Lieben

Lieben

Originaltitel: Lieben - Nur tot kann er dich lieben
Genre: Drama
Regie: Rouven Blankenfeld
Hauptdarsteller: Karsten Dahlem • Stefanie Mühle
Laufzeit: ca. 90 Minuten
Label: Epix Media AG
FSK 18

Lieben   01.05.2009 von Tobi

1987 hat sich der junge Regisseur Jörg Buttgereit bereits mit dem Thema der Nekrophilie beschäftigt und dieses dann im Jahre 1991 erfolgreich fortgesetzt. Regisseur Rouven Blankenfeld nahm sich im Jahre 2006 dem Thema erneut an und zeigt seine eigene Geschichte eines gestörten Mannes, der an Nekrophilie leidet.

 

Der junge Fließbandarbeiter Boris erscheint auf den ersten Blick sehr ruhig und introvertiert. Er hat einen langweiligen Job in einer Fabrik, wo er mit der Kontrolle von leeren Flaschen beschäftigt ist. Allerdings ist da noch eine andere Seite von Boris. Er hat einen ganz bestimmten Trieb, den er nicht kontrollieren kann. Den Trieb junge Frauen zu töten und sich anschließend sexuell an ihnen zu vergehen. Sein Leben wird komplizierter als er Mariet kennen lernt, die sich einfach nur nach ein wenig Liebe und Aufmerksamkeit sehnt. Doch Boris hat die Tochter von Mariet auf dem Gewissen, was diese aber nicht weiß. Zu allem Überfluss kommen sich beide auch noch näher. Mariet lernt zwar die positive Seite von Boris kennen, doch dieser ist einfach nicht in der Lage durch seine Perversionen  ein normales Leben zu führen. Das Leben aller Beteiligten beginnt mehr und mehr aus dem Ruder zu laufen.

 

Das hier gezeigte Thema der Nekrophilie ist natürlich kein einfaches Thema. Zu radikal und zu abstoßend wirkt es auf die meisten Leute. Sex mit Leichen ist halt starker Tobak. Wenn dann noch der Aspekt des Serienkillers hinzukommt wird das Ganze natürlich noch ein wenig extremer. Umso erstaunlicher ist es aber, dass Regisseur Rouven Blankenfeld hier nicht auf eklige Effekte und dergleichen setzt, sondern viel mehr auf schauspielerische Leistungen. Obwohl es sich bei dem Film nicht gerade um eine Hochglanzproduktion handelt machen die Schauspieler ihren Job wirklich sehr gut. Die Charakterstudie von Boris, der von Karsten Dahlem verkörpert wird, wirkt weder aufgesetzt noch gekünstelt. Man nimmt ihm seine Naivität und sein gestörtes Verhalten einfach ab. Hier gibt es wirklich nichts zu bemängeln.

 

Kritischer kann man eher schon bei der Umsetzung sein. Der Film wirkt sehr grau, trist und bedrückend, was durch die deprimierend wirkenden Locations verstärkt wird. Das gibt dem Film zwar den passenden Look, wirkt sich aber leider auf die Spannung des Filmes aus. Diese will nämlich nicht so recht aufkommen, wodurch man sich schnell dabei erwischt andere Dinge nebenbei zu machen. Auch die Musik sticht kaum heraus und unterstützt den Film nicht wirklich. Da hätte von all dem ruhig ein wenig mehr kommen können. Aber wie gesagt, es ist halt keine Hochglanzproduktion.

 

Die DVD-Umsetzung geht in Ordnung. Das Bild wirkt zwar leicht verrauscht, aber auch das passt hervorragend zum dreckigen Look des Filmes. Daher ist das zu verschmerzen. Der deutsche Ton liegt in Dolby Digital 2.0 vor, was aber nicht weiter schlimm ist, denn großartige Soundeffekte braucht der Zuschauer hier nicht erwarten. Es handelt sich eher um einen dialoglastigen Film. Das Bonusmaterial ist wirklich klasse. Neben einem Audiokommentar und einem interessanten Interview mit Jörg Buttgereit und Rouven Blankenfeld findet der Zuschauer auch verschiedene Trailer, gekürzte Szenen und einen Kurzfilmvor. Das ist auf jeden Fall einen Blick wert und zeigt wissenswertes für Filmfans.


Das Fazit von: Tobi

Tobi

Ich bin ein Fan des Filmes „Nekromantik“, da dieser in seiner Machart wirklich genial ist. Auch „lieben“ hat seine Momente, allerdings fehlen mir die Spannung und auch das Besondere. Von daher kann ich ihn nur durchschnittlich bewerten. Fans von „Nekromantik“ sollten dem Film aber dennoch eine Chance geben, da die Kombination aus Serienkiller und Nekrophilie interessant wirkt. Und junge deutsche Filmemacher, welche außerhalb der immer wieder langweiligen deutschen Nachkriegsproduktionen andere Genres bedienen, sollten immer unterstützt werden.


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