Just Dance 4

Just Dance 4

Publisher: Ubisoft
Entwicklerstudio: Ubisoft
Genre: Musikspiel
Sub-Genre: Tanzpartygame
Art: Midprice
Erscheinungsdatum: 02.10.2012

Just Dance 4   19.02.2013 von DeWerni

Und weiter geht es mit den jährlichen Ausgaben der Tanzspiele, die sich der Bewegungssteuerungen der aktuellen Konsolen bedienen. Nachdem die neue Ausgabe der Dance-Central-Reihe doch wieder eher auf Ernsthaftigkeit und ausgefeilte Tanz-Moves fokussiert war, wendet sich Just Dance 4 an die Partygemeinde, die sich in der Regel eher unkoordiniert bewegt…

 

Gerade zum Ende des Jahres hin, wenn die besinnliche Zeit ansteht und auch wieder die Bewegungssensoren der aktuellen Konsolen, wie Microsofts Kinect oder Sonys Move, in den Geschäften gefragter sind, sind auch Party- und Familienspiele besonders im Trend. Genau in diese Kerbe schlägt auch das diesjährige, vierte Release der Just-Dance-Reihe. Im Gegensatz zur großen Konkurrenzreihe Dance Central (hier unser Bericht zur aktuellen, dritten Ausgabe) stehen bei diesem Game weniger perfekte Tanzmoves und eingeübte Choreografien im Vordergrund, vielmehr soll das Spiel spontan auch Einsteigern auf einer Party Spaß machen. Wer das grundlegende Spielprinzip noch nicht kennt, sei auf unseren Bericht zum Vorgänger verwiesen.

 

Altbekanntes Gehampel…

Grundsätzlich kann man an dieser Stelle festhalten, dass es nicht allzu viel Neues im Vergleich zum Vorgänger zu entdecken gibt. Was allerdings Kennern recht schnell auffällt, ist die neue Menüführung, die sich den Bedürfnissen der Bewegungssteuerung anpasst und deswegen weg von den kleineren Menüeinträgen hin zu recht großen Symbolen entwickelt wurde. Einzig das ständige Gescrolle durch die Songeinträge per Wischen ist etwas nervig. Da hat es dann aber auch seinen Vorteil, dass man die Songs der vorangegangenen Ausgaben leider nicht importieren und verwenden kann, da sich das Ganze dann noch etwas weniger bedienerfreundlich präsentieren würde.

 

Wie bereits angesprochen, fokussiert das Game eher die spontane Partygamer-Gemeinde als den akribischen Tänzer. Dieser Fokus ist nahezu in jedem Aspekt des Games erkennbar. So ist beispielsweise die Bewegungserkennung nicht so ganz genau, was im Umkehrschluss allerdings auch bedeutet, dass die Moves nicht allzu detailliert ausgeführt werden müssen und es damit auch Einsteiger durchaus einfacher haben, was einer stimmungsvollen Party sicherlich zuträglich ist. Schade ist aus gleichem Grund auch, dass man kein Feedback über die Ausführung der einzelnen Moves und der gesamten Choreographie erhält. Bekommt man beispielsweise für die Ausführung eines Moves nur ein „Gut“ statt „Perfekt“, weiß man im Zweifel nicht, woran das wirklich liegt. Ebenfalls fehlt ein Übungs- oder Trainingsmodus, der aufzeigt, wie man die vorgemachten Moves der Choreographie umzusetzen hat. Die Choreographien an sich sind im Übrigen recht ordentlich umgesetzt und mehr oder weniger fordernd. Dies geht in jedem Fall soweit, dass auch reale Bewegungen der Originalstars integriert wurden. Außerdem hat man das Gefühl, dass diese im Vergleich zum Vorgänger mit etwas mehr Liebe zum Detail realisiert wurden. Im Übrigen kann man je nach Song mit bis zu vier Personen gleichzeitig eine flotte Sohle aufs Parkett legen, jeder sogar mit seinem eigenen Schwierigkeitsgrad, seiner teils eigenen Choreographie und auch der eigenen Bewertung. Die verschiedenen Schwierigkeitsgrade wirken sich indes nicht auf die Choreografien aus, sondern nur auf die Genauigkeit der Bewertung der Moves, die dann schließlich in einer Gesamtpunktzahl für den Spieler resultieren.

 

…und neue Modi

Die zur Verfügung stehenden Modi bei Just Dance 4 sind leider nicht allzu umfangreich. Abseits des normalen Tanzmodus, in dem sich nicht einmal Playlists für die tänzerische Abfolge bestimmter Songs erstellen lassen, gibt es noch die Dance-Mashup-, Sweat- und Battle-Varianten. Zusätzliche Modi lassen sich aber nur per Song Stück für Stück freischalten, indem man bei der Tanz-Einlage des Songs möglichst viele Mojo-Punkte sammelt und so im Level aufsteigt. Der Sweat-Modus stellt eine besondere Variante des Songs zur Steigerung der Fitness bereit und sorgt für ordentlich Schweißperlen. Zu zweit sorgt vor allem der Battle-Modus für Spaß. Hierbei müsst ihr Euch wie bei einem Kampfspiel mit Lebensleisten bekämpfen. Wer über einen begrenzten Tanzabschnitt die bessere Performance bietet, dezimiert die Lebensleiste des Gegners. Wer zum Schluss über bleibt, hat wohl die bessere Leistung abgeliefert.

 

Bildergalerie von Just Dance 4 (10 Bilder)

Die Community lacht mit

Was bei einem aktuellen Game natürlich nicht fehlen darf, ist die Integration einer Art Community. Und so ist das dann auch bei Just Dance 4. Während Eurer Performance schneidet der Kinect-Sensor die Highlights mit. Diese kann man sich auf der einen Seite nach Abschluss anschauen, zum anderen kann man dann aber auch die aus dem Vorgänger bekannte Autodance-Funktion nutzen. Dabei werden zum betanzten Song die Ausschnitte zu einer Art eigenem Video zusammengeschnitten. Was dabei rauskommt, ist nicht immer ein sportliches Highlight, aber zumindest doch recht lustig anzuschauen. Das gilt vor allem auch für die hochgeladenen Videos zu Just Dance TV, bei denen man sich die besten Leistungen anderer Spieler anschauen kann und per Knopfdruck den eigenen Beitrag leisten kann.

 

Knallige Technik und toller Sound

Passend zur Fokussierung als Party-Game ist dann auch das Design wieder knallig-bunt gehalten. Zwar hat man da beim Vorgänger teilweise noch mehr den Augenkrebs gefördert, aber im Grunde bleibt auch Just Dance 4 diesem gewohnten Motto treu, das gilt auch für die Grafik an sich. Diese zeigt zwar nette Bühnen und ansprechende Moves, bleibt aber eben auch auf dem Niveau eines Party-Games, auch hierbei ist der Unterschied zur Konkurrenzreihe mit ihren eigenen Ansprüchen zu erkennen. Das klingt vielleicht etwas negativ, soll es aber noch nicht einmal sein. Denn die Grafik passt zum Fokus des Games: einfach, aber wirkungsvoll. Die Sounds und vor allen die Songauswahl sind wieder mehr als gelungen, insgesamt gilt es, mehr als 40 Songs per Choreographie zu betanzen. Da gibt es Modernes wie auch Klassiker, Rock, Pop, House. Nahezu alle Epochen und Musikrichtungen sind vertreten und sorgen mit ordentlichen und gut dröhnenden Sound für die richtige Stimmung auf der Party. Technisch gesehen spielt das Game also nicht in der obersten Liga. Muss es aber auch gar nicht, denn die Technik genügt dem Zweck allemal.

 

Abschließend hier noch einmal alle enthaltenen Songs von Just Dance 4 in der Übersicht:

  • Bill Medley & Jennifer Warnes – (I’ve had) The Time of My Life
  • Las Ketchup – Asereje (The Ketchup Song)
  • Justin Bieber feat. Nicki Minaj– Beauty and a Beat
  • Panjabi MC – Beware of The Boys (Mundian to Bach Ke)
  • Carly Rae Jepsen –Call me Maybe
  • Boys Town Gang –Can’t Take my Eyes off You
  • Emma –Cercavo Amore
  • Army of Lovers –Crucified
  • Stefanie Heinzmann – Diggin in the Dirt
  • Rihanna – Disturbia
  • Dancing Bros –Everybody needs Somebody to Love
  • Flo Rida –Good Feeling
  • Blu Cantrell –Hit ‘em up Style (Oops!)
  • A.K.A.– Hot for me
  • The Blackout Allstars –I Like it
  • They might be Giants –Instanbul
  • Elvis Presley –Jailhouse Rock
  • Ricky Martin –Livin’ la Vida Loca
  • Selena Gomez and the Scene –Love You like a Love Song
  • Bunny Beatz –Make the Party (Don’t Stop)
  • Nelly Furtado –Maneater
  • Sergio Mendes & The Black Eyed Peas –Mas Que Nada
  • Maroon 5 ft. Christina Aguilera– Moves Like Jagger
  • Alexandra Stan –Mr. Saxobeat
  • Rick Astley –Never Gonna Give You up
  • Marina and The Diamonds –Oh No!
  • Jennifer Lopez feat.Pitbull – On the Floor
  • The Girly Team –Ooop! … I did it Again
  • The B-52s– Rock Lobster
  • Skrillex –Rock N’Roll (Will take You to the Mountain)
  • Kat DeLuna feat. Busta Rhymes– Run the Show
  • Anja –Crazy Little Thing
  • P!nk – So what
  • Sammy –Some Catchin‘ up to do
  • Nicki Minaj –Super Bass
  • Stevie Wonder –Superstition
  • Europe –The Final Countdown
  • Halloween Thrills –Time Warp
  • 2 Unlimited –Tribal Dance
  • Hit the Electro Beat –We No Speak Americano
  • One Direction –What Makes You beautiful
  • Will Smith –Wild wild West
  • Barry White –You’re the First, the Last, my Everything
  • Bunny Beatz –Make the Party (Don’t Stop)
  • Diverse Mixes der gelisteten Songs

Das Fazit von: DeWerni

DeWerni

Auch oder gerade weil Just Dance 4 eine andere Zielgruppe als die Dance-Cenral-Reihe fokussiert, hat es seine Daseinsberechtigung. Denn hier geht es hauptsächlich um den Spaß an der Sache, und weniger um die möglichst perfekte Nachahmung der vorgegebenen Tanz-Moves. Das merkt man zum einen an den fehlenden Übungsmodi und dem schmerzlich vermissten Feedbacksystem für Eure Moves, zum anderen verzeiht aber auch die Erkennung eine Menge Fehler. Das macht es Einsteigern und Bewegungslegasthenikern wie mir einfacher, sich mit dem Game zu arrangieren. Die Songauswahl ist dann wieder über jeden Zweifel erhaben und macht einfach Spaß, weil man aus jeder Stilrichtung und nahezu jeder Epoche etwas geboten bekommt. Wer auf der Suche nach einem lustigen und gemeinschaftlichen Game für die nächste Party ist, muss unbedingt zuschlagen.


Die letzten Artikel des Redakteurs:


positiv negativ
  • Choreografien mit bis zu vier Spielern
  • Songauswahl (rund 40 Songs)
  • Poppiges Design
  • Auch für Partyeinsteiger geeignet
  • Battle-Modus
  • Community-Integration (Xbox 360)
  • Simple Erkennung, die nicht sehr ernst zu nehmen ist
  • Songlisten der Vorgänger nicht importierbar
  • Kaum merkbare Schwierigkeitsabstufungen
  • Etwas wenig intuitive Tanz-Move-Anzeige
  • Kein Übungssystem mit Fehleranzeige
  • Kaum Veränderungen zum Vorgänger





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