Wer kennt die Lego Computerspiele mittlerweile nicht? Da war als Vorreiter der neuen Serie Lego Star Wars mit sogar zwei Titeln, danach kam Lego Indiana Jones und jetzt gibt es Lego Batman! Ob die ernste Seite des schwarzen, mystischen Rächers mit dem Humor der Logo Reihe unter einem Hut passt, könnt ihr in diesem Test nachlesen!
Früher dachte niemand, dass die Legospiele so einen Erfolg hätten und dass sie auch noch auf fast allen Konsolen umgesetzt werden. Sogar die Kleinen (z.B. Nintendo DS) wurden damit ausgestattet. Die Erfolgsgeschichte wird immer größer geschrieben, denn jetzt ist der angekündigte Nachschlag zu haben. Dieses Mal geht es um den schwarzen Rächer mit seinem Handlanger Robin und natürlich um die ganzen Bösewichte, die Batman im Laufe seiner Karriere besiegt hat. Diese sind allesamt super umgesetzt und man kann nach jedem Level gespannt sein, wer als nächstes sein Unwesen treibt. Mit von der Partie sind sehr Bekannte wie dem Joker, der Pinguin oder auch Catwoman. Batman-Fans sind mit Sicherheit auch die anderen Charaktere bekannt, mir persönlich sagte vorher „Scarecrow“ oder „Killer Croc“ nichts.

Spielbar ist Lego Batman wie seine Vorgänger. Man hat die Fledermaus als seine Hauptspielfigur, kann aber jederzeit zu seinem roten Helfer per Tastendruck wechseln. Man springt, läuft und klettert durch die sehr abwechslungsreichen Levels und versucht natürlich den Bösewicht zu finden und zu besiegen. Währenddessen kann man viele Legobausteine aufsammeln, Rätsel lösen und auch eine Vielzahl von Gegenständen einsammeln. Diese sind aber nicht immer offensichtlich. Wenn man ein Forscher unter den Spielern ist, so kann man am Ende auch einige Erfolge erzielen und diverse Sachen freischalten. Ihr merkt, dass die Suche sich durchaus lohnt. In jedem Level gibt es zum Beispiel den geheimen, roten Legostein. Wenn ihr ihn gefunden habt, was zum Teil sehr schwierig ist und eure Hirnzellen mächtig fordert, dann könnt ihr später im Menü einige Spezialitäten auswählen. Diese helfen euch dann im Spiel und ihr könnt sie jederzeit aktivieren und auch wieder deaktivieren. Wie auch bei Lego Indiana Jones oder Star Wars, macht die Suche extrem viel Spaß und ist nicht ohne. Deshalb ist das Spiel für verschiedene Spieler geeignet. Für den Suchenden, der viel Spielzeit investieren kann oder aber auch für den Actionfan, der das Spiel einfach nur ein Mal zu Ende spielen möchte.
Wie von den Legotiteln gewohnt, kann man beim ersten Spielen eines Levels nur einen Bruchteil der Gimmicks entdecken, die das Spiel hergibt. Es ist also auch ein Titel, der mehrmaliges Spielen eines Levels vorraussetzt, um alle Geheimnisse zu
offenbaren. Mit jedem geschafften Level, schaltet ihr neue Spielfiguren frei. Mit diversen Spezialeigenschaften könnt ihr dann in den vorherigen Levels mehr Rätsel lösen als zuvor. Wer das Spiel auf 100% schaffen möchte, kann selbst als erfahrener Legospieler, mit locker 25 Stunden rechnen. Alle, die nur einmalig jedes Level spielen wollen, sollten es in ca. 12 Stunden schaffen.
Das Kampfsystem ist generell wieder das gleiche, aber natürlich sind andere Waffen und Gimmicks im Spiel. Bei Indiana Jones durfte die Peitsche nicht fehlen, bei Star Wars war das Highlight das Laserschwert und bei Batman sind es die tollen Gadgets, die man auch aus den Filmen kennt. Zum einen wäre der Baterang zu nennen. Mit dem kann sich Batman auf gewisse Häuser schwingen oder auch Gegenstände, die weiter entfernt sind, treffen. Ebenso gibt es eine Vielzahl an Kostümen, die man nach und nach mit Batman und Robin finden kann. Diese haben dann alle eine Sonderfunktion, wie zum Beispiel das Hacken eines Computerterminals und damit dann das Bedienen ferngesteuerter Fahrzeuge.
Die Areale von Lego Batman sind aus den Filmen gegriffen und sehen allesamt sehr gut aus. Die Levels bestehen nicht nur aus der Großstadt Gotham City, sondern ihr müsst auch in die Kanalisation oder es gibt einen Abstecher in eine Fabrik. Die Abwechslung in den Levels ist grandios und auch grafisch sehr unterschiedlich und ansehnlich. Leider sind in den Levels, im Vergleich zu Indiana Jones und Star Wars, viel weniger Rätsel. Diese beschränken sich meist nur auf ein paar Knöpfen zu drücken, oder aber mal etwas zusammenzubauen. Lego Batman ist deshalb eher als Actiontitel einzuordnen! Neu sind die Vielzahl an Transport- bzw. Fahrmöglichkeiten. Im Laufe des Spiels trifft man auf die bekannten High-Tech-Fahrzeuge wie den Batwing, den Batkopter und natürlich das Kultauto Batmobil. Es gibt aber auch andere fiktive Fahrzeuge, wie zum Beispiel den Säuresauger. Mit dem kann man leuchtende Säurepfützen wegsaugen und bekommt dann auch noch Legosteine als Belohnung. Ich muss aber dazu sagen, dass die Steuerung der Vehikel nicht gut umgesetzt worden ist. Leider ist das bei den Vorgängern auch nie perfekt gewesen.
Die Bossfights sind sehr gut gelungen und fordern den Spieler. Größen wie der Riddler, Two Face oder Mr. Freeze machen euch das Leben schwer. Bei jedem Endgegner müsst ihr eine
andere Taktik verfolgen, um ihn zu besiegen. Oftmals stellt sich anfangs die Frage: What the Hell, keinen Plan was ich hier machen muss?! Aber nach ein wenig Rumprobieren, bekommt man meistens den Dreh raus und kann den Bösewicht besiegen. Wenn man alleine Probleme hat, dann kann natürlich gerne auch ein zweiter menschlicher Mitspieler übernehmen. Normalerweise steuert den anderen Charakter ja die künstliche Intelligenz, die aber leider keine große Hilfe ist. Sie ist einfach da, schlägt ein wenig und das war es dann schon. Ein Mensch hingegen kann dem Hauptspieler mit einsammeln von Legosteinen und auch mit den Rätseln helfen. Man kann jederzeit mit einsteigen und dann auch jederzeit wieder aussteigen, dieses System kennt man von den Vorgängern und es ist hier immer noch erste Sahne. Leider gibt es bei Lego Batman auch keine Möglichkeit, online per Koopmodus zu spielen.
Der Humor ist bei diesem Legoteil leider extrem auf der Strecke geblieben. Ich weiß nicht, ob es am düsteren bzw. nervenaufreibenden Stoff der Filme liegt oder ob die Programmierer hier einfach keine Muse mehr hatten. Bei Indiana Jones konnte man fast in jeder Zwischensequenz noch herzhaft lachen, hingegen bei Batman kam mir kaum ein Lacher raus. Vielleicht hat es auch mit der Vielzahl an Filmen zu tun, denn Lego Indiana Jones konnte sich ja auf drei Filme beschränken. Hingegen bei Batman sind es eine Vielzahl der Filme, der Comicbücher und der Serie aus den 60er Jahren. Oder der Zug ist einfach schon abgefahren, da es einfach sehr schwer zu toppen ist, was uns damals Star Wars und der Mann mit dem Hut vorgemacht haben.
Die Grafik ist gut, auch wenn einige Zweifler diese als nicht so besonders gut befinden. Ich kann sowas natürlich auch nicht mit Far Cry vergleichen. Das Wichtigste ist, dass man die Bösewichter erkennt, dass die Mimik und Gestik passt. Die Atmosphäre ist stimmig und passt sehr gut zu den Vorbildern, den Filmen, den Comics und der Serie. Was will man mehr?!
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