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LittleBigPlanet 3

Publisher: Sony
Entwicklerstudio: Sumo Digital
Genre: Jump-’n’-Run
Sub-Genre: Platformer
Art: Fullprice
Erscheinungsdatum: 26.11.2014
USK 6

LittleBigPlanet 3   09.12.2014 von Der Ohm

Ein schweres Erbe, das die Gamedesigner von Sumo Digital da antreten mussten. Nach den zwei äußerst gelungenen Vorgängern des exklusiv für die PlayStation 3 entwickelten Platformers, hatten sie nicht nur die Aufgabe eine Fortsetzung zu programmieren, auch die Portierung auf die PlayStation 4 stand auf der To-Do Liste. Ob diese Aufgabe zu aller Zufriedenheit gelungen ist erfahrt ihr in unserem Review.


Super Mario Planet ?

 

Was Nintendo sein Super Mario, ist Sony sein LittleBigPlanet. Doch anstatt mit einem Klempner durch die Gegend zu hüpfen bewegt ihr hier einen, mit grober Nadel gestrickten, Sack mit Augen. Der große Vorteil des laufenden Jutebeutels ist allerdings, dass er nicht nur ein Waschbär Kostüm besitzt, sondern sich aus einem Sortiment von hunderten fertigen Vorlagen und tausenden Einzelteilen sein eigenes Kostüm auswählen kann. So ist es möglich, als Kratos aus God of War oder als Rotkäppchen verkleidet die kleine Welt Bunkum zu retten. Die Grenzen setzen hierbei nur die Fantasie und der Geldbeutel des Spielers, da viele spezielle Kostüme als kostenpflichtige DLCs angeboten werden. Doch aufgrund dieser gewissen Gesichtslosigkeit erreicht Sackboy nicht den Charme von Nintendos Gallionsfigur.

 

Doch worum geht es in der dritten Ausgabe von LittleBigPlanet eigentlich? Sackboy landet auf dem bereits erwähnten Planeten Bunkum und trifft dort umgehend auf die Melone tragende Glühbirne Newton. Diese aufgeweckte, aber nicht allzu helle Leuchte bittet Sackboy um seine Hilfe, denn er befürchtet, dass drei ruhende Titanen die Kreativität und Fantasie auf Bunkum vernichten wollen. Nur drei Helden aus alten Zeiten haben die Macht diese im Zaum zu halten. Doch bei dem Versuch die Teebüchse der Pandora, ja richtig gelesen, zu öffnen befreit Newton anstatt der Retter leider die drei Titanen und wird somit selbst unfreiwillig zum Bösewicht.

 

Nun ist es an uns den Planeten zu retten, indem wir uns selbst auf die Suche nach den drei Helden begeben.

 

Nach dem recht langen und erzählschwangeren Prolog begeben wir uns in eine rätselbespickte, abwechslungsreiche Jump`n`Run - Welt.  Wie schon in den beiden Vorgängern ist es uns möglich, den Sackboy auf den Plattformen vor oder zurück laufen zu lassen, neue Objekte und Deko aufzusammeln, und Punkte in Form von kleinen Kugeln aufzuheben. Manche Gegenstände lassen sich nur mit Hilfe eines Mitspielers erreichen. Um also 100% zu erreichen ist es obligatorisch, online oder zu zweit vor der Konsole die Level zu bestreiten. Interessanterweise ist es mir im Testzeitraum nicht einmal gelungen, online einen Spielpartner zu finden. Entweder wurde ich beim Versuch einem bestehenden Spiel beizutreten von dem Spieler abgelehnt, oder es gab ein Timeout. Es scheint so, dass viele Spieler ihre Kreativität wohl nur alleine ausleben möchten.  

 

Neu ist eine weit nach hinten gerückte Ebene, die durch Sprungfelder erreicht werden kann. Auch einige weitere kleine Gadgets haben den Weg in das Spiel gefunden. So lassen sich zum Beispiel Dinge durch den Pumpinator, einem Laubsauger in Revolverform nicht unähnlich, aus der Ferne bewegen oder es ist möglich mit einen gezielten Schuss ein Portal zu erreichen.

 

Unsere Aufgabe besteht nun darin, in den einzelnen Abschnitten Murmeln zu sammeln, die dort die jeweiligen Helden erwecken. Sobald uns dies gelungen ist folgt ein Bosskampf mit einen der Titanen. Ist euch dies gelungen dürft ihr in dem jeweiligen Level mit den soeben befreiten Helden spielen. Leider sind diese auch rein auf die vorgesehenen Level beschränkt. Weitere Abwechslung bringen kleine Basteleinlagen. Eine Aufgabe besteht darin, ein Autorennen mit einem selbstgebastelten Gefährt austragen. Diese Einlagen machen wirklich Spaß und hätten gern noch zahlreicher eingebaut werden können. Denn bereits nach knappen fünf Stunden ist dieser Teil des Spiels durchgespielt.

 

Wie gut, dass die LBP-Community seit Erscheinen des ersten Teils extrem fleißig war, und bereits unglaubliche neun Millionen Level zur Verfügung stellt.  Neben unzähligen Standardlevels sind hier auch Perlen zu finden, die für Stunden oder gar Tage motivieren können. Da euch LittleBigPlanet 3 die Kreativität schon fast penetrant aufzwingt, solltet ihr auch mal versuchen mit den eingebauten Level Editor eigene Kreationen zu gestalten und mit anderen Spielern zu teilen. Die Bedienung ist hier nicht nur sehr leicht und intuitiv, auch der Unterhaltungswert ist nicht zu unterschätzen. Kleine Helferlein gehen euch bei der Montage zur Hand.

 

Die Steuerung von Sackboy fühlt sich schwammig und unpräzise an, nicht zu vergleichen mit einem Rayman oder Mario-Titel. Die drei Helden, die je nachdem sehr schnell sind, ihre Größe verändern oder gar fliegen, steuern sich um einiges besser. Aufgrund des Level Designs und der recht moderaten Spielgeschwindigkeit ist es aber kein Problem, die Level mit Sackboy zu bestehen.

 

Grafik und Sound          

 

Auch wenn es mittlerweile ein paar Jahre her ist das ich LittleBigPlanet 2 gespielt habe, kommt mir der Grafikstil umgehend vertraut vor. Wie zuvor wirkt alles sehr plastisch und organisch. Die uns zum Testen bereit liegende PS4 Version sieht sehr gut aus, doch kommt zu keiner Zeit ein richtiges Next-Gen Gefühl auf. Größere Neuigkeiten gibt es in der Soundkulisse zu verkünden. Neben den altbekannten Sprecher Christian Brückner, konnten die Entwickler Hennes Bender für die Stimme des Newton gewinnen. Wie bereits angedeutet nervt der Erzähler besonders zu Beginn des Spiels, man wünscht sich das Wort Kreativität nie wieder zu hören. Im Laufe des Spiels relativiert sich das ein wenig, obwohl ich immer noch dazu tendiere diese Abschnitte nach Möglichkeit zu überspringen. Falls ihr der englischen Sprache mächtig seid kann ich nur empfehlen, das Spiel in der Originalsynchronisation zu spielen. Hier spricht niemand geringeres als Hugh Laurie den durchgeknallten Newton.

 

LittleBugPlanet?

 

Auch nach dem Day One Patch und dem Patch auf die Version 1.03 bin ich noch nicht mit der Qualität des Spiels zufrieden. So konnte ich einige Tage lang nicht den Prolog verlassen, um mit den richtigen Missionen zu beginnen. Erst nach mehrmaligem Starten des letzten Prologlevels, der vollkommen passiv abläuft, hat das Spiel erkannt, dass es doch Zeit wäre, mich weiter zu lassen. Bei abgebrochener Onlineverbindung fehlten im Auswahlmenü plötzlich komplette Texturen und Wände. In manchen Community Level, die auf der betagten PlayStation 3 erstellt wurden, gab es massive Performance Probleme. Diese Level waren unspielbar.

 

Die beiden Vorgänger wurden von Media Molecule programmiert, diese Aufgabe hat hier nun Sumo Digital übernommen. Ich hoffe, sie bekommen diese Bugs noch in absehbarer Zeit beseitigt.     

 

Bildergalerie von LittleBigPlanet 3 (10 Bilder)


Das Fazit von: Der Ohm

Der Ohm

Und wieder so ein schwerer Fall. LittleBigPlanet 3 macht vieles richtig, hat aber aktuell auch große Macken. Eine kurze Kampagne, ein nerviger Sprecher und viele Bugs stehen dem fantasiereichen Level Design, der riesigen Auswahl an Community Leveln und den motivierenden Baukästen gegenüber. Als reines Jump`n`Run gebe ich den beiden letzten Rayman Titeln klar den Vorteil. Sie spielen sich einfach schneller und präziser. So muss ich auch bei diesem Spiel nun abwarten welche Fehler Sumo Digital noch beseitigt, und welche direkten Verbesserungen durch Patches in das Spiel im Nachhinein noch einfließen werden. Zum aktuellen Zeitpunkt reicht es leider nur für gute sieben Punkte.  


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