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Jugend ohne Gott

Originaltitel: Jugend ohne Gott
Genre: Thriller • Dystopie
Regie: Alain Gsponer
Hauptdarsteller: Jannis Niewöhner • Fahri Yardim
Laufzeit: DVD (109 Min) • BD (114 Min)
Label: Constantin / Highlight Film
FSK 12

Jugend ohne Gott   11.02.2018 von MarS

Bei Jugend ohne Gott handelt es sich bereits um die fünfte Verfilmung der gleichnamigen Romanvorlage von Ödön von Horváth aus dem Jahr 1937. Erstmals beschäftigt sich die Adaption jedoch nicht mit der nationalsozialistischen Thematik der literarischen Grundlage, sondern verfrachtet das Geschehen in eine dystopische Zukunft. Nun erscheint Jugend ohne Gott auch für die Heimkinos...

 

Inhalt

 

Zach lebt als Kind aus wohlhabendem Hause eigentlich ein gutes Leben und geht an eine elitäre Schule innerhalb seiner ihm zugewiesenen Sektion. Die Welt um ihn herum empfindet er jedoch als gefühllos und kalt, weswegen er durch seine rebellische Art immer wieder auffällig wird. Dennoch ist er einer der Auserwählten Schüler, die sich auf die Reise in ein Ausbildungscamp machen dürfen, um sich dort zu beweisen. Die Stärksten unter ihnen dürfen im Anschluss an einer von weltweit nur fünf renommierten Rowald Universitäten studieren. Als sich eines Tages sogenannte "Illegale" in die Nähe des Camps bewegen, also Menschen, die ihre zugewiesenen Sektionen verlassen haben und damit als asozial und gefährlich gelten, ändert sich plötzlich alles. Zach fühlt sich zu einem Mädchen aus ihren Reihen hingezogen und bricht damit eine der Regeln im Camp, was von seiner Mitbewerberin Nadesh nicht unbemerkt bleibt...

 

Ich persönlich kenne weder die literarische Vorlage von Ödön von Horváth noch eine der bisherigen Verfilmungen. Wenn ich mir jedoch die eher durchwachsenen Kritiken im Internet ansehe, dann scheint dies im Fall von Jugend ohne Gott tatsächlich von Vorteil zu sein. Unter diesen Umständen nämlich liefert der Film hervorragendes, deutsches Genrekino, das nicht nur einen kritischen Blick auf eine gar nicht so abwegige mögliche Zukunft und deren Gesellschaft wirft, sondern auch noch extrem spannend und interessant inszeniert wurde. Die Erzählung von Jugend ohne Gott ist nämlich alles andere als linear und bedient sich einem Aufbau, der bereits bei Harry Potter und der Gefangene von Askaban für jeden Menge Spannungsaufbau und Wendungen gesorgt hat. So erzählt die Handlung die gleiche Geschichte aus insgesamt drei verschiedenen Perspektiven und nimmt erst im Finale einen linearen Erzählfluss auf, was zum einen das Ganze stets interessant hält, zum anderen aber auch für zahlreiche Twists und nur selten vorhersehbare Abläufe und Verkettungen sorgt. Auf diese Weise ist nicht jeder das, was er zu Beginn zu sein scheint, und vermeintliche Wahrheiten werden stimmig wieder über den Haufen geworfen, was im Gesamtbild das gesellschaftskritische Grundgerüst um eine wendungsreiche Kriminalgeschichte erweitert. Natürlich bleiben die Figuren bei einem Aufbau dieser Art eher oberflächlich und klischeebehaftet, dies wird jedoch durch das sehr gute Schauspiel der Darsteller und auch die hochwertige Inszenierung wieder ausgeglichen. Die Isolation innerhalb des Ausbildungscamps sowie die Struktur der dystopischen Gesellschaft bleiben dabei ebenfalls stets glaubwürdig und stimmig, obwohl dabei auf große Effekthascherei oder futuristische Kulissen verzichtet wurde. 

 

Bildergalerie von Jugend ohne Gott (8 Bilder)

Details der Blu-ray

 

Die Blu-ray hinterlässt einen hervorragenden Eindruck und bietet extrem scharfe, stark kontrastierte Bilder. Die Farbgebung ist natürlich, jedoch an manchen Stellen auch atmosphärisch stilisiert. Der Schwarzwert präsentiert sich ausgewogen, wenn auch nicht durchdringend. Der Ton lässt die gesamte Surroundanlage mitarbeiten und zeigt vor allem beim tollen elektronischen Soundtrack seine Stärken. Die gesamte Tonspur wirkt sehr dynamisch und weitläufig und nutzt auch die umliegenden Boxenbereiche, um durch gezielten Effekteinsatz die Atmosphäre zu verstärken. 



Cover & Bilder © tba


Das Fazit von: MarS

MarS

Jugend ohne Gott ist ein spannender, unterhaltsamer Film, der vor allem das jugendliche Publikum ansprechen dürfte. Auch wenn der gesellschaftskritische Aspekt auf Grund der fesselnden Geschichte und der Frage nach dem "Was ist eigentlich geschehen...?" ein wenig in den Hintergrund rückt, so liefert der Film doch tolle Genrekost die einmal mehr beweist, dass das deutsche Kino öfter einmal aus den üblichen Grenzen ausbrechen sollte. Dann entstehen nämlich Werke wie Jugend ohne Gott, der zweifelsohne den Vergleich mit Produktionen aus anderen Ländern nicht zu scheuen braucht.


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