LittleBigPlanet

LittleBigPlanet

Publisher: Sony
Entwicklerstudio: Tarsier Studios & Double 11
Genre: Geschicklichkeit
Sub-Genre: Jump ´n´ Run
Art: Fullprice
Erscheinungsdatum: 19.09.2012
USK 0

LittleBigPlanet   25.12.2012 von Torsten

Die Lager der Konsolen sind seit ihrer Entstehung geteilt und buhlen mit eigenen Maskottchen und Spielehelden um die Gunst der Käufer. Im Genre der Jump´n´Runs treten beispielsweise Sonic und Mario schon seit mehreren Generationen gegeneinander an, der Sieger scheint unumstritten. Doch aus der nicht beachteten Ringecke Sonys kam 2008 eine überraschend auftretende und zudem überraschend starke Konkurrenz: Sackboy! Der kleine modifizierbare Star aus LittleBigPlanet hat unter anderem durch seine soziale Vernetzung und dem genialen Level-Editor zahlreiche Preise abgeräumt und ist schon lange kein Geheim-Tipp mehr. Klar, dass Sonys neue Handheld-Konsole auch ihren eigenen Vertreter bekommen musste ... 


 

Ein trostloser Ort

Carnivalia war ein kleiner, fröhlicher Planet. Ein Quell der Freude und Unbeschwertheit. Der Puppenspieler verzauberte in einem beliebten Zirkus die Bevölkerung, die Massen liebten ihn. Doch der einstige Star ist zum freudlosen Miesepeter verkommen, Carnivalia versank im Chaos. Und das alles nur durch ein mysteriöses Geräusch, dass dem Herrn der Marionetten durch Mark und Bein ging. Wenn er schon nicht mehr glücklich sein kann, so soll es auch kein anderer mehr sein und so erschuf er eine Maschine, die den Einwohnern Carnivalias ihre Freude entzog. Der Puppenspieler wird zum Sklaventreiber und es liegt an unserem geliebten Sackboy, die Freude auf den Planeten zurückzubringen.


 

Hüpf Marionette, hüpf!

Vergleicht man das Gameplay der beliebtesten Jump´n´Runs so kann man vielleicht abkürzend urteilen, dass Mario auf präzise Navigation, Sonic dagegen auf Geschwindigkeit vertraut und Sackboy auf Physik setzt. Die Steuerung ist etwas indirekter, böse Zungen behaupten gar schwammiger, weil ein realistischer Bewegungsablauf genutzt wird. Durchläuft Sackboy die kunterbunten und aufwendig gestalteten Levels, so wird schnell deutlich, dass in LBP sprichwörtlich andere Gesetze herrschen. Gegenstände und Hindernisse sind nicht starr, sie verhalten sich ihrer Größe und ihrem Gewicht entsprechend. Läuft der kleine, gepolsterte Junge gegen eine Kiste, so lässt sich diese auch verschieben. Springt er auf den Rand einer Kiste, so kippt diese zur Seite. Ein weiterer Unterschied zur Konkurrenz: Sackboy hat Arme! Natürlich haben auch die anderen Vertreter der Zunft Extremitäten, die aus ihren Schultern ragen, zumindest optisch. Denn außer Gegenstände zu ergreifen, nutzen sie diese nicht aktiv. Sackboy kann sich an Textilien festkrallen, gepolsterte Blöcke greifen, Kisten wegdrücken. Seine Arme sind nützlich, um Schwung zu holen oder Stürze in Abgründe zu verhindern. Eine weitere Besonderheit ist die „Spieltiefe“ von LBP. Hier ist der Begriff aber bitte wörtlich zu nehmen, denn Sackboy kann nicht nur horizontale und vertikale Bewegungen vollziehen, sondern sich in einem begrenzten Umfang auch nach vorn und nach hinten bewegen, um Hindernisse zu umgehen.


 

Aber manchmal ist die Reise ohne Hilfsmittel dann doch am Ende. Da versperrt beispielsweise rosa Schleim, der sich wie Kaugummi aus der guten alten Zeit (mehr Zucker als Schokolade und daher zum Verkleben jeglicher Materialien geeignet) verhält. Nur gut, dass Spieler zuvor eine Helmkanone erhalten haben, die per Touchpad bedient wird. In die Lüfte geht es natürlich auch wieder und so befördert uns ein an ein Jetpack erinnerndes Fluggerät durch luftige Level-Areale. In die Luft gelangen wir aber auch schon durch die zahlreich vorhandenen Sprungkissen, von denen einige eine praktische Auslösefunktion besitzen. Mancherorts finden sich dann wieder die bereits bekannten Zweispieler-Passagen, bei denen Bonus-Gegenstände nur mithilfe eines zweiten Spielers erlangt werden können. LBP lebt nun einmal vom Miteinander.


 

Des PS Vitas größter Pluspunkt im Vergleich zur PS3 – das Touchpad - wird ausgiebig genutzt. Immer wieder kommen physikalische Puzzles, Schalter und Plattformen vor. Probleme, die sich mit einem Fingerzeig lösen lassen. Oft werden verschiebbare Plattformen und Zahnräder mit einem Feld versehen, welches sich mit dem Finger manipulieren lässt. Da gilt es sich zunächst an einem Gegenstand festzukrallen und dann mit gedrückter Schultertaste – nur nicht loslassen, sonst stürzt Sackboy in die Tiefe - das Rad mittels Touchpad in Bewegung versetzt. Dies alles spielt sich flüssiger als zunächst angenommen, denn stets bleibt die intuitive Bedienung erhalten, ohne dass erst darüber gegrübelt werden muss, welche Taste nun zu drücken ist. Stellenweise hat es aber den Anschein, die Entwickler hätten die Auflage bekommen, die Funktionen der PS Vita in jedem Level gänzlich auszureizen.


 

Baukasten der unbegrenzten Möglichkeiten

Aber Sackboy ist unlängst mehr als nur ein einfaches Lauf- und Hüpfspiel, es ist vielmehr eine Spielesammlung auf Basis des Grundgerüsts eines Jump´n´Runs. Denn bereits früh lernen Spieler die wandlungsfähige Plattform näher kennen. In Arcade-Spielen werden physikalisch korrekte Türme gestapelt, Sackboy-Köpfe verkloppt oder Verschiebe-Puzzle gelöst. Die einstige Stärke des Spiels war und ist die gewaltige Community. Diese fiel zum Testzeitpunkt der Mobil-Version noch deutlich weniger umfangreich aus, einige nette Bonus-Levels sind aber schon verfügbar. Und durch den integrierten und recht simpel zu bedienenden Editor hängt es vom Spieler selbst ab, dies zu ändern. Die Touchscreen-Steuerung bringt ein intuitives Element zur Controller-Steuerung hinzu. Allerdings lässt der Fingerzeig etwas an der mancherorts gefragten Präzision vermissen. Überhaupt ist für das Erstellen eines neuen Jump´n´Runs oder gar eines genrefremden Spiels wie ein Arcade-Racer oder ein Horizontal-Shooter Geduld und Planungssicherheit gefragt. Kleinere Spaß-Spiele lassen sich aber relativ schnell zusammenbasteln.


 

Bildergalerie von LittleBigPlanet (10 Bilder)

 

Bunt und flauschig

Die Spielwelt von LittleBigPlanet ist kunterbunt und abwechslungsreich. In themenbezogenen Welten gibt es überall etwas zu entdecken und selbst einfache Blöcke und Steine weisen aufwendig gestaltete Texturen auf. Blöcke sind keine starren Steinklötze, sondern sich physikalisch korrekt verhaltende Textil-Polster oder sonstige äußerst plastisch wirkende Gegenstände. Der Soundtrack unterstützt die merkwürdig dreinschauenden Charaktere in ihrer skurrilen Gestaltung. Hektische Trompeten-Sounds kurbeln den Puls hoch und esoterisch anmutende Glockenspiele lassen Spieler in einen Trance-ähnlichen Zustand verfallen. Hier passt einfach alles zusammen.


Das Fazit von: Torsten

Torsten

LittleBigPlanet auf er PS Vita ist ein wahrer Tausendsassa der Möglichkeiten. Statt einfacher Hüpfpassagen wird gegriffen, geballert und gedrückt, geflogen und gepuzzelt. Zahlreiche Funktionen und Minispiele überwinden schnell die Grenzen eines einzelnen Genres. Dabei verliert sich das Spiel leider auch etwas in seinem ursprünglichem Genre, denn das Jump´n´Run-Grundgerüst kann im direkten Vergleich mit den Spielen eines bekannten italienischen Klempners nicht ganz mithalten. Dafür bietet der kleine Sackboy aber auch einfach mehr als nur die Überwindung zweidimensionaler Levels. LittleBigPlanet ist viel mehr als nur ein Jump´n´ Run, es ist ein „Spiel der Spiele“ und ein Zwangskauf für Besitzer einer Playstation Vita!


Die letzten Artikel des Redakteurs:


positiv negativ
  • Zahlreiche Bedien-Funktionen...
  • ...die intuitiv nutzbar sind
  • Gelungener Soundtrack
  • Abwechslungsreiche Levels
  • Plastischer Look
  • Zahlreiche Mini-Spiele
  • Gewaltiger Editor-Baukasten...
  • ...mit intuitiver Bedienbarkeit
  • Zahlreiche Kostüme und Sammel-Gegenstände
  • Sackboy mit Emotionen
  • Gute Tutorials
  • Bis zu VIER Spieler!
  • Steuerung manchmal etwas schwammig
  • Lange Ladezeiten
  • Editor mit mangelnder Präzision etwas fummelig
  • Netzwerk-Probleme und Lags





Kommentare[X]

[X] schließen