Mario und Luigi: Abenteuer Bowser

Mario und Luigi: Abenteuer Bowser

Publisher: Nintendo
Genre: Rollenspiel / Action
Art: Fullprice
Erscheinungsdatum: 09.10.2009
USK 6

Mario und Luigi: Abenteuer Bowser   14.12.2009 von Manu

Das Jahr 2009 ist und war ein gutes Jahr für Mario-Fans. Neben Mario vs. Sonic bei der Winterolympiade und dem 4er Coop-Festival auf der Wii im neuen „Mario Bros Wii“ hat auch Nintendos Handheld ein neues Abenteuer mit dem berühmtesten Klempner der Welt spendiert bekommen: Endlich einen neuen Teil in der von Kennern sehr geschätzten Mario RPG Reihe.

Bevor wir uns ins Abenteuer stürzen, müssen wir kurz eine kleine Geschichtsstunde einlegen für wie werte Leserschaft, die sich zum ersten Mal mit Mario in Rollenspielgefilde begibt. Angefangen hat alles 1996 mit „Super Mario RPG“ für das SNES, welches Nintendo in Kooperation mit dem Rollenspielexperten Squaresoft (heute Square Enix) entwickelt hat. Da das Spiel leider nie Deutschland erschienen ist und nur auf Importkonsolen läuft, erfreut es um so mehr, dass man sich dieses auf der Wii Virtual Console herunterladen kann. Unbedingt nachholen! Nach dem großen Erfolgt sollte natürlich Super Mario RPG 2 erscheinen, welches aus Lizenzgründen, da dieses nicht mehr mit Squaresoft entwickelt wurde, unter dem Namen „Paper Mario“ erschien. Im Gegensatz zum ersten Teil hatte hier die Optik den außergewöhnlichen „Papier“-Grafikstil, das Spielprinzip war aber weiterhin stark Rollenspiel-geprägt. 2003 erschien als quasi dritter RPG Teil der Serie „Mario & Luigi: Superstar Saga“ für den GBA und wurde 2005 fortgesetzt von „Mario & Luigi: Partners in Time“. Parallel dazu erschienen auch noch zwei weitere Paper Mario Teile für den Gamecube und das Wii.

Und damit kommen wir also zum dritten „Mario & Luigi RPG“, der in Deutschland unter dem etwas sperrigem Titel „Mario & Luigi: Abenteuer Bowser“ für das DS erhältlich ist.Der sehr schöne, weil doppeldeutige englische Untertitel des neuen Mario & Luigi Ablegers „Bowser Inside-Story“ konnte nicht passender übersetzt werden. Wenn die Übersetzung beim Titel schon scheitern, kann das für die Texte im Spiel kein gutes Omen sein. Daher stellen wir als allererstes einfach die Systemeinstellungen des DS auf englisch, um in den Genuss der englischen Bildschirmtexte zu gelangen, da die Serie bekannt ist für ihre humorvollen Texte und selbstironischen Anspielungen.

Unser Abenteuer beginnt natürlich im bekannten Pilzkönigreich: Wir laufen und hüpfen mit den zwei Mario Brüdern nicht im Königreich umher sondern in Bowser. Ja, richtig gelesen. Unser guter Bekannter König Bowser saugt uns nach dem Verzehr eines komischen Pilzes einfach ein. Dieser Pilz wurde ihm vom eigentlichen Bösewicht des Abenteuers, einem kleinen, seltsamen, nerdigen Brillenträger namens „Krankfried“ verabreicht als Teil seines dämonischen Planes, das gesamte Königreich und natürlich die Prinzessin unter seine Kontrolle zu bringen. Bowser fühlt sich zu Recht in seinem Stolz verletzt, schließlich versucht er dies seit Jahr und Tag. Da kann ja nicht einfach so ein komisch sprechender Kerl ankommen und ihm auch noch sein Schloß klauen. So steuern wir zur Abwechslung mal Bowser, mit ihm bewegen wir uns auf dem oberen Bildschirm. Der Clou: Auf dem unteren Bildschirm des DS sehen wir das Innenleben von Bowser und bewegen uns mir Mario und Luigi durch allerlei Organe und Innereien. Dadurch entsteht ein sehr amüsantes Zusammenspiel, kommen wir zum Beispiel mit Bowser nicht weiter, weil seine Kraft nicht langt, um einen dicken Steinblock zu zerstören, gehen wir mit Mario und seinem Bruder an die Stelle in Bowsers Körper, an der wir seine Bizeps-Muskeln stimulieren können, damit er stärker zuhauen kann. Oder wir schauen in seiner Halsgegend nach, warum er nicht mehr Feuerspucken kann und entfernen Unrat, der den Weg dort blockiert hat. Kommen wir wiederrum innerhalb des Körpers nicht weiter, trinken wir als Bowser einfach genügend Wasser, damit Mario und Luigi auf eine höhere Plattform schwimmen können. Klingt skuril? Ist es auch. Das „Castlevania/Metroid“-Prinzip, dass man bestimmte Stellen erst erreicht, wenn man eine neue Fähigkeit an anderer Stelle gelernt hat, wurde in der Form sicherlich noch nirgends mit soviel Humor und absurden Ideen umgesetzt.

Auch die Steuerung ist innovativ umgesetzt. Mario und Luigi „kleben“ förmlich zusammen, ihr lauft als eine Einheit, springen müssen wir für beide aber separat, jeder Bruder hat seinen eigenen Knopf, der ja nach ausgewähltem Modus auch einen Hammerschlag auslöst oder Mario auf Luigi springen läßt. Bowser steuert sich dagegen recht klassisch, aber auch mit ihm können wir mit den Schultertasten zwischen unterschiedlichen Modi wechseln, nachdem wir sie entdeckt oder gelernt haben.

Bis hierhin spielt sich das Spiel sehr Jump'n'Run-/Adventure- lastig. Hüpfen wir allerdings in gewohnter Mariomanier auf einen Feind, wechselt der 2D Modus in eine isometrische und ihr befindet euch ähnlich wie bei alten Final Fantasy Abenteuern in einem rundenbasierten Kampfmodus. Links wir, rechts die Feinde, über ein Kreismenü wählen wir unsere Angriffsart, können Items, z.B. zur Heilung oder Auffrischung von Actionpunkten zu uns nehmen oder Spezialattacken ausführen. Bei den Angriffen müssen wir unsere Feinde gut kennen. Ein Sprung auf den Kopf kann bei stacheligen Gegenertypen sehr unangenehm werden, genauso bringt ein Schlag mit den Hammer bei gepanzerten Gegnern sehr wenig. Bei den Sonderaktionen geben wir Aktionspunkte aus, um besonders starke Moves auszuführen, die wir übrigens durch das Finden von Puzzleteilen freischalten können. Im Gegensatz zu klassischen RPGs sind alle Angriffe abhängig von eurem Timing. Bei jedem Angriff müssen wir sehr genau zur richtigen Zeit die richtigen Knöpfe drücken. Zum Beispiel wenn Bowser Luft holt um Feuer zu spucken: Drücken wir zu früh, wird aus der gefährlichen Flamme nur ein kleines zündelndes Feuerchen und macht weniger Schaden. Drücken wir gar zu spät, verschluckt sich der Dicke und hustet den Feind nur peinlich an. Als Belohnung erhalten wir neben Erfahrungspunkten natürlich klassischerweise Münzen, die wir in Shops (ja, Bowser hat soviel eingesogen, dass es tatsächlich Gombas gibt, die aus Langeweile bereits Läden eröffnet haben und den gefundenen Unrat verkaufen) gegen heilende Tränke oder Ausrüstungsgegenstände tauschen. „Rüstung“ bedeutet in diesem Fall natürlich neue Latzhosen und weiße Handschuhe für die Brüder und Spezial-Panzer für Bowser. Mit den Erfahrungspunkten können wir unsere drei Figuren in ihren Detailwerten verbessern, wie zum Beispiel Angriff, Verteidigung, Schnelligkeit, usw. Ein großer Spaß: Bei den Brüdern hat selbst der Schnurrbart einen eigenen Wert, den wir verbessern können! Herrlich. Das macht sich dann wiederum in den Läden bemerkbar. Die Verkäufer erlassen uns ein paar Prozent vom Preis, wenn wir viel Pflege in unseren Bart stecken. Das Spiel ist gespickt mit solchen Keinigkeiten und witzigen Momenten. Da fängt Luigi z.B. in einer Cutscene schonmal an zu schnarchen und bemerkt nicht mal, dass die Welt von Bowser verschluckt wird und dafür weiß Bowser immer noch nicht, wer der grüne Kerl neben Mario ist.

Der Schwierigkeitsgrad ist angenehm hoch, vor Allem die größeren Zwischenbosse können unter Umständen mehr als einen Anlauf benötigen, dabei wird das Spiel aber nie unfair zu uns oder frustrierend. Die Spielwelt ist noch dazu riesig und selbst nach 10 Stunden Spielzeit kommen immer noch vereinzelte Tutorials auf uns zu, da wir noch nicht alle Fähigkeiten gelernt haben. Und auch nach der zwanzigsten Stunde in diesem Spiel lernen wir noch neue Gebiete kennen und haben genügend Motivation, auch das letzte Eckchen der Spielewelt zu entdecken.

Die Grafik ist liebevoll und die zwei unterschiedlichen Welten sind sehr verschieden und abwechslungsreich. Die Animationen der Figuren, vorallem natürlich Mario und Luigi sind die schönsten Sprites, die ich seit langem gesehen habe.


Das Fazit von: Manu

Manu

Ein wahrlich gutes Jahr für Mario. Für mich ist das neue Rollenspiel-Abenteuer nicht nur auf dem DS ein Anwärter für das beste Rollenspiel des Jahres. An diesem Spiel gibt es eigentlich nichts auszusetzen. Eine große, sehr große Portion Humor, liebevolle Figuren und Animationen, ein Anspruchsvolles und in allen Punkten geglücktes Kampfsystem, eine ansprechende und packende Story und eine gigantisch große Spielwelt mit zwei komplett unterschiedlichen Settings. Als wenn es nicht schon genügend Gründe gebe, einen DS zu haben, spätestens jetzt gibt es aber definitiv keine Ausrede mehr.


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positiv negativ
  • Grandioses Setting, je Bildschirm eine Welt
  • Innovative Steuerung mit Wechsel zwischen den Figuren
  • Motivierendes Spiel-Prinzip mit Fähigkeiten und Spezialattacken
  • Gute, witzige Dialoge
  • Herausfordernde Bosskämpfe
  • Einsteigerfreundlich
  • Etwas übertriebender Tutorialwahn





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