität lassen sich dank toller Dialoge im typischen DC-Comic-Stil und mitreißender Gefühlsregungen dabei leicht verschmerzen. Die so erzeugt Atmosphäre ist ein wahres Freudenfest, sowohl für Freunde der Comics als auch für Liebhaber gut gesprochener Dialoge.

 

Bildergalerie von Injustice: Götter unter uns (19 Bilder)

Grafik und Gameplay: Voll auf die Zwölf, mein lieber Superheld...!

 

Visuell präsentiert sich der Comichelden-Prügler in mehr als ordentlicher Verfassung. Gestochen scharfe Texturen, hübsche Licht- und Schatteneffekte sowie realistische Kämpferanimationen sind im laufenden Spiel ein wahrer Hingucker. Die dynamischen, zerstörbaren Kulissen sind abwechslungsreich designt und sehr lebendig animiert. Von Bathöhle über Hochhausdach bis hin zu verdreckten Hinterhöfen gibt es für Genrefans vieles zu entdecken und vor allem zu zerstören. Injustice - Götter unter uns sieht super aus und wird seinen Comicgenen durchaus gerecht. Umso verwunderlicher ist es, dass die Zwischensequenzen im Gegensatz zur Ingame-Grafik verwaschen und etwas unscharf daher kommen. Die Unreal Engine 3.5 lässt ihre Muskeln mit scharfen, stabilen 60 Bildern pro Sekunde spielen, kann aber in den inhaltsstarken Videos nicht ganz so glänzen wie im aktiven Spielverlauf. Dem Spielspass und dem bombigen Grafik-Gesamteindruck schadet dieses kleine Manko allerdings überhaupt nicht. Toll, was die NetherRealm Studios optisch aus den prestigeträchtigen Superhelden gemacht haben!

 

Eine imposante Rahmenhandlung, flüssiger Spielverlauf, charismatische Charaktere und ansprechend inszenierte Videos zeichnen den rund fünf Stunden umfassenden Story-Modus aus. Da simples Knöpfchendrücken bei Injustice - Götter unter uns meist zum virtuellen Ableben führt, lehrt das hier integrierte Tutorial Neulingen wie erfahrenen Konsolenschlägern systematisch, wie Kombos, Spezialattacken und Kulissenintegration funktionieren. Von imposanten Bildern und einer komplexen, aber spannenden Story flankiert werden die über 24 spielbaren Comicfiguren Schritt für Schritt ins Spielgeschehen integriert und so dem Spieler schmackhaft gemacht. Stimmig ins Spiel integrierte Spezialmanöver samt gelegentlicher  Minigame-Einlagen bringen zusätzlichen Schwung in die kurzweiligen Prügelorgien und sorgen bei Kennern der Helden für freudig glänzende Augen. Wenn Batman auf ein paar kombinierte Knopfdrücke mit Batarangs um sich wirft, Hawkgirl sich im Sturzflug falkengleich auf ihren Gegner stürzt oder Catwoman elegant die Peitsche schwingt, ist die typische Helden-Stimmung perfekt. Und die Superkombos, die mit aufgeladener Energieleiste ausgelöst werden können? Die werden bei Fans zu noch mehr als feuchten Augen führen. Herrlich übertriebene, bombastische Ultra-Attacken wie etwa die von Aquaman beschworene apokalyptische Flutwelle samt gefräsigem Hai oder das entfesselte, pfeilschnelle Batmobil mit Rammbock-Allüren sind ein Garant für stundenlangen Spielspaß.

 

Hat man seinen persönlichen Lieblingshelden oder auch Superschurken gefunden, darf man im S.T.A.R-Lab-Modus dessen Fähigkeiten bis an die Grenzen testen und verbessern. Neben den bekannten Cape-Trägern wie Superman und Batman oder den Kampf-Grazien Catwoman und Wonder Woman haben beispielsweise auch Nightwing, Green Arrow oder Cyborg ruhmreiche Auftritte zu verbuchen. Mit dem Joker, Bane, Ares, Sinestro und acht weiteren DC-Fieslingen summiert sich die Anzahl von spielbaren Charakteren auf insgesamt 24 Kämpfer. Die individuell auf die jeweilige Figur zugeschnittenen Herausforderungen des Battle-Mode im Minigame-Stil sind fordernd, machen aber enorm Spass und sorgen zudem für weitere optische Highlights wie freischaltbare Kostüme und Kulissen. Der Battle-Mode hat es in sich und stellt selbst erfahrene Spieler vor große Aufgaben. Enorm kurze Zeitlimits, geringe Energie, extrem starke Gegner oder etwa eingeschränkte Kombomöglichkeiten sind nur ein paar Beispiele für diesen Hardcore-Mode. Nur wer vorher viele Stunden im ebenfalls verfügbaren Trainingsmodus oder individuell einstellbaren Einzelkampf-Spiel geübt und die Techniken der Kämpfer verinnerlicht hat, kann im Battle-Mode volle Punktzahl erreichen.

 

Injustice - Götter unter uns ist momentan das Non-Plus-Ultra des Beat-'em-Up-Genres. Optisch super inszeniert, akustisch makellos stimmig, spielerisch abwechslungsreich und unterhaltsam und voller lizensierter DC-Figuren plus individueller Attacken, schlägt das Spiel ein wie Supermans Faust in Jokers Visage. Spielerherz, was willst du mehr? Zusätzliche Helden und einen Koop-Modus? Tja, das haben NetherRealm wohl vergessen - macht aber nichts, Injustice - Götter unter uns fetzt trotzdem...


Das Fazit von: GloansBunny

GloansBunny

Injustice - Götter unter uns hat alles, was ein gutes Beat-'em-Up auszeichnet: eine große Kämpferriege, zahlreiche tolle Angriffsmuster, klasse Sounddesign und lebendige Kampfarenen. Doch ein paar Dinge machen Injustice - Götter unter uns zu mehr als "nur" einem guten Prügelspiel: etwa der eindrucksvolle Storymodus mit seiner spannenden, grandios inszenierten Geschichte. Oder die bombastischen, abwechslungsreichen Spezialmanöver der 24 originalgetreuen DC-Helden, die sich vor lebendigen, dynamischen und detailreichen Kulissen die individuellen Kombos um die virtuellen Ohren hauen. Coole Licht- und Schatteneffekte, realistische Animationen und gestochen scharfe Texturen sind dabei das Tüpfelchen auf dem i, das von einem klasse Soundtrack und super Synchronsprechern noch ergänzt wird.
 

Eine Vielzahl von Spielmodi, das eingängige Tastenlayout und die vielen kämpferischen Unterschiede der Comichelden machen enorm Spass. Einsteiger wie Profis werden bald ihren persönlichen Lieblings-Hero bis an seine virtuellen Grenzen bringen und feststellen: "Wow, es wird nie langweilig!" Mit viel Charme, noch mehr Liebe zum originalgetreuen Comic-Detail und ganz vielen visuellen und akustischen Highlights hat es Injustice - Götter unter uns geschafft, mich über viele Stunden an den Controller zu fesseln. Obwohl Beat-'em-Ups nicht gerade zu meinem Lieblings-Genre zählen (Streetfighter II einmal ausgenommen) kann ich Injustice - Götter unter uns nur empfehlen, auch wenn momentan kein Koop-Modus oder freischaltbare Helden auf der Disc vorhanden sind. Aber mindestens ein Prügelspiel sollte pro Konsolenhaushalt schon vorhanden sein, warum dann nicht eines der derzeit ansprechendsten?


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positiv negativ
  • Scharfe Texturen, tolle Lichteffekte
  • Realistische, abwechslungsreiche Kämpferanimationen
  • 24 Original-DC-Charaktere mit individuellen Fähigkeiten
  • Fetziger Soundtrack, motivierte Synchronsprecher
  • Intuitive Steuerung
  • Hoher Wiederspielwert dank diversen Gamemodi und Herausforderungen
  • Imposanter, spannender Storymodus
  • Steuerung via Digikreuz sehr schwammig
  • Kein Koop-Modus
  • Schwierigkeitsgrad im Battle-Modus stellenweise sehr hoch
  • Derzeit noch keine zusätzlichen Helden freispielbar
  • Zwischensequenzen qualitativ schlechter als die tolle Ingame-Grafik





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