Mario Party 9

Mario Party 9

Publisher: Nintendo
Entwicklerstudio: Nintendo
Genre: Partyspiel
Sub-Genre: Digitales Brettspiel
Art: Fullprice
Erscheinungsdatum: 02.03.2012
USK 6

Mario Party 9   27.03.2012 von Benji

Es ist wieder so weit. Der Klempner lädt erneut zur großen Party und das heißt in erster Linie digitaler Brettspielspaß. Im neunten Teil der beliebten „Mario Party“ Reihe wirft Nintendo nun viele alte Traditionen über Bord und entwirft den zentralen Teil des Spiels komplett neu. Wir haben die Würfel rollen lassen und verraten Euch, ob der berühmte Italiener noch immer der Partykönig ist, oder ob er lieber den Event-Manager wechseln sollte ...

 

Chips, Bier, Cola und Gummibären liegen fein aufgereiht auf dem Tisch. Die Wii ist bereits eingeschaltet, die vier Wii-Motes warten auf ihre Kommandos. Dieser Abend wird lang, und es wird Opfer geben! Gesucht ist der Mario Party 9 King und ich bin bereit, diesen Titel entgegen zu nehmen. Meine Konkurrenz besteht aus einer bunten Mischung mehr oder weniger begabter Hobby-Zockern. Es sind also die perfekten Voraussetzungen. Als alter Kenner der Reihe sollte für mich nichts schief gehen dürfen. Doch ich habe meine Rechnung ohne Nintendo gemacht.

 

Mario Party 9 ist verglichen mit den Vorgängern geradezu revolutionär anders. Sicherlich gibt es wieder rund 80 Minispiele, in denen sich die Spieler immer wieder messen müssen und natürlich passiert das wieder im Rahmen eines digitalen Brettspieles. Doch gerade hier fangen die Änderungen an. Anders als zuvor hüpfen die Charaktere nicht mehr unabhängig voneinander über das Feld und versuchen Münzen und Sterne zu sammeln. Stattdessen sitzen nun alle in einem Fahrzeug und fahren gemeinsam über ein größtenteils lineares Spielbrett. Eine erste Änderung, die aus der Sicht eines eingefleischten Fans eher merkwürdig anmutet. Tatsächlich wird ein Match damit wesentlich linearer, doch ebenso strategischer. Denn neben dem gemeinsamen Fahrzeug bekommen die Spieler regelmäßig spezielle Würfel, mit denen es möglich ist, eine wage Kontrolle des Verlaufs zu übernehmen. Außerdem kann man an einigen Stellen in den insgesamt sieben Karten den Pfad wählen. Diese Entscheidungen übernimmt fast immer der Spieler, der gerade an der Reihe ist. Geht Ihr dabei geschickt vor, könnt Ihr Eure Mitspieler in fiese Fallen reinmanövrieren. Diese müssen nämlich zwangsläufig nach Euch würfeln und dürften sich z.B. über explodierende Bomb-Ombs und den damit verbundenen Abzug reichlicher Sterne böse ärgern. Sprich: Ihr könnt Euren Mitspielern durch taktisches Vorgehen ordentlich Steine in den Weg legen.

 

Entgegen dem Vorgänger gilt es diesmal nicht, Münzen zu sammeln, um damit Sterne zu kaufen. Stattdessen gibt es jetzt direkt Mini-Sterne, und wer davon am Ende die Meisten besitzt, hat gewonnen. Die Strecken sind gewohnt abwechslungsreich. Es gibt mal wieder fröhliche Strände, lustige Wälder und einen feurigen Vulkan. Jeder Level hat einzigartige Eigenschaften, die sich auf den Spielverlauf ausüben und damit versprühen die Spielbretter auch jeweils einen eigenen Charme. Als nettes Gimmick hat Nintendo in den linearen Abläufen je zwei Boss-Mini-Spiele platziert. Bei diesen kämpfen die Mitspieler zusammen gegen einen Boss, während Punktekonten wiederum darüber Klarheit geben, wer dabei der Beste ist. Daraus ergibt sich letztlich eine Reihenfolge, die dann natürlich in Mini-Sterne umgewandelt wird.

 

Neben den absehbaren Boss-Matches sind Minispiele ungewohnt rar geworden. Anstatt wie üblich in regelmäßigem Abstand wird nun nur noch gekämpft, wenn das Fahrzeug der Spieler auf einem entsprechenden Feld gelandet ist oder ein Spieler ein solches Match aus einer Kiste fischt. Als Ergebnis daraus verlieren Minispiele im allgemeinen Partymodus enorm an Relevanz. Es kommt nun viel mehr auf das taktische Würfeln und dem Handeln auf dem Spielbrett an. Das ist zumindest förderlich für die Spieldauer, die nun pro Match maximal um die 60 Minuten umfasst, dürfte allerdings abermals eingefleischte Fans ein wenig irritieren. Um der Panik nun entgegen zu wirken, sei vorsichtshalber erwähnt, dass dennoch oft genug Minispiele auftauchen dürften, um das gewohnte Chaos in die Spielabende reinzubringen.

 

In den kleinen Matches hat sich zum Glück nahezu nichts verändert. Nach wie vor bietet Nintendo eine Reihe leicht erlernbarer Spiele an, die meist nicht länger also 30 Sekunden dauern. Die Ideen sind vielseitig und variieren vom Gumba-Zählen bis hin zu spontanen Jump’n' Run-Einlagen. Jedes Spiel hat genug Potenzial, um die eigene Spielrunde in einen lauten Keil zu verwandeln, und damit hat das Spiel schon mal einiges erreicht. Zur Steuerung der Spiele werden nun nur noch eine Wii-Mote und keine weiteren Zusatzelemente benötigt. Das hebt den neunten Teil ein wenig vom Vorgänger ab, wo zumindest in einem Spiel noch ein Nunchuck-Aufsatz nötig war. Das hilft dabei Mario Party 9 auch mit einer mager ausgerüsteten Wii zu spielen.

Abgesehen vom Party-Modus können die Minispiele in einem separaten Modus direkt angewählt werden. Ansonsten bietet das Spiel leider nur begrenzte Langzeitmotivation. Zum Freischalten gibt es nur begrenzt sinnvolle Sachen und der Einzelspieler-Modus ist eher als Alibi integriert worden. Das wahre Manko liegt allerdings im fehlenden Online-Modus. Hier hinkt Nintendo fast schon erwartungsgemäß hinterher. Dabei wäre die Umsetzung nicht sonderlich schwierig gewesen und hätte dem Spiel einen enormen Qualitätsschub verliehen. Trotzdem lohnt sich der Kauf gerade für die nette Partyrunde unter Freunden. Ein besseres Spiel findet sich da nur schwer.


Das Fazit von: Benji

Benji

Die Party steigt erneut. Die Änderungen von Mario Party 9 sind größtenteils gelungen, auch wenn man das erst im zweiten Blick erkennen mag. Gerade der Partymodus spielt sich wesentlich befreiter, da die Minispiele nun zu wahren Überraschungsevents aufsteigen und ansonsten die gut gemachten Spielbretter in den verdienten Vordergrund gerückt werden. Die überschaubare Spieldauer der Matches verhindert späten Spielfrust und die einfache Steuerung macht das Vergnügen für ein breiteres Publikum erst richtig möglich. Was bei Mario Party 9 allerdings sehr stört, ist der fehlende Online-Modus. So entgehen gerade einsamen Spielern viele Spaßmomente, da der Einzelspieler-Modus ansonsten nur begrenzt überzeugen kann.


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