Dr. Reiner Knizia ist sicherlich neben „Siedler von Catan“-Erfinder Klaus Teuber das Aushängeschild der deutschen Brettspielszene. Nach etlichen Nominierungen gewann Knizia nun endlich letztes Jahr die Auszeichnung „Spiel des Jahres“ für sein Familenspiel „Keltis“, welches nun auch für das DS umgesetzt wurde. Wie die Umsetzung von Brett auf den Handheld gelungen ist, erfahrt ihr hier...
Wer sich ein wenig mit Brettspielen und den Autoren auskennt, der weiß, dass Knizia-Spiele dafür bekannt sind, eher etwas abstrakt zu sein und sehr stark auf eine gewisse „Mechanik“ ausgerichtet sind, anstatt sehr stimmungsvoll auf das Thema einzugehen. „Keltis“ macht in dieser Tradition keine Ausnahme. Schauen wir uns doch erstmals an, was die Texter sich als „Thema“ diesmal ausgedacht haben: „Für die Pfade des Lebens gilt die alte keltische Weisheit: Jeder Mensch beginnt im Negativen, aber mit jedem Schritt voran gelangt er ins Positive.“ (kurze Gedankenpause um diese Weisheit sacken und wirken zu lassen).
Auf dem Spielplan sehen wir fünf Pfade mit neun Feldern vor uns, die es mit unseren Spielsteinen abzulaufen gilt. An der Seite der Felder sind Punkte angegeben und gemäß der keltischen Weisheit beginnen die ersten Felder im negativen Bereich. Um unsere Steine auf den „Pfaden des Lebens“ zu laufen, spielen wir eine unserer acht Handkarten aus, auf deren Zahlen zwischen Null und Zehn aufgedruckt sind und die in den fünf Farben der Pfade zur Verfügung stehen. Unter jedem Pfad können wir natürlich nur die farblich passenden Karten ablegen, jedoch ist es uns nur erlaubt die Zahlenwerte in aufsteigender ODER absteigender Reihenfolge zu legen. Ein Wechsel
zwischendurch ist nicht erlaubt. So müssen wir also abwägen und auf unser Glück vertrauen, dass wir stets genügend passende Karten nachziehen. Wenn einmal eine „6“ auf einem absteigenden Ast liegt, bringen uns höhere Zahlenkarten nichts mehr und blockieren unsere Handkarten. Anstatt eine Karte auszuspielen können wir uns auch diesen Karten entledigen, verzichten aber dadurch auf einen Zug, so dass dies nur eine Notlösung sein kann. Noch dazu kommt erschwerend hinzu, dass abgeworfene Karten von Mitspielern aus der offenen Ablage genommen werden können, also sollten wir auch darauf ein Auge werfen, unseren Gegnern nicht zu helfen.
Sobald nämlich fünf Spielfiguren mindestens sieben Schritte auf den Pfaden erreicht haben, endet das Spiel, welches deutlich öfter passiert, als wenn der zweite Fall eintritt, dass die Nachziehkarten leer gehen.
Die Steinpfade sind bei jeder Spielrunde mit unterschiedlichen Bonusfeldern bestückt. Kleefelder erlauben uns, sofort einen weiteren Spielstein um ein Feld vorzurücken, was zu einigen Kettenreaktionen führen kann, wenn wir dadurch erneut auf ein Kleefeld rücken. Bonuspunktfelder von +1 bis +3 geben uns sofort Punkte und „Wunschsteine“ benötigen wir mindestens einen, da wir sonst ebenfalls Minuspunkte am Ende erhalten, falls wir keinen besitzen.
Die Umsetzung für den DS hält sich sehr präzise an die Brettspielvorlage und lässt sich dank des Stylus auch gut steuern. Ein Tutorial führt uns innerhalb weniger Minuten in die Regeln ein. Im Menü haben wir die Wahl zwischen dem normalen Keltis, bei dem wir von 2-4 menschliche oder AI-Spieler in unterschiedlicher Spielstärke auswählen. Menschliche Mitspieler können wir nur lokal am Gerät mitspielen lassen, warum keine WiFi Verbindung implementiert wurde, ist mir schleierhaft, aber wenn ein menschlicher Spieler neben einem sitzt, soll man wohl auf das echte Brettspiel zurückgreifen? Man weiß es nicht. Dafür wurde der DS-Version noch eine „Keltis-Soliär“ Variante spendiert. Hier laufen wir als Druide durch ein Gebiet und auf jedem Feld spielen wir eine Runde Keltis, die nach etwas anderen Regeln verläuft. Ziel ist es hier, auf dem Gesamtpfad so weit wie möglich zu kommen. Als Alternativer Spielmodus interessant, aber sicherlich kein Kaufgrund.
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