Joshua - Der Erstgeborene

Joshua - Der Erstgeborene

Originaltitel: Joshua
Genre: Horror • Thriller
Regie: George Ratliff
Hauptdarsteller: Sam Rockwell • Vera Farmiga
Laufzeit: DVD (102 Min) • BD (106 Min)
Label: Koch Media Home Entertainment
FSK 16

Joshua - Der Erstgeborene   15.10.2018 von MarS

Bereits im Jahr 2007 entstand der Horrorthriller Joshua, prominent besetzt mit Sam Rockwell und Vera Farmiga, der bisher jedoch nur unter dem Titel Teufelskind Joshua auf DVD in Deutschland erhältlich war. Nun sorgt Koch Films für eine Neuveröffentlichung unter dem Titel Joshua - Der Erstgeborene, erstmals auch auf Blu-ray...

 

Inhalt

 

Familie Cairn ist das Musterbeispiel einer perfekten Familie. Vater Brad (Sam Rockwell) ist ein erfolgreicher Banker an der Wall Street, Mutter Abby (Vera Farmiga) ist Hausfrau und Sohn Joshua ist zwar ein wenig sonderbar, jedoch auch ein hochtalentiertes Wunderkind mit einer außergewöhnlichen Begabung am Klavier. Das alles gerät jedoch ins Wanken, als Abby das zweite Kind Lili zur Welt bringt und sich Joshua plötzlich vernachlässigt fühlt. Zunächst scheint alles in Ordnung zu sein, doch bereits nach kurzer Zeit entwickelt sich Lili zu einem Schreikind, ebenso wie es Joshua als Baby gewesen ist, wodurch die bereits angeschlagene Abby erneut in eine tiefe Depression geworfen wird. Lediglich Brad erkennt unterdessen, dass Joshua sich als einziger in der Familie völlig ruhig und gelassen verhält...

 

Joshua - Der Erstgeborene setzt auf psychologischen Horror sowie eine realistische Darstellung der Ereignisse und verzichtet dabei auch konsequent auf Schockmomente oder explizite Bilder. Dadurch entsteht eine sehr ruhige Inszenierung, die bewusst mit der Erwartungshaltung des Zuschauers spielt und die Frage nach dem Wer und Warum lange Zeit offen lässt. Zwar sind das Unheil und die bedrohliche Situation stets greifbar, was tatsächlich hinter all den Ereignissen steckt bleibt jedoch beinahe bis zum Schluss völlig unklar. Dies bedeutet im Gegenzug aber auch, dass in Joshua - Der Erstgeborene lange Zeit eigentlich nichts geschieht und man als Zuschauer lediglich beobachtet, wie die Nerven bei den Hauptfiguren auf Grund der extremen Gesamtsituation immer mehr blank liegen, während man sich fragt, ob nun wirklich der seltsame Joshua hinter all dem steckt oder die Eltern doch einfach "nur" verrückt werden. Selbstverständlich liegt es anhand dieses Erzählstils ganz in den Händen der Darsteller, das Geschehen interessant und am Laufen zu halten, was dank deren sehr gutem Spiel auch wirklich die meiste Zeit über gelingt. Sam Rockwell und Vera Farmiga überzeugen beide auf ganzer Linie als verunsicherte, überforderte Eltern und liefern eine ebenso authentische wie glaubwürdige Vorstellung ab, während Jungdarsteller Jacob Kogan eine erschreckend diabolische Ausstrahlung und charismatische Unnahbarkeit offenbart. Trotz dieser hervorragenden schauspielerischen Leistungen und dem subtilen, sich langsam steigernden psychologischen Horror ist es letztendlich aber dann doch die lange Zeit sehr ereignislose Inszenierung, die verhindert, dass Joshua - Der Erstgeborene durchwegs spannend und fesselnd ist. Ein klein wenig mehr greifbarer Grusel hätte es dann doch ruhig sein können.

 

Bildergalerie von Joshua - Der Erstgeborene (6 Bilder)

Details der Blu-ray

 

Die Blu-ray liefert den Film in ordentlicher Bildqualität. Schärfe und Detailgrad sind auf gutem Niveau, jedoch bei Weitem nicht perfekt. Weichere, schwammige Szenen und kleinere Unschärfen tauchen immer wieder auf und schmälern so den positiven Gesamteindruck. Filmkorn ist vorhanden, hält sich aber angenehm bedeckt. Die Farbgebung sowie das Kontrastverhältnis sind natürlich, der Schwarzwert ausgewogen. Die Tonspur bietet eine stimmige Abmischung mit klarer Signalortung, konzentriert sich aber überwiegend auf den Frontbereich der Surroundanlage. Kleinere Effekte sowie weitläufige Räumlichkeit sind nur selten auszumachen. 


Das Fazit von: MarS

MarS

Joshua - Der Erstgeborene setzt auch subtilen, psychologischen Horror und seine bedrohliche Atmosphäre, kann trotz toller darstellerischer Leistungen aber nicht durchwegs fesseln. Die Bedrohung ist zwar stets greifbar, effektiv geschieht bis ins Finale aber alles nur im Kopf des Zuschauers, ohne dass wirklich akzentuierende Highlights die ruhige Inszenierung zusätzlich intensivieren. Die glaubwürdige, realistische Darstellung der Ereignisse macht Joshua - Der Erstgeborene sehenswert, letztendlich ist der Film aber nur Genrefans zu empfehlen, die kein Problem mit einer dialoglastigen, unheilschwangeren aber überwiegend ereignislosen Erzählung haben. 


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