Landwirtschafts-Simulator 2013

Landwirtschafts-Simulator 2013

Publisher: Astragon
Entwicklerstudio: Giants Software GmbH
Genre: Simulation
Sub-Genre: Landwirtschafts Simulation
Art: Midprice
Erscheinungsdatum: 25.10.2012
USK 0

Landwirtschafts-Simulator 2013   10.11.2012 von Torsten

Jahr für Jahr machen die hohen Absatzzahlen den Großteil der Spielergemeinschaft stutzig. Da reiht sich doch tatsächlich zwischen den jährlichen Updates beliebter Blockbuster immer wieder klammheimlich ein seltsam anmutendes Spiel mit Namen Landwirtschafts-Simulator ein. Die Version mit dem Namenszusatz 2013 haben wir für Euch in einer Sofahelden- und Redakteurs-Premiere im Test.
 
Zunächst einmal möchte ich mich in aller Form entschuldigen. Zwar habe auch ich unlängst gelernt, dass es denkbar ungünstig ist, eine Aussage mit einer Entschuldigung zu beginnen und doch möchte ich meine eigene Unzulänglichkeit nicht verschweigen. Ja, ich bin einer von denen! Ich habe noch nie einen Landwirtschafts-Simulator gespielt und wie die meisten der „ernsthaften“ Zocker konnte auch ich die offensichtliche Faszination einiger Menschen nicht so recht nachvollziehen. Wer spielt so etwas denn? Ein Blick auf die jährlichen Verkaufszahlen einschlägiger Elektronikmärkte beweist allerdings: Etliche! Und vielleicht geht es Euch ja ähnlich und es dürstet Euch ebenso nach einer Erleuchtung, warum das Spiel die Massen begeistert. Ich lade herzlichst zu meiner persönlichen Entdeckungsreise ein.

 

Einen Trecker zu fahren geschieht nicht aus den gleichen Beweggründen, die zum Fahren eines Supersportwagens animieren. Es gibt bestimmt genügend Bauern, die ein glänzendes Lächeln zu Gesicht tragen würden, wenn sie den brachialen Case IH Steiger 600 probefahren dürften, aber grundsätzlich herrschen da andere Gründe für den Betrieb eines solchen Gefährts. Sie nehmen die Rolle des modernen Lastenesels ein, beackern das Feld, tragen Lasten und führen sämtliche notwendigen Arbeiten aus, die der Bauer auf seiner langen Arbeitsliste stehen hat. Aber nach dem Start des Spiels finde ich mich zunächst einmal auf der Straße wieder. Von Treckern weit und breit keine Spur, nur ein hübsches Landhaus und seltsame Info-Symbole, die mir erklären wollen, was ich alles so tun und lassen kann. Einmal – in Ego-Perspektive - um das Haus herum gelaufen stoße ich auf wenig spektakuläre Traktoren der Typen Kramer KL 200, Same Argon 3 und Bührer 6135. Außerdem stehen dort einige Anhänger. Nun, die sehen aber eher nach der Technik von gestern aus, aber jeder muss ja schließlich irgendwo anfangen. Apropos Anfang: Die Wahl des Schwierigkeitsgrads habe ich Euch doch glatt unterschlagen, denn der regelt unter anderem ob mit dem dürftigen Startkapital, aber niedriger Verschuldung begonnen werden darf und wie viel Geld es für Aufträge gibt. Wer gleich mit einem riesigen Batzen Bargeld loslegen möchte, um sich seine Träume zu verwirklichen, der ist hier leider falsch. Der einfache Bauer ist nämlich kein Millionär, zumindest noch nicht. Aber bis ich wirklich in Geld schwimme, ohne zu cheaten, werden wohl (real verstreichende) Monate vergehen.

 

Nachdem ich mich überall umgesehen und sämtliche Info-Symbole abgeklappert habe, wage ich meine erste Fahrt mit dem Trecker. Aber kaum habe ich mich mit dem Fahrzeug vertraut gemacht da ploppt auch schon ein kleines Fenster auf, das mir einen Auftrag schmackhaft machen soll. Ich soll eine wuchernde Wiese auf einem Campingplatz mähen. Ein Klick auf „Annehmen“ und mittels „Tab-Taste“ zum großen Mähdrescher gewechselt. Eine Navigationshilfe zeigt an, in welche Richtung ich fahren muss. Schnell ist das Ding ja nicht gerade, knapp über 20 Stundenkilometer, das wird also so einige Zeit dauern. Außerdem zeigt mir die Karte zwar an, in welcher Richtung das Ziel liegt, eine Strecke schlägt es allerdings nicht vor. Nach einer gefühlten halben Stunde bin ich endlich am Ziel. Ich setze das Arbeitsgerät auf Betrieb, als mir ein aufploppendes Nachrichtenfenster mitteilt, dass ich das gebotene Zeitlimit überschritten habe. Na toll, die ganze Fahrt war umsonst. Und das wird nicht das letzte Mal gewesen sein, dass mir ein derart „zufälliger Auftrag“ aufgrund des Zeitlimits durch die Lappen geht. Die Steuerung hat nämlich so ihre Tücken. An einigen Stellen lassen sich die Trecker nämlich nur mit Engelszungen überreden überhaupt vorwärts zu fahren. Wie in unsichtbarem Treibsand steckend kommt der alte Trecker kaum von der Stelle. Seltsamerweise hilft es hier, wenn ich den Tempomat auf „Vollgas“ stelle. Ansonsten laufe ich nämlich auch irgendwann einmal Gefahr den Trigger meines Gamepads abzubrechen. Neben dem Gamepad ist natürlich auch eine kombinierte Maus-/Tastatursteuerung, der Betrieb eines Lenkrads oder Joysticks möglich. Die Konfiguration ist denkbar einfach, das Programm schlägt die gebräuchlichsten Tasten automatisch vor, eine einblendbare Hilfefunktion zeigt mir zu jeder Zeit an, welche Tasten nun zu drücken sind. Und das sind gar nicht mal so wenige, denn die Arbeitsmaschinen haben etliche Funktionen. Allen Bedienkonzepten sind die etwas nervöse Steuerung und die kuriose Fahr-Physik gemein. Auf den Straßen gurken zudem – sich in den Typen oft wiederholende – Fahrzeuge herum, auf die natürlich geachtet werden darf. Unfälle bleiben allerdings folgenlos, ein Schadensmodell oder eine sonstige Strafe für den Zusammenstoß gibt es nicht. Fußgänger, die sich in ihrem Aussehen im Übrigen noch öfter ähneln als es schon die Fahrzeuge taten, laufen wie Geister durch die Fahrzeuge hindurch, ein Zusammenstoß ist nicht möglich. Na ein Glück! Nicht auszumalen, was mein aktiviertes Schneidwerk mit der adretten Frau im roten T-Shirt angerichtet hätte. Obwohl hier genügend Klone von ihr herumlaufen, sodass das Fehlen einer einzigen Person nicht weiter auffallen würde.

 

Neben den zufällig vergebenen Aufträgen – die Regelmäßigkeit für deren Erscheinen ist einstellbar – kann natürlich auch der Hof bestellt und erweitert werden. Hier müssen dann Felder gekauft werden, um zusätzlichen Platz für unsere Vorhaben zu bieten. Bevor eine erfolgreiche Ernte – die kann nun nämlich auch verrotten – eingefahren werden kann, steht noch der Kauf von Saatgut an, das dann auch noch ausgefahren werden muss. Mit Dünger verhält es sich ebenso und am Ende muss das prächtige Korn auch noch geerntet und verarbeitet werden. Da bin ich schnell logistisch überfordert und verliere den Überblick, weshalb sich für den Betrieb der Maschinen auch Helfer einstellen lassen. Diese werden auf Tastendruck ähnlich eines Autopiloten aktiviert und schon zieht die Erntemaschine wie von Geisterhand ihre Bahnen. Dumm nur, dass die KI dieser Helfer des Öfteren so ihre Macken hat. Als ich mich nach dem persönlichen Vieh-Transport von der ertragreichen Ernte überzeugen möchte, steht das Arbeitsgerät mitten in der Pampas und das Feld droht zu verrotten. Hier ist Nachbesserung angesagt.

 

Bildergalerie von Landwirtschafts-Simulator 2013 (19 Bilder)

Technisch macht der Landwirtschafts-Simulator 2013 trotz bereits in mittlerer Distanz auftretenden Texturen-Popups eine gute Figur. Detaillierte Fahrzeuge und Arbeitsgeräte, da leuchtet das Kinderherz im Mann. Auch der Klang der Maschinen ist passend und unterscheidet sich deutlich zwischen den einzelnen Fahrzeugen. Das Ausfahren des Auswurfrohrs, das Herabsetzen des Schneidwerks oder das Ankoppeln eines Anhängers, die Geräusche sind realistisch und tragen zur vermittelten Atmosphäre des Spiels bei. Wermutstropfen bleiben jedoch die bereits erwähnte mangelnde Abwechslung an Personen und Fahrzeugen. Außerdem ist der eigene Hof menschenleer und auch die Dörfer könnten eine höhere Bevölkerungsdichte gut vertragen.


Das Fazit von: Torsten

Torsten

Der Landwirtschafts-Simulator 2013 bietet für all diejenigen, die schon immer einmal den Alltag eines Landwirts erleben wollten, die Möglichkeit, ihren Traum zumindest virtuell zu erfüllen. Zu einem äußerst moderaten Preis wird hier eine hohe Detailfülle und ein gewaltiger Umfang an verfügbaren und originalen Arbeitsmaschinen geboten. Fahrphysik und KI sind zwar auch weiterhin verbesserungswürdig, die neuen Wirtschaftsmöglichkeiten werden aber selbst Einsteigern durch leicht zu verstehende Tutorials näher gebracht und animieren Besitzer der Vorgänger zum erneuten Kauf. Also rauf auf den Trecker und die Ernte eingefahren!


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