Lost Planet 2

Lost Planet 2

Publisher: Capcom
Entwicklerstudio: Capcom
Genre: Action
Sub-Genre: 3rd Person Shooter
Art: Vollpreistitel
Erscheinungsdatum: 07.05.2010
USK 16

Lost Planet 2   10.05.2010 von Panikmike

Lost Planet 1 hat seiner Zeit eingeschlagen wie eine Bombe. Jedoch gab es viele Spieler, die keinen Spaß daran hatten. Das Spiel war einzigartig, aber auch anders. Es war langsam, aber doch fordernd. Das Science-Fiction Konzept mit dem vielseitigen Gameplay ging auf, sogar noch heute spielen weltweit  viele 1000 Spieler online gegeneinander. Doch jetzt ist Teil 2 erschienen, wird der Hype weitergehen oder floppt Lost Planet 2…

Drei Jahre ist es her und mir kommt es vor wie gestern. Lost Planet 1 war für mich ein absoluter Knaller. Auch wenn ich es nicht so lange gespielt habe, so legte ich es immer wieder gern in die Konsole. Kaum ein Spiel hat mich auf Dauer online so gefesselt. Das einzigartige Shootererlebnis auf dem Eisplaneten ist für mich bisher eines der besten Spiele auf der Xbox 360. Als Teil 2 auf der GamesCom in Köln letztes Jahr vorgestellt wurde, konnte ich den Tag de Erscheinung nicht erwarten. Und dann war es Freitag der 13te – nein sorry, ich meinte der 7.Mai 2010 und es lag in meinem Briefkasten. Voller Erwartungen legte ich das Spiel in mein Laufwerk und da war es, Lost Planet 2.

Die Zukunft, was ist seit Teil 1 passiert?
Der Planet E.D.N. III war noch vor einigen Jahren mit Eis bedeckt, doch das ist nun passé. Zehn Jahre nachdem der Megakonzern Nevec den Planeten an die Eispiraten verlor, ist der Planet mit einer üppigen Vegetation übersät. Doch es droht erneut ein Krieg, denn die Schneepiraten splitteten sich über die Jahre hinweg in verschiedene Untergruppen. Alle wollen natürlich überleben und das geht auf E.D.N. III nur mit der Thermalenergie. Diese ist auf dem Planeten in Hülle und Fülle vorhanden und für jede Person so kostbar wie Gold.

Die Einzelspieler-Kampagne spielt sich beim zweiten Teil wie ein Mehrspielergefecht. Ob dies positiv oder negativ ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich war anfangs allerdings ein wenig überrascht, als ich beim Einzelspieler-Spiel ein Spiel erstellen musste. Was mir danach aber klar wurde, da ich die Mitspieler dort einstellen kann und eben das Ganze mit drei Onlinespielern funktioniert.  Die Kampagne ist in lauter kurze Abschnitte geteilt, bei denen man nach jedem bekommt eine Wertung und Erfahrungspunkte bekommt. Im Laufe des Spiels steigt man so immer mehr auf und bekommt verschiedene Extras freigeschaltet.

Beim ersten Teil merkte man schon, dass es sich anders als vergleichbare Actiontitel spielt. Bei Lost Planet 1 war man ein Einzelkämpfer und dies war oft so taff wie es sich anhört. Im zweiten Teil ist hingegen Team-Action angesagt. Entweder man spielt das Ganze online mit bis zu vier Spielern oder man spielt alleine und hat bis zu drei Mitspieler dabei, die von der künstlichen Intelligenz übernommen werden. Leider ist diese nicht wirklich gut, sie ballern zwar auf die Gegner und gehen auch mal in Deckung, doch die meisten Aktionen sind ohne Hirn und helfen dem Spieler nicht unbedingt weiter. Schade, jedoch ist das Spiel sichtlich auf den Mehrspielermodus mit menschlichen Spielern ausgelegt. Spielt man auf einem höheren Schwierigkeitsgrad, so kann man nicht einfach drauf los laufen, sondern muss sich schon eine Taktik überlegen. Einer läuft links, einer rechts, einer mit einer Fernwaffe, der andere spielt einen Nahkämpfer in einem VS und so weiter…

Die Kampfanzüge:
Doch da war schon ein Begriff, mit dem nicht jeder was anzufangen weiß. Was zum Teufel ist ein VS? Ausgeschrieben heißt das „Vital Suit“ und es ist quasi ein Kampfanzug bzw. ein Kampfroboter. Diese liegen oft an strategischen Punkten herum und per Knopfdruck kann man diese dann steuern. Im Laufe des Spiels gibt es viele verschiedene Kampfanzüge, manche sogar so groß, dass Mitspieler mit einsteigen und Waffen bedienen können. Alle bringen den Helden mehr Schutz und natürlich mehr Kampfkraft. Will man in diesem Moment aber als Figur rumlaufen, so kann man die Waffen der VS abmontieren und mit diesen dann auch rumballern. Doch ohne Energie laufen die Roboter nicht, dafür braucht man Thermalenergie. Also schön bei den Gegnern oder in zerstörten Fässern die orangefarbene Flüssigkeit aufsammeln. Lost Planet 1 - Spieler werden ihre wahre Freude daran haben, denn sie kennen das Prinzip der VS schon, haben hier jedoch mehr Möglichkeiten. Neu hingegen ist noch die Reparaturfunktion. Wenn ein VS beschädigt ist, so steigt man aus und kann ihn selbst reparieren.  Sehr schön gemacht, dies bringt einen taktischen Tiefgang in die Gefechte.

Personalisierung:
Neu bei Lost Planet 2 ist das Talent der Gestaltung. Man kann seinen Helden individuell aufbauen, je nach Laune. So kann man den Kopf, den Rumpf, die Beine und den Rücken verändern. Allerdings muss man die einzelnen Teile im Spiel selbst erst mal freischalten. Die Programmierer haben hier ein schönes Gimmick erschaffen, vor allem, weil der Witz auch nicht zu kurz kommt. Auf dem Kopf kann man zum Beispiel einen gelben Schaumstoffhelm tragen oder auf dem Rücken einen Teddybären. Wem das zu dämlich ist, der kann seinen Kämpfer ja normal gestalten. Insgesamt habt ihr hunderte Möglichkeiten, seinen Helden zu personalisieren. Das Ganze geht dann nicht nur im Mehrspielermodus, sondern auch die Figur in der Kampagne ändert ihr Aussehen. Bestimmte Waffen lassen sich sogar auch noch modifizieren. So soll es sein, sehr schön!

Der Mehrspielermodus:

Lost Planet 2 ist klar auf den Mehrspielermodus ausgelegt. Wie schon bei Teil 1 kämpft man online mit bzw. gegen 15 menschliche Gegner. Natürlich ist hier die Rangliste angesagt, aber man kann natürlich auch ohne spielen. Die Modi sollten den meisten Spielern bekannt sein, natürlich gibt es wieder Eliminierung (Jeder gg. Jeden), Team Eliminierung (Team gg. Team) und Stationen besetzen. Nach Einstellen des Spiels wird man in eine Lobby geworfen. Im Unterschied zum ersten Teil startet das Spiel schneller und alles ist runder gemacht. Schön ist, dass die Flaggen am Rand übernommen wurden. Schon bei Teil 1 war es so, dass neben dem Namen des Spielers die Landesflagge zu sehen war. Obwohl das Spiel selbst im Vergleich zu anderen Actiontiteln langsamer ist, wird es im Mehrspielermodus doch sehr rasant. Besonders beim Stationen besetzen geht es heiß her, wenn sich zwei Gruppierungen um die Stationen fetzen. Hier ist auch Taktik angesagt, einer steht hinten und verteidigt die eigene Station, der andere geht frontal in die Menge. Leider wurden diverse Situationen aus dem ersten Teil übernommen. Beispielsweise die geringe Zeit beim Ausstieg aus dem VS. Ist dieser beschädigt, so muss man den Notausstieg nutzen. Bei meinen Onlinespielen habe ich es sehr selten geschafft, dem Tod zu entkommen. Noch eine Situation: Man steigt bei einem Wiedereinstiegspunkt ein, hat aber gleich einen Gegner vor der Nase. Zwar hat man kurz eine Unverwundbarkeit um sich rum, jedoch geht die durch drauf ballern schneller weg. Dummerweise kann man selbst oftmals nicht schießen, wenn man unter Beschuss steht, ergo war mein nächster Tod in Sicht, ohne dass ich dem Gegner ein Haar krümmen konnte! Nicht schön, Capcom! Jedoch ist der Mehrspielermodus alles in allem genau so  mächtig wie bei Teil 1, jedoch mit mehr Möglichkeiten und mehr Spaß.

Die Technik:
Die Grafik von Lost Planet ist einerseits unglaublich gut geworden. Die Endbosse (und da gibt es jede Menge davon) sehen fantastisch und zugleich gigantisch aus. Capcom nutzt hier ihre neue, verbesserte Grafikengine MT Framework 2.0, die in vielen Situationen ihr Bestes leistet. Der Schnee, der Dschungel mitsamt seinen Details sehen echt gut aus, doch an Grafikhammer wie Call of Duty: Modern Warfare 2 kommt Lost Planet 2 nicht heran. Wenn man alles genau betrachtet, dann sieht man schon immer wieder ein paar Unfeinheiten. Die Flora und Fauna wirkt oft künstlich, die Gebäude sehen oft ähnlich aus. Alles in allem fehlen hier einfach die Details! Man muss man die Entwickler aber auch loben, denn es gibt auch einige Highlights zu sehen. Alleine die Unterwasserwelt macht sehr viel her, freut euch schon mal, wenn ihr so weit in der Kampagne fortgeschritten seit, denn da wird optisch viel geboten! Beim Sound kann man nicht meckern, die Musik unterstützt die Action und auch die Soundeffekte sind sehr gut. Leider ist die komplette Ausgabe der Sprache in Englisch. Es gibt zwar gute deutsche Untertitel, doch in der heutigen Zeit sollte man schon eine Übersetzung vornehmen.

Wer sich übrigens schon gewundert hat, warum Marcus Fenix oben im Bild zu sehen ist, das war schon Absicht. Capcom hat nämlich einige Videospielhelden aus anderen Spielen in Lost Planet 2 eingebaut. Aber nicht nur zwei  Charaktere aus „Zahnräder des Krieges“ wurden verbaut, sondern auch Wesker aus Resident Evil und Frank West aus dem Kaufhauszombie Spiel, welches man ja in Deutschland nicht aussprechen darf.


Das Fazit von: Panikmike

Panikmike

Ich bin ein wenig unentschlossen. Teil 1 hab´ ich geliebt und mit ihm und einigen Online-Freunden viele Stunden online verbracht. Ob das bei Teil 2 noch so sein wird? Da bin ich mir eben nicht ganz sicher. Die Einzelspielerkampagne ist ok, doch das System ähnelt zu sehr einem Mehrspielergefecht. Das verwirrt den Spieler und ist hier in meinen Augen unangebracht. Der Vorteil hingegen ist wiederum, dass man alle Missionen mit drei Freunden online spielen kann! Das bringt jede Menge Spaß und somit spielt man die eine oder andere auch mehrmals. Online fetzt das Ganze wie beim ersten Teil,  doch leider wurden die Mängel aus Teil 1 nicht ausgemerzt. Alles in allem ist Lost Planet 2 ein sehr gutes Spiel, welches aber noch einen Feinschliff benötigt. Dafür gibt es aber Patches und so hoffe ich, dass bald einer erscheinen wird. Ich werde es jedenfalls gerne mal wieder einlegen und mal online und mal offline spielen.


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