Litchi Hikari Club

Litchi Hikari Club

Originaltitel: Raichi Hikari Kurabu
Genre: Science-Fiction • Fantasy • Horror
Regie: Eisuke Naitô
Hauptdarsteller: Kisetsu Fujiwara • Yûki Furukawa
Laufzeit: DVD (115 Min) • BD (115 Min)
Label: MFA+
FSK 18

Litchi Hikari Club   27.10.2016 von MarS

Live Action Filme, also auf gut Deutsch Realverfilmungen, sind momentan groß in Mode und lassen die Herzen von Fans der jeweiligen Vorlage immer wieder höher schlagen. Auch beim vorliegenden Litchi Hikari Club handelt es sich um einen solchen Live Action Film, doch im Gegensatz zu vielen anderen Vertretern ist der zugrunde liegende Manga mit dem Namen "Litchi Fight Club" bei uns eher unbekannt. Wir haben uns die düstere Geschichte genauer angeschaut...

 

Nach einer unheimlichen Vision in seiner frühesten Kindheit gründet Zera als Teenager in einer verlassenen Fabrik den "Hikari Club". Zusammen mit seinen ausschließlich männlichen Mitgliedern hat er der hässlichen und von Lügen beherrschten Welt der Erwachsenen den Kampf angesagt und die Gruppe lebt nach strengen Verhaltensregeln, welche unter anderem Dinge wie Liebe und Sexualität gänzlich verbieten, wodurch Unschuld und Schönheit der Jugend bewahrt werden sollen. Unterstützt werden sie dabei von Litchi, einem riesigen Roboter, ausgestattet mit einem menschlichen Bewusstsein. Als dieser jedoch die schöne Kanon entführt, um durch sie eine würdige Königin für den Club zu erhalten, erwachen in den Mitgliedern des "Hikari Club" bisher unbekannte Gefühle und sexuelles Verlangen, was von Anführer Zera gnadenlos als Vertrauensbruch bestraft wird. Währenddessen erkennt Litchi, dass seine menschliche Seite die Ansichten und Vorstellungen des Clubs nicht länger teilen will, und so stellt er sich gegen seine Herren... 

 

Auch wenn es auf den ersten Blick gar nicht so aussieht, aber Litchi Hikari Club bietet viel mehr als nur abgefahrene, völlig absurde Ideen und verstörende Szenen. Der Film zeichnet ein drastisches Bild einer von eigenen Idealen geprägten Sekte, die aus dem Untergrund der restlichen Welt den Kampf angesagt hat und zur Durchsetzung ihrer Ansichten auch vor Gewalt nicht zurückschreckt, was durchaus auch als überzeichnete Kritik an diversen politischen und sozialen Aspekten der heutigen Gesellschaft angesehen werden kann. Faszinierend und zugleich erschütternd dabei ist, dass ein künstliches Wesen, der Roboter Litchi, hier die einzigen echten Emotionen zum Ausdruck bringt und damit den menschlichsten aller Beteiligten darstellt. Nahezu das gesamte Geschehen spielt sich auf dem begrenzten Raum einer verlassenen Fabrikhalle ab, wodurch eine isolierte, düstere und bedrückende Atmosphäre geschaffen wird und dem Vorgehen des Hikari Club eine unwirkliche, surreale Komponente verleiht. Dieser Surrealismus wird zusätzlich von den Dialogen und auch den Darstellern unterstützt, denn beide wirken absichtlich sehr unnatürlich und aufgesetzt, was der ganzen Situation einen noch intensiveren Charakter verleiht. Leider gibt es im Verlauf des Films auch einige Längen und zähe Passagen, was den Unterhaltungsfaktor etwas schmälert und hin und wieder für Statik im Erzählfluss sorgt, hier wäre eine etwas straffere Inszenierung hilfreich gewesen. Dem gegenüber stehen einige extrem blutige Gewaltausbrüche, die jedem Splatterfan und Gore-Hound das Herz höher und schneller schlagen lassen und die sich unerwartet stimmig mit in die Geschichte einfügen, ohne als Mittel zum Zweck zu wirken.

 

Bildergalerie von Litchi Hikari Club (6 Bilder)

Sowohl Bild als auch Ton der Blu-ray können auf ganzer Linie überzeugen. Das Bild ist absolut klar, messerscharf und steckt voller Details, während Kontrast und Schwarzwert perfekt ausbalanciert sind. Der Ton zeigt sich dynamisch und weitläufig bei stetiger atmosphärischer Einbindung aller Kanäle. Die Dialoge samt sehr guter deutscher Synchronisation bleiben dabei stets verständlich und deutlich.



Cover & Bilder © MFA+ FilmDistribution e.K. / ©2015 LITCHI HIKARI CLUB F.P.


Das Fazit von: MarS

MarS

Litchi Hikari Club bietet sozialkritische Unterhaltung mit einer ordentlichen Prise Gore, vorausgesetzt man schafft es sich auf die absurde, abgedrehte Geschichte einzulassen. Der Film ist sicherlich kein Film für Jedermann und es bedarf eines tieferen Blicks, um die eigentliche Aussage zu erkennen, dann jedoch liefert er trotz ein paar Längen und zähen Passagen interessante, bedrückende und eindringliche Kost in surrealem Gewand. Insgesamt ist Litchi Hikari Club eine gelungene Live Action Adaption und vor allem für Fans von typisch verrückten japanischen Filmproduktionen ganz klar einen Blick wert.


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