Love Spaghetti Love

Love Spaghetti Love

Originaltitel: Spaghetti a mezzanotte
Genre: Komödie
Regie: Sergio Martino
Hauptdarsteller: Lino Banfi
Laufzeit: Ca. 88 Minuten
Label: KNM Home Entertainment GmbH
FSK 16

Love Spaghetti Love   04.09.2013 von Wolf

"Ein Filmvergnügen voller Witz und Charme, mit bildhübschen Frauen und trottelhaften Männern, tollen Gags und flotten Sprüchen" erwartet laut Beschreibung den Zuschauer mit Love Spaghetti Love, einer Komödie aus dem Jahre 1981, die jetzt unter dem Label Sexy Classic Edition neu auf DVD herausgebracht wurde. Ob der Klappentext wohl hält, was er verspricht?
 
Die Handlung von Love Spaghetti Love ist schnell umrissen: Der Protagonist, Rechtsanwalt Marcello, wird von seiner Frau, der hübschen Luisa,  zur Einhaltung eines strikten Diät- und Sportprogramms gezwungen, da sie dicke, glatzköpfige und impotente Männer verabscheut. Zu diesen scheint der arme Marcello mittlerweile zu gehören. Luisa lässt ihn nämlich nicht mehr ran und vergnügt sich stattdessen mit dem gutaussehenden Architekten Andrea. Marcello ist jedoch auch nicht untätig und vertreibt sich die Zeit mit der Frau des Richters des Gerichts, an dem er arbeitet. Diese wohnt zufällig im selben Haus wie Andrea. Man ahnt es bereits: Hier ist für genügend Konflikt- und Klamaukpotenzial gesorgt.
 
Marcello nimmt in diesem Film in etwa die Rolle eines menschlichen Goofy ein, der zudem seine Hose nicht oben halten kann. Es vergeht kaum eine Szene, in der ihm nicht etwas Schmerzhaftes passiert. Zu Beginn ist das stellenweise noch ganz unterhaltsam, mit fortschreitender Spieldauer wissen die "tollen Gags" mit ihrer Vorhersehbarkeit und Plattheit allerdings nicht mehr vom Hocker zu reißen. "Das sind höchstens zehn oder zwölf Meter", wird Marcello von seiner Liebhaberin unterrichtet, die ihn dazu nötigt, aus dem Fenster zu springen um die drohende Entdeckung durch ihren Mann zu verhindern. Sollte der Zuschauer an dieser Stelle denken: "Jetzt kann der Film nicht mehr tiefer sinken", so kann man Entwarnung geben: Er kann und es sind noch gut 60 Minuten zu überstehen.
 
Ein zunächst aufgepfropft aussehender Krieg zwischen dem lokalen Mafiosi Don Vito und einer "Marseiller Bande" führt im Verlauf zu einem extrem in die Länge gezogenen Vertreter der nervigen Running-Gags des Films. Als nämlich Marcello im wahrsten Sinne des Wortes zufällig über die Affäre seiner Frau Luisa stolpert, hegt er Mordgedanken gegen beide. Don Vito kommt hier gerade recht und bietet Marcello an, das Problem für ihn zu beseitigen. Der Plan geht jedoch erwartungsgemäß nach hinten los und Marcello bekommt ein Problem mit der Leiche eines Attentäters, das ihn bis zum Ende des Films verfolgen wird; der besagte Running-Gag. Der Rest des Films spielt in Marcellos neuem Landsitz, der - Trommelwirbel - vom Architekten Andrea als Tempel der Lust entworfen und gebaut wurde. Hierzu lädt Luisa alles was Rang und Namen hat anlässlich Marcellos Geburtstags ein - noch mehr Klamaukpotenzial.
 
Um die Frage nach der Einlösung der Versprechungen des Klappentextes zu beantworten, folgt eine kleine Analyse. "Voller Witz" soll der Film sein. Nunja, er ist voller Stellen, denen man ansieht, das sie witzig sein sollten. Wirklich witzige Szenen lassen sich jedoch an einer Hand abzählen. Der "Charme" muss irgendwo zwischen dem Witz auf der Strecke geblieben sein. "Bildhübsche Frauen" gibt es tatsächlich: genau zwei. An "trottelhaften Männern" besteht absolut kein Mangel, an "tollen Gags und flotten Sprüchen" hingegen sehr wohl. Nach wohlwollender Analyse erfüllt Love Spaghetti Love also in etwa 50 Prozent seines Anspruchs. Davon wäre noch das fehlende Auftreten von Spaghetti abzuziehen, die es erst ganz am Ende zu sehen gibt. Das sind definitiv zu wenig Nudeln um den Titel zu rechtfertigen.
 

Bildergalerie von Love Spaghetti Love (17 Bilder)

 
Technisch gesehen ist der Film noch im Originalzustand. Man sieht ihm sein Alter an der Bildqualität an. Es wurden ganz offensichtlich keine Überarbeitungen für die DVD-Veröffentlichung durchgeführt. Die Filmmusik ist nicht sehr umfangreich aber dennoch eingängig und hat das Potenzial, dem Zuschauer noch ein wenig als Ohrwurm erhalten zu bleiben. 

Das Fazit von: Wolf

Wolf

Die Altersfreigabe ab 16 Jahren sowie das DVD-Cover und zwei der vier Screenshots auf der Rückseite lassen auf einen seichten Softporno hoffen. Ach, wenn es doch nur so wäre! Die Geschichte hält diesem Anspruch stand, jedoch hätte ein bisschen mehr Erotik mit den durchaus nett anzusehenden weiblichen Charakteren dem Film sicherlich besser getan als das Zelebrieren der vorhersehbaren, platten Gags. Love Spaghetti Love verliert sich quasi ab der ersten Minute in einer peinlichen Klamaukorgie, die einem irgendwann nur noch auf den Wecker geht. Die Szenen, in denen die Protagonistin durch unglückliche Umstände in ihrer Umgebung unfreiwillig entkleidet wird, nur um sich ein neues Kleid anzuziehen, dem ein paar Minuten später dasselbe widerfährt, schaffen es auch nicht, den Film spürbar aufzuwerten.


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