Mad Circus - Eine Ballade von Liebe und Tod

Mad Circus - Eine Ballade von Liebe und Tod

Originaltitel: Balada triste de trompeta
Genre: Horror / Komödie
Regie: Álex de la Iglesia
Hauptdarsteller: Carlos Areces • Carolina Bang
Laufzeit: Ca. 111 Minuten
Label: Koch Media Home Entertainment
FSK 18

Mad Circus - Eine Ballade von Liebe und Tod   06.05.2012 von DeWerni

Javier tritt in die Fußstapfen seines Vaters und wird Clown in einem umherziehenden Zirkus, dem er sich anschließt. Dort trifft er auch auf seine große Liebe Natalia. Doch diese fühlt sich zwischen ihm und ihrem Lover, dem brutalen Sadisten Sergio, hin und hergezogen. Ein brutaler Kampf um Liebe, Lust, Begierde und das nackte Überleben beginnt. Hereinspaziert in die Manege …

Spanien im Jahre 1937 – Es herrscht Bürgerkrieg. Mittendrin auch ein Clown und sein Kind Javier (Carlos Areces). Durch einen Mangel an Soldaten wird der Vater zum Einsatz an der Front verdonnert und gerät in ein Blutbad zwischen den Fronten. Einige Jahre später fühlt sich Javier zum Erbe seines Vaters berufen: Auch er möchte Clown werden und die Kinder belustigen. Doch als er bei einem Zirkus in der Nähe anheuert, wird schnell klar, dass er lediglich für die Rolle des tragischen und traurigen Clowns geeignet ist, der immer alles einstecken muss. Neben einigen, weiteren skurrilen und eigenwilligen Künstlern trifft er dort auch auf die hübsche Akrobatin Natalia (Carolina Bang), auf die er seit diesem Moment verrückt ist.

Doch leider ist sie mit dem exzentrischen und brutalen Sergio (Antonio de la Torre) zusammen. Auch wenn dieser sie oftmals wie Dreck behandelt, hat er eine magische Anziehung für sie, der sie nicht wiederstehen kann. Das Makabre an der Sache ist die Situation, dass Sergio gleichzeitig der Star des Zirkus ist. Er ist der lustige Clown, der mit Javier zusammenarbeiten soll und die Kinder reihenweise mit seinen Späßen beglückt. So sieht der brave Javier wieder einmal keine Chancen für ihn. Doch eines Abends, als die Zirkustruppe beim gemeinsamen Essen in Streitigkeiten gerät, schlägt Sergio Natalia wieder einmal blutig. Als Javier sich hinterher um ihre Verletzungen kümmert, merkt sie, welch gutes Herz in ihm zu schlagen scheint. Fortan geht sie des Öfteren mehr oder weniger heimlich mit Javier aus, sie fühlt sich auch von ihm angezogen und die beiden küssen sich. Seit diesem Moment hat Javier Blut geleckt und möchte um seine Chance kämpfen. Es ist klar, dass die Situation der drei so nicht weitergehen kann. Doch das Ganze spitzt sich so weit zu, dass erst Javier krankenhausreif geschlagen wird, bevor er selbst dazu ansetzt, Natalia und seine Liebe von dem Monster zu befreien. Doch dann wird auf einmal schnell klar, auf welch gefährliches Spiel sich die drei eingelassen haben. Es beginnt ein brutaler und blutiger Kampf um Liebe, Leidenschaft, Hass und schließlich auch das eigene Leben …

Bildergalerie von Mad Circus - Eine Ballade von Liebe und Tod (8 Bilder)

Welche skurrilen und nicht gerade einfachen Situationen werden die drei noch meistern müssen? Wer wird schließlich die Oberhand behalten? Oder wird sich Natalia selbst in die Entscheidungsfindung und den Kampf der beiden einmischen?

 

Vom technischen Aspekt her gesehen haben die Produzenten sehr gute Arbeit geleistet. Das Bild des Films kommt mit sehr ordentlichen Schärfe- und Detailwerten daher und überzeugt beim Schwarzwert und damit verbunden auch beim Kontrast. An den hellen Einstellungen gibt es so gut wie gar nichts zu bemängeln. In den dunkleren Szenen gibt es einige wenige Unschärfen und etwas Bildrauschen, was aber nicht weiter stört. Genial ist zudem die stilistische Umsetzung der Farben. Dabei ist das Bild grundlegend in diversen Grautönen gehalten, nur die wichtigen Aspekte der Bilder sind im Kontrast dazu schrill und bunt. Das sorgt für eine geniale und auch etwas edlere Atmosphäre. Ähnlich sieht das Niveau auch beim Sound aus. Dieser ist sehr gut abgemischt, so dass über die diversen Kanäle ein tolles Klangbild mit räumlichem Effekt entsteht. Zudem werden alle Kanäle effektvoll in die actionreicheren Szenen eingebunden. Die Dialoge sind meist sehr gut verständlich, lediglich in ein, zwei lauteren Einstellungen gehen ein paar Worte unter. Insgesamt handelt es sich bei dieser Veröffentlichung um eine technische Delikatesse, die sich vor aktuellen Hollywoodproduktionen mit Sicherheit nicht zu verstecken braucht.


Das Fazit von: DeWerni

DeWerni

Wow, da muss ich echt mal wieder sagen, dass mich dieser Film komplett umgehauen hat. Damit konnte ich beim besten Willen nicht rechnen. Hier gibt es so viele Elemente, die mehr oder weniger, teilweise auch auf groteske Art und Weise zusammenpassen: Liebe und Hass, Ästhetik und Gewalt, Zärtlichkeit und Brutalität, Plumpheit und Genialität. Viel besser hätte man dieses Werk, das bisher bei uns gar nicht so richtig bekannt geworden ist, gar nicht in Szene setzen können. Die Schauspieler machen ihre Sache in einer Story aus harter Realität und gekonnten phantasievollen Ausschweifungen der sanften aber auch brutalen Art richtig gut. Selbst das Ende wartet mit einer Wendung auf, mit der man nie so richtig rechnen konnte. Bei Mad Circus handelt es sich auf jeden Fall um den besten Film, den ich seit langem abseits des Hollywood-Einheitsbreis gesehen habe. Ein besonderer Geheimtipp für alle, die sich der Spannung und den extremen Gegensätzen gewachsen sehen!


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