Joy Ride 3

Joy Ride 3

Originaltitel: Joyride 3: Roadkill
Genre: Horror
Regie: Declan O´Brien
Hauptdarsteller: Jesse Hutch
Laufzeit: DVD (92 Min)
Label: Twentieth Century Fox
FSK 18

Joy Ride 3   21.07.2014 von GloansBunny

Wenn ein draufgängerischer Rennwagenfahrer auf einen hinterwäldlerischen Serienkiller mit Langeweile trifft, kann daraus ein guter Film entstehen. Ob Joyride 3 so rasant ist wie ein Formel 1-Wagen oder doch eher die Fahreigenschaften eines Bobbycars hat, klärt unser folgendes Review ...

 

Während ein Junkie-Paar nach einem drogenlastigen und von Sex erfülltem Motelaufenthalt grausam getötet wird, befindet sich Jordan Wells (Jesse Hutch), seines Zeichens Profi-Rennfahrer und Frauenheld, mit seinem Racing-Tross samt Mechanikercrew und ein Paar Boxenludern auf dem Weg nach Kanada, um dort an der "Road Rally 1000" teilzunehmen. Nach einem wenig appetitlichen Zwischenstopp an einer Raststätte irgendwo im Nirgendwo wird der Gruppe eine zeitsparende Abkürzung von einem kaum befahrenen Highway berichtet. Obwohl die Einheimischen ihnen davon abraten, da dort seit Jahren immer wieder Menschen spurlos verschwinden, fährt die Racing-Crew der Grenze entgegen. Doch Truck-Fahrer und Hobby-Serienkiller Rusty Nail (Ken Kirzinger) hat etwas dagegen und beginnt nach einem missglückten Überholmanöver, Jordan, Jewel (Kirsten Prout), Freundin Alisa (Leela Savasta) und Co. zu jagen. Getreu dem Motto "je härter, brutaler und grausiger, desto besser!" nutzt Rusty sein Revier, um die Racer systematisch auszulöschen. Und die jungen Menschen merken bald, dass Rusty weitaus mehr Grausamkeiten auf Lager bzw. auf der Lagerfläche hat, als nur trockene Sprüche und viele Pferdestärken ...

 

Bildergalerie von Joy Ride 3 (20 Bilder)

 

Joyride 3 unter der Regie von Declan O'Brien (Wrong Turn 3 - 5) setzt primär auf deftige Splattereffekte und Serienkillerqualitäten Marke Saw, nur um dabei einige eindrucksvolle Logikfehler vorzuweisen. Der Plot rund um eine Gruppe junger Menschen, die auf einen irren Mörder treffen, bietet natürlich genauso wenig Neues wie die detailliert und zeitintensiv dargestellten Todesarten, die vor allem Fans des Gore-Genres ein freudiges Strahlen aufs Gesicht zaubern. Dass hierbei so einige Opfer zu beklagen sind, stört angesichts der laienhaften und farblosen Leistungen der Darsteller kaum, da diese mangels Einprägsamkeit dem Zuschauer lediglich in Form von kleinen, blutigen Einzelteilen, halbierten Körpern, abgetrennten Gliedmaßen oder zermatschten Schädeln in Erinnerung bleiben. Die Effekte sind in der ungekürzten Fassung keine CGI, sondern "handgemacht", durchaus eindrucksvoll und teils hart an der Grenze zum Würgereiz, weshalb die ungeschnittene FSK 18-Freigabe mehr als nachvollziehbar ist. Speziell Fans ausgeprägter Splatterfilme finden sicherlich Gefallen an Joyride 3 und können die zahlreichen großen und kleinen Logiklücken wohl verschmerzen. Warum kann ein aufgemotztes Rennauto beispielsweise den tonnenschweren Truck nicht abhängen? Und warum ist Rusty Nail physisch genauso unbesiegbar wie Michael Myers es in jedem Halloween-Teil war? Diese und andere Fragen stellt man sich zwar nach den über 90 Minuten Blutfestmahl, doch an Spannung, Nervenkitzel und überraschenden Wendungen mangelt es Joyride 3 trotz Hang zu Gewaltexzessen und gesichtslosen Schauspielern erfreulicherweise nur selten. Vorhersehbarkeit ja, aber hübsch verpackt in eine Aneinanderreihung von bekannten, aber doch irgendwie andersartigen Kill-Szenen.

 

Technisch bewegt sich Joyride 3 im qualitativ unteren Mittelfeld. Konstantes Rauschen vermittelt dem Bild der DVD einen heimlichen Old-School-Flair, was die Farben etwas staubig wirken lässt. Kameraführung, Schnitte und Soundeffekte sind in sich stimmig und gut platziert, wenngleich die etwas lustlos synchronisierte deutsche Sprachausgabe samt nicht immer intelligenten Dialogen auch einen deutlichen Dreher am Lautstärkerad nötig hätte. Unzählige Unschärfen und flimmernde Dunkelszenen können die gelungenen Splattereffekte nur bedingt ins richtige Licht rücken. Die auf der Disk befindlichen Extras bieten eine ordentliche Portion an Einblicken und Infomaterial. Neben dem physischen Wendecover gibt es einen Audiokommentar von Regisseur Declan O'Brien plus dokumentarisches Regietagebuch, mehrere Making Ofs inklusive Castingszenen, entfallenen Szenen und andere Background-Infos.


Das Fazit von: GloansBunny

GloansBunny

Bisher kenne ich nur den eben rezensierten Joyride 3, da ich die ersten beiden Teile irgendwie so gar nicht bemerkt habe. Doch das, was ich in diesem Horror-Streifen zu sehen bekam, hat selbst mich als "Genre-Profi" mehrmals staunend und manchmal sogar ein wenig angeekelt schlucken lassen. Die mit Logiklücken gespickte, vorhersehbare, aber dennoch irgendwie spannende und rasante Story glänzt weniger mit ihren blassen Darstellern als viel mehr mit ihren (in Deutschland ungeschnittenen!) blutigen, grausamen und exzessiv dargestellten Splatter-Szenen, die sich zudem ins Gore-Genre lehnen. Ja, Joyride 3 hat mich durch seine Aufmachung fasziniert, aber gleichzeitig auch abgeschreckt, was aber primär an den schlechten Schauspielern und teils arg dämlichen Dialogen liegt. Genrefans werden dieses Gemetzel lieben, sollten die Disk aber WIRKLICH außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren, wobei ich zu bezweifeln wage, dass man den Film mehrmals anschaut. Menschen mit empfindlichen Mägen rate ich die Bereitstellung eines Eimers und Splatterneulingen zu einem etwas "harmloserem" Film wie etwa Wrong Turn oder The Hills Have Eyes. Allen anderen: viel Spass mit dem inhaltlich anspruchslosen, aber visuell blutigen Joyride 3! Ich werde mir dann mal in der Zwischenzeit die ersten beiden Teile reinziehen, stilecht mit Chips, Energydrink und verhaltenen Erwartungen bewaffnet.


Die letzten Artikel der Redakteurin:




Kommentar verfassen

Schreibe hier einen Kommentar. Du musst einfach alle Felder, die mit einem *-markiert sind, ausfüllen.

Noch 1000 Zeichen übrig

Meine Eingaben merken?

Ich akzeptiere die AGBs


Kommentare[X]

[X] schließen