LostWinds: Winter of the Melodias

LostWinds: Winter of the Melodias

Publisher: Nintendo
Genre: Action
Sub-Genre: Jump & Run
Art: Download Titel
Erscheinungsdatum: 09.10.2009

LostWinds: Winter of the Melodias   14.11.2009 von Manu

Zum Launch des WiiWare Kanals gab es einen kleinen, aber feinen Download, der auch bis heute noch als Referenztitel für die ganze Wii herhalten kann: LostWinds. Für 1000 Punkte, also umgerechnet ca. 10 EUR bot das kleine Stückchen Software soviel Freude und Innovation, wie es die meisten der unsäglichen Minispielsammlungen und Ramschprogramme des Wii-Katalogs zum Vollpreis nicht schaffen. Umso erfreulicher ist es natürlich, dass sich der Entwickler „Frontier“ dazu hinreißen ließ, einen zweiten Teil zu veröffentlichen.

Um es vorweg zu nehmen: Es gibt nun, neben dem ersten LostWinds, noch einen Grund mehr eine Wii zu besitzen, bzw. sie mal wieder zu entstauben. Und vor allem einen Grund, die Wii an das Internet anzuschließen, da das Spiel nur über den hauseigenen WiiWare Kanal digital als Download zu beziehen ist.

Das Spiel setzt nahtlos dort an, wo das erste Spiel aufgehört hat: Unsere zwei Helden, der junge Toku und sein Freund, der Windgeist Enril, die wir quasi beide zeitgleich steuern, haben zwar Tokus Dorf vor den bösen Mächten in Teil 1 gerettet, aber nun ist Tokus Mutter verschwunden und wir begeben uns natürlich sofort auf die Suche nach ihr. Wer den ersten Teil noch nicht gespielt hat, kann aber dennoch bedenkenlos direkt mit dem zweiten Teil anfangen, da die Story eigenständig ist. Nur ein paar Gesichter und Orte werden uns als Spieler des ersten Teiles bekannt vorkommen.

Was LostWinds besonders auszeichnet und für was man die Entwickler gar nicht genug loben kann: Die Steuerung und Spielmechanik sind so in der Form NUR auf der Wii denkbar und umsetzbar und zeigen, was wirklich mit der Wii möglich ist, wenn sich ein paar kreative Köpfe abseits von Millionen-Budgets und Bombastgrafik zusammensetzen und den Ideen Spielraum lassen. In keinem Spiel auf der Wii geht einem die Steuerung so intuitiv von der Hand und man fühlt sich nie im gesamten Spielverlauf „albern“. Die Bewegungen, die wir mit der Wiimote ausführen sind immer passend und wirken nicht aufgesetzt wie in vielen anderen Titeln. Mit dem Analogstick steuern wir „Toku“, den kleinen Jungen und laufen links oder rechts. Damit erschöpfen sich auch schon seine Fähigkeiten. Leider hat Toku nämlich keine Sprunggelenke, oder zumindest weigert er sich hartnäckig, Bewegungen dieser Art auszuführen. Damit er von seinen Jump 'n' Run Kollegen nicht bei der Jahresvollversammlung ausgelacht wird, bringt er aber wieder erneut seinen Freund „Enril“ aus Teil 1 mit. Enril ist ein Windgeist und wir steuern ihn direkt mit der Wiimote. Ein kleiner „Wisch“ mit der Wiimote unter Tokus Füßen hindurch, und der Winsog, den wir dadurch als Windgeist hinterlassen, wirbelt unseren kleinen Freund ein kleines Stückchen hoch. So gelangt Toku auf höhere Plattformen. Wir helfen ihm so mit maximal drei aufeinander folgenden Windstößen, seine fehlenden Sprunggelenke auszugleichen. Auch alle anderen Aktionen führen wir in der Regel durch kurze Bewegungsmuster mit gedrückten Tasten an der Wiimote aus. Wir erzeugen mit Enril kleine Wirbelstürme, bringen Objekte zum Schweben, entfachen Feuer oder formen Schneebälle. In schöner Tradition der Metroid und Castlevania Serien entfaltet sich die Spielwelt nach und nach durch neue Fähigkeiten, die wir dazu lernen und dadurch Levelabschnitte erreichen, die uns davor verschlossen geblieben waren.

Wie der Titel bereits ahnen lässt, befindet sich die Welt diesmal in einer optisch sehr ansprechenden Winteratmosphäre und im Laufe des Spieles erhalten wir die Fähigkeit, auf Knopfdruck an bestimmten Stellen zwischen der Sommer- und Winter-Jahreszeit zu wechseln. So werden unüberwindbar geglaubte Gewässer auf einmal in gefrorenem Zustand begehbar, gefrorene Wände dagegen sind auf einmal geschmolzen und geben uns neue Räume frei. Die Rätsel sind meistens sehr nahe liegend, immer logisch und stellen erfahrene Spieler nie wirklich lange ein Hindernis. Spaß machen Sie aber dennoch immer.

Die Grafik ist malerisch schön, träumerisch verspielt und liebevoll animiert. Die 2D Spielmechanik wird durch 3D Effekte plastisch gestaltet, wir sehen Häuser in der Ferne und Objekte vor uns. Blätter wiegen sich im Wind, wenn wir unseren Windgeist durch sie hindurch wischen, NPCs halten z.B. ihren Hut fest und reagieren unterschiedlich, je nachdem von welcher Seite wir Ihnen Wind zu pusten.

Die Winterlandschaften lassen durch ihre dichte Atmosphäre die Temperatur im Raum spürbar sinken und wir leiden mit unserem Helden, wenn er auf der Suche zur nächsten Feuerstelle blau anläuft. Dafür sitzen wir mit einem dicken Grinsen da, wenn er dann als Belohnung für eine gelöste Aufgabe einen dicken, knudelligen Winteranzug im Eisbär-Look spendiert bekommt. Besonders hübscher Effekt: Lichtbrechungen und optische Verzerrungen, wenn ihr hinter einer Eiswand hindurch lauft. Die Musikuntermalung ist stets dezent und träumerisch und versetzt uns während des Spielens in tranceartige Zustände, wenn wir in den „Flow“ des Spieles geraten, nimmt aber auch entsprechend Fahrt auf, wenn uns Feinde zusetzen. Diese schleudern wir mit Windkraft hart zu Boden oder pusten ihnen von einer nahen Feuerstelle heiße Wellen entgegen. Allzu aggressiv sind diese Kämpfe jedoch nicht und stellen uns auch bei größeren Feinden meist nicht vor eine harte Aufgabe.

Wie auch beim Vorgänger kann man in gemütlichen 4-6 Stunden den Abspann des Spieles sehen, für den Preis von gerade mal 10 EUR ist das aber ein Stundenpreis, der keinen Grund zur Beschwerde liefert. Fleißige Sammler haben danach immer noch Freude, alle der versteckten Statuen zu finden, um Konzeptskizzen und ähnliche „Secrets“ freizuschalten.


Das Fazit von: Manu

Manu

LostWinds2 ist einer der stillen Highlights dieses heißen Spieleherbstes. Wii-Besitzer sollten sich diese Perle auf keinen Fall entgehen lassen. Frontier hat so gut wie alle Mängel aus Teil 1 ausgemerzt und das Spiel um sinnvolle neue Features bereichert, ohne den Charme und die Innovation des ersten Teiles zu verlieren. Für 10 EUR bekommt ihr hier einen der besten und schönsten Titel, den man auf der Wii finden kann. Lasst euch entführen in die zauberhafte Winterwelt, ihr werdet es nicht bereuen.


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positiv negativ
  • Stimmungsvolles Design, liebevolle Details und Animationen
  • Innovative Steuerung
  • Wiimote kongenial eingesetzt
  • Motivierendes Spiel-Prinzip mit zu lernenden Fähigkeiten
  • Sehr Atmosphärisch
  • Kurze Spielzeit
  • Rätsel sehr einfach
  • Wenig Wiederspielbarkeit





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