M.U.D. TV - Mad Ugly Dirty Television

M.U.D. TV - Mad Ugly Dirty Television

Publisher: Kalypso
Entwicklerstudio: Realmforge
Genre: Simulation
Sub-Genre: Wirtschafts-Simulation
Art: Vollpreis Titel
Erscheinungsdatum: 25. Februar 2010
USK 12

M.U.D. TV - Mad Ugly Dirty Television   01.05.2010 von Der Ohm

Geht euch das Fernsehprogramm auf die Nerven? Traut ihr euch vor lauter Big Brother, DSDS und 9Live nicht mehr den Flimmerkasten einzuschalten? Warum dann nicht selber TV-Produzent werden und wenigstens Geld damit verdienen was man dem Publikum vorsetzt. Diese Möglichkeit bietet euch nun M.U.D. TV, der inoffizielle Nachfolger des legendären „Mad TV“  aus seeligen C64 Zeiten. Ich habe sie mal genutzt, willkommen bei OHM-TV.

Stellt euch diese Aufgabe aber nicht zu einfach vor. Anstatt Pfeife rauchend im dicken Ledersessel auf den Feierabend zu warten müsst ihr euch über sämtliche Belange der Programmgestaltung kümmern. In eurer neuen Rolle als TV-Produzent läuft mir mit einem kleinen Avatar durch ein Hochhausstockwerk, in dem der Komplette Sender untergebracht ist. Um zum Beispiel ein Film aus eurem Archiv abzuspielen müsst ihr euch nicht durch langweilige Menüs hangeln sondern marschiert einfach aus eurem Büro quer über den Flur. Im Archiv angekommen könnt ihr einen der bereitliegenden Sendungen zum Transport in euren PDA ziehen, der in dem Spiel als Zentraler Knotenpunkt bereitsteht. Dieser wird am unteren, rechten Bildschirmrand angezeigt und hält euch auf den Laufenden. Euer Fernsehprogram wird natürlich auch Live gezeigt, dieses findet ihr in Form eines kleinen Fernsehers unten links. Je nach gezeigter Sendung läuft in dem Fernseher eine kleine, sich wiederholende Animation mit den Akteuren, besonders zu Beginn des Spiels sehr unterhaltsam.

Um den Sendebetrieb aufrecht zu halten, reicht es aber nicht die paar Sendungen aus dem Archiv immer wieder abzuleiern, ihr braucht neuen Inhalt. Entweder fahrt ihr mit dem Aufzug in die Lobby, in der Filme in einem Laden eingekauft werden können, oder ihr produziert kurzerhand selbst etwas. Alles was hierfür benötigt wird, baut ihr auf eurer Etage selber. Erst mal muss ein Drehbuch verfasst werden, wofür die Autoren einen Raum und Zeit benötigen. Als Mitarbeiter steht euch im Tutorial ein gewisser Nuck Chorris zur Verfügung, der sich hervorragend als Autor einsetzen lässt. Anhand von Talentbalken mit bis zu fünf Sternen lässt sich die Fähigkeit der einzelnen Mitarbeiter feststellen.

Nachdem das Drehbuch erstellt wurde, benötigt ihr natürlich ein Studio, um das geschriebene in die Tat umzusetzen. Jetzt fehlen nur noch Schauspieler und schon können die Dreharbeiten beginnen. Nach Abschluss wandert euer neustes Werk ins Archiv, aus welchen ihr euch erneut bedienen dürft. Keine Wirtschaftssimulation ohne Kapitalismus! Eure laufenden Kosten müssen natürlich auch irgendwie gedeckt  werden. Um den Sendebetrieb am Laufen zu halten,  müssen die Einschaltquoten stimmen und die Werbeblöcke passend positioniert werden.

Die jeweiligen Werbeverträge werden in einer Agentur im Foyer abgeschlossen. Um das Geld zu erhalten, müssen einige Vorgaben der Werbepartner eingehalten werden. Je nach geforderter Zielgruppe, könnt ihr Sendungen produzieren, bei denen auch die Werbung auch den passenden Zuschauer erreicht. So dreht ihr Kochsendungen für Hausfrauen oder Actionserien für Machos. Insgesamt gibt es acht verschiedene Zielgruppen die befriedigt werden wollen. Leider ist das Zielgruppenfeature nicht ideal umgesetzt. So ist es ausgeschlossen dass auch nur eine Person, die nicht zur Zielgruppe der Sendung gehört die Sendung schaut. Auch Sendungen mit über zwei Millionen Zuschauer  fallen bei direkter Wiederholung auf eine Einschaltquote von 0,0% zurück, da müsste doch wenigstens einer vor dem Fernseher eingeschlafen sein oder gerade zum Bierholen am Kühlschrank rumlungern. Hier kann vielleicht durch ein Patch nachgebessert werden, so steif können die Zuschauer doch nicht sein.

Aber nicht nur das Spiel selber boykottiert euch, ihr könnt es online mit bis zu sieben Gegnern aufnehmen. Natürlich macht der gemeinsame versuch Quotenkönig zu werden umso mehr Spaß. Mit einem Spion, der nach einer Fahrstuhlfahrt im Foyer anzuheuern ist, könnt ihr den Sendeplan der Mitspieler einsehen und so die Sendungen ein wenig versalzen. Ähnlich wie in Aufbausimulationen müssen in einem Entwicklungslabor einige Konzepte und Spielvarianten erst entwickelt werden, bevor sie von euch zum Einsatz gebracht werden können.

M.U.D. TV ist wirklich knuffig anzusehen. Die kleinen Mitarbeiter wuseln durch die Gänge, hängen in der Kantine ab oder stehen freundlich lächelnd im Studio bei einer Produktion. Auch reden können die kleinen, allerdings nur kauderwelsch. Die Ansicht kann gezoomt und gedreht werden, die drüber liegenden Etagen werden einfach abgeschnitten – So habt ihr immer klare Sicht auf eure Büro und Produktionsräume. Neue Räume könnt ihr passend in Position drehen;  sobald der Standort geeignet ist, färbt sich der Raum grünlich. In den Studios tummeln sich je nach Produktion Pferde, Autos und zahlreiche andere Requisiten. Grafisch ist das Spiel liebevoll umgesetzt, wenn auch dieser Bereich nicht an „The Movies“ ran reicht.


Das Fazit von: Der Ohm

Der Ohm

Und schon wieder ein Spiel bei dem mir auffällt, wie alt ich bin. Ich kann mich noch gut daran erinnern, als MAD-TV veröffentlicht wurde. Nach dem ich mich jahrelang in Spielen wie Kaiser, Vermeer oder Hanse durch die Menüs gehangelt habe, gab es nun eine Wirtschaftssimulation in der ich einen Charakter steuern konnte. Ttrotz des  spaßigen Konzeptes, hatte das Spiel auch noch Tiefgang. In M.U.D. TV ist vieles übernommen und in die moderne gerettet worden, besonders der abgefahrene Humor. Einige Schnitzer haben sich allerdings eingeschlichen, wie die Zielgruppenregelung, die grundsätzlich eine tolle Idee war. M.U.D. TV hat schon seine Community gefunden und wird vom Entwickler eifrig unterstützt. Wenn diese Punkte noch ausgemerzt werden, verspreche ich dem Spiel noch eine lange Zukunft mit treuen Kunden.


Die letzten Artikel des Redakteurs:


positiv negativ
  • Dreh von eigenen Shows
  • Spielbar bis zu acht Spieler
  • Sabotage
  • Werbung für Zielgruppen
  • Wirtschaftssimulation bleibt auf der Strecke
  • Story sehr seltsam
  • Zuviel Hin- und Herlaufen
  • Noch ein paar Bugs, die dringend enfernt werden müssen





Kommentare[X]

[X] schließen