Kung Fu Rider

Kung Fu Rider

Publisher: Sony Computer Entertainment
Entwicklerstudio: Sony Studio Japan
Genre: Sport
Sub-Genre: Downhill-Rennen
Art: Midpreistitel
Erscheinungsdatum: 15.09.2010
USK 12

Kung Fu Rider  18.09.2010 von Der Ohm

Der im wahrsten Sinne des Wortes abgefahrenste Start-Titel von PlayStation Move ist Kung Fu Rider, entwickelt von Sony Japan. OK, ein Spiel bei dem wir Downhill das Ziel erreichen müssen ist erst mal nichts außergewöhnliches, auch nicht, wenn es erstmalig mit einem Motion-Controller gesteuert wird. Das wir aber auf einem Bürostuhl oder einem rosa Schaukelpferd dabei durch Hong Kong flitzen – verfolgt von der örtlichen Mafia – kommt allerdings auch nicht alle Tage vor. Ob dieser skurrile Titel überzeugen kann erfahrt ihr in diesem Bericht.

Privatdetektiv Toby und seine Assistentin Karin sind sich keiner Schuld bewusst, als plötzlich die Triaden der Stadt vor ihrem Büro stehen und ihnen an den Kragen wollen. Die einzige Chance lebend aus dem Schlamassel zu kommen ist die Flucht in ihr mobiles Büro, ein Transporter der auch schon bessere Tage gesehen hat. Da laufen eine recht unbeliebte Fortbewegungsform für die beiden ist, schnappen sie sich kurzerhand das nächste was Rollen hat: Ein Bürostuhl.

Genau mit diesem geht es nun die Hügel der Großstadtmetropole hinunter. Vorbei an Marktständen, Fahrzeugen, Fußgängern und Gangstern. Da diese überhaupt nicht mit ihrer Flucht einverstanden sind, versuchen sie alles, um euch von dem Gefährt herunter zu holen. Manche benutzen dafür nur ihre Kung Fu Ausbildung, andere haben einen langen Stab dabei, den sie gegen euch einsetzen. Ihr seid dem aber nicht wehrlos ausgesetzt. Auch ihr verfügt über eine fundierte Kung Fu Ausbildung und beherrscht es sogar im Sitzen. So bekommen eure Gegner eure Fußtritte und Faustschläge zu spüren, die meistens so gut sitzen, dass der Kontrahent meterweit durch die Gegend fliegt.

Solltet ihr einmal getroffen werden, so werdet ihr vom Gefährt geschleudert. Mit schönen Rag-Doll Effekten und in Zeitlupe legt ihr euch dann erst mal auf den Asphalt oder wickelt euch um den nächsten Baum. Dabei zerbricht euer Portrait am oberen linken Bildschirm ein wenig, sollte dieses komplett weggebröselt sein, dann ist die Flucht nicht gelungen. Leider sind diese Zeitlupen-Sturz-Szenen nicht abzubrechen. Was anfangs noch Spaß macht zu beobachten, bremst später den Spielfluss aus. Natürlich fahrt ihr auch gegen die Uhr, mit zu viel Vorsicht wird das Ziel also auch nicht erreicht.

Im Tutorial wird euch die, leider überladene, Steuerung näher gebracht. Ihr könnt springen, grinden, Gas geben, schnell Gas geben und verschiedene Schläge vollführen. Damit ist der Move-Controller auch vollkommen ausgereizt. Sogar die vier kleinen Knöpfe rund um der Move-Taste sind belegt. Gerade als Anfänger springt der Fahrer mehr als er Gas gibt. Richtig locker von der Hand lässt sich Kung Fu Rider allerdings auch als erfahrener Spieler nicht spielen. Schade dass die Entwickler nicht die Möglichkeit integriert haben mit einem klassischen Kontroller zu spielen. Sorry Sony, Move sehr gerne, aber nicht um jeden Preis.

Die knapp 30 verschiedenen Strecken, die ihr nach einander freispielen könnt, dürft ihr entweder mit Privatdetektiv Toby oder mit seiner Assistentin Karin befahren. Spielerisch unterscheiden sich die beiden Figuren nicht. Es wurde auch an einem Mehrspielermodus gedacht, nur dürft ihr da nicht zu zweit den Hügel runter rasen. Der zweite Spieler sammelt Gegenstände auf, mit dem ihr das Leben der Gangster erschweren könnt. Dummerweise ist hierfür ein zweiter Move-Controller notwendig. Insgesamt gibt es etwa ein Dutzend Fahrzeuge freizuspielen, diese unterscheiden sich dann in Geschwindigkeit und Kurvenverhalten.

Grafisch reißt Kung Fu Rider niemanden vom Hocker. Oft fühlte ich mich an alte Dreamcast-Titel erinnert, nur nun in HD. Die verschiedenen Strecken werden durch differenzierte Streckenführungen erreicht, effektiv gibt es nur sehr wenige unterschiedliche Orte. Auch die im Spiel vorkommenden Hindernisse werden oft recycelt. Die Kollisionsabfrage hat ein paar Makel, so kommt es vor, dass der Fahrer bei Fußgänger-Geschwindigkeit vom Stuhl gerissen wird, nur weil er eine Baustellenabsperrung berührt hat, normalerweise werden diese unterfahren.

Bei der musikalischen Begleitung hatten die Entwickler ein Einsehen und stellen die Möglichkeit bereit eigene Musik von der PS3 im Hintergrund abspielen zu lassen. Der mitgelieferte Soundtrack von Kung Fu Rider ist allerdings auch nicht so schlecht.           


Das Fazit von: Der Ohm

Der Ohm

Letztendlich ist Kung Fu Rider nicht nur der schrillste Titel, er ist auch der schlechteste. Mir stellt sich hier echt die Frage, was war zuerst da: Das Spiel oder die Move Steuerung. Ich käme als Entwickler nicht auf so eine Idee, wenn mir die Vorgabe gemacht würde was Passendes für eine Bewegungseingabe zu programmieren. Hm? Bewegungssteuerung? Lasst uns einen Mann auf einem Bürostuhl durch Hong Kong jagen! Ich denke eher, dass ich die japanische Mentalität mal wieder nicht verstehe. Kung Fu Rider wäre ein interessanter Titel für den PlayStation Store geworden, doch als vollwertiges Spiel neben Sports Champions und Start the Party ist es auf einem verlorenen Posten.

   


positiv negativ
  • Abgefahrene Idee
  • Eigene Musik im Spiel abspielbar
  • Grafisch altbacken
  • Überbelegte Steuerung
  • Teils unfähre Passagen





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