Mario und Sonic bei den Olymp. Winterspielen

Mario und Sonic bei den Olymp. Winterspielen

Publisher: Nintendo
Entwicklerstudio:
Genre: Sport
Sub-Genre: verschiedene Sportarten
Art: Vollpreistitel
Erscheinungsdatum: 16.10.2009
USK 0

Mario und Sonic bei den Olymp. Winterspielen  16.11.2009 von Manu

Mario und Sonic sind zurück. Nach dem sehr erfolgreichen Debut der zwei ehemaligen Konkurrenten zur Sommerolympiade in Peking bringen sie uns nun die Winterolympiade ins Haus. Natürlich wieder mit Originallizenz. Wie sich die Klempner- und Igelbande in Vancouver schlagen, erfahrt ihr hier.

Auch wenn die Kritiken des ersten Spieles eher mittelmäßig waren, einen gewissen Reiz konnte man ihm nicht abstreiten. Zu spannend war einfach die Frage, ob Mario gegen Sonic bei einem 100Meter-Lauf überhaupt eine Chance hatte. Das auf Casual-Gamer abgestimmte Spiel hatte so großen Erfolg, dass es eigentlich nur eine neue Olympiade benötigte, um ein neues Spiel herauszubringen. Die Winterolympiade in Vancouver steht nun vor der Tür (Februar 2010) und natürlich beziehen unsere Helden wieder Original-Schauplätze und mit der offiziellen Lizenz Quartier.

In einem sehr schön gemachten, gerenderten Intro lernen wir alle Charaktere kennen. Die Palette reicht natürlich von den üblichen Verdächtigen wie Mario, Luigi, Bowser und Co bis hin zu Roboter-Sonic und Vector, das Krokodil. Wer sich mit keinem der Knubbelnasen und Igelfiguren identifizieren kann, wählt einfach seinen Mii aus.

Fühlt sich jeder dann von seinem virtuellen Abbild genügend repräsentiert, stürzen wir uns mit bis zu 3 Mitstreitern in den Olympischen „Storymodus“, der uns durch alle Disziplinen führt. Wir haben dann stets die Möglichkeit, erst ein Training zu absolvieren, um dann später für die richtigen Wettkämpfe gerüstet zu sein. Positiv anzumerken ist hier auch, dass zwar jeder seine eigene Wiimote haben kann, wir aber auch zu viert antreten dürfen mit nur 2 Wiimotes oder gar einer. Das macht natürlich deutlich weniger Spaß, aber dennoch muss keiner nur zuschauen. In ein paar Disziplinen wie zum Beispiel Bobfahren dürfen wir dann als Team gleichzeitig agieren, in Solodisziplinen wie Skisprung springen wir nacheinander, treten aber dennoch als Team zusammen auf. Damit ist auch gewährleistet, dass alle Altersklassen und Spieler unterschiedlicher Spielerfahrung gemeinsam Spaß haben. Casual eben. Um auch den Coregamern, die mit Mario und Co aufgwachsen sind, ein paar Bonbons in den eher simplen Disziplinen hinzuwerfen, sind die „Dreamevents“ aus dem Vorgänger auch hier enthalten. Die Traumsequenzen vermischen geschickt Mario Kart mit einer der Disziplinen. So kann es euch passieren, dass ihr von einer gigantischen Skirampe springt, um minutenlang durch einen Level aus Mario Galaxy mit den Skiern zu fliegen und Punkte aufzusammeln. Diese Events sind durchgeknallt und unterhaltsam. Vor Allem dank der Anspielungen auf die Mario und Sonic-Universen.

Die Disziplinen reichen von den verschiedenen Skiabfahrten wie Alpin und Slalom, jeweils mit Ski und mit Snowboard, Bobfahren, Eiskunstlaufen, Eishockey, Snowboard Trick-Events bis hin zum heimlichen Star: Curling! (Eisstockschießen) Wer schon einmal an einem verregneten Sonntag im Sportkanal hängengeblieben ist, weiß sicherlich sofort, um was es geht. Curling, Nationalsport in Kanada, kann man sich ein bisschen vorstellen wie eine Mischung aus „Bowlen auf Eis“ und Boule/Boccia. Albern wirkt das Ganze dann noch dadurch, dass Menschen wie unter Putzzwang leidend mit Besen das Eis polieren als gäbe es kein Morgen. Zwei Mannschaften versuchen, auf einer Eisbahn ihre Spielsteine so nahe wie möglich in das Zentrum des Kreises zu bringen. Wegrempeln und strategisches Blockieren sind dabei gewollt und machen den Reiz des Spiels aus. Die Umsetzung mit der Wiimote ist dabei das Beste am gesamten Spiel. Ähnlich wie bei WiiSports Bowling definiert ihr den Speed durch vorschwingen der Wiimote, mit der Neigung eurer Hand könnt ihr einen Drall einstellen, der auf dem Eis richtig gut zur Geltung kommt und euch wahre Kunstwürfe ermöglicht. Und eure Mitspieler machen sich nach eurem Wurf, wie in Echt eben auch zum Affen durch wildes „putzen“ der virtuellen Eisfläche. Herrlich und vor Allem im Team ein wahres Highlight. Leider bringt das Spiel keinen Onlinemodus mit. Ich wäre mir sicher, eine potentielle Curling Liga wäre ein Ort, an dem ich viele, viele Stunden verbringen würde. Die restlichen Disziplinen wirken im Vergleich zum Curlen dagegen etwas farblos, teilweise auch lieblos umgesetzt. Viele der Sportarten hat man außerdem auf der Wii nicht zum ersten Mal gesehen, wenn man WiiSports und Co. sein Eigen nennt.

Zwischen den Wettkampftagen erhaltet ihr als Team auch immer wieder Herausforderungen von „Kontrahenten“, die euch zu einem speziellen Duell einladen, bei dem es gilt, im direkten Vergleich besser abzuschneiden oder als erster im Ziel zu sein. Als Belohnung erhalten wir neben Punkten für den Gesamtwettkampf, Olympische Medaillen und Münzen. Viele Münzen. Wozu? Nun, mit den Münzen können wir natürlich einkaufen. Nein, keine Dopingmittel, sondern Aufkleber für unsere Wintersportgeräte. Ja, Mario kann sich einen Aufkleber von Wario oder Sonic auf die Skiier oder den Bob kleben. Warum auch immer, aber die Möglichkeit ist vorhanden und irgendwas muss man mit den Münzen ja anfangen. Wer möchte, kann sich seinen Mii komplett neu einkleiden, von der Wollmütze bis zu Kostümen von Roboter-Sonic ist die Auswahl groß. Wer dann immer noch Münzen übrig hat, und das ist nicht unwahrscheinlich, kauft sich einfach ein paar Bücher und erfährt so „Wissenswertes“ über die Sportarten der Olympiade, Rekorde und Historisches. Ob man diese Infos nicht lieber schnell auf Wikipedia nachliest, anstatt sie für virtuelle Münzen auf der Wii zu kaufen, sei dahingestellt. Sammler werden aber sicherlich im Glück sein.

Während sich die meisten Events mit einer Wiimote genügend gut steuern lassen (mehr als wildes oder rechtzeitiges Schütteln ist leider auch selten gefragt), bieten einige Events die Möglichkeit, das Nunchuck anzuschließen und/oder das Wii-Balanceboard. Die Nutzung des Balanceboards ist ein nettes Extra aber mehr auch nicht. Wer Stoff für sein Balanceboard braucht, ist mit WiiFitPlus besser bedient und erhält auch dort Snowboarding und Skispringen.

Eine Frage, die allerdings Kopfschütteln hervorruft, ist die verpasste Chance, das Wii-Motion Plus Modul zu nutzen. Sehr schade.


Das Fazit von: Manu

Manu

Der zweite Ausflug in olympische Gefilde für die zwei Konkurrenten verläuft wie erwartet reibungslos. Das Spiel bietet eine routinierte Ansammlung von amüsanten und kurzweiligen Disziplinen mit winterlicher Atmosphäre und vielen Möglichkeiten, als Team ein wenig Spaß vor der Konsole zu haben. Anspruch oder Herausforderungen sollte man nicht erwarten. Die Traumsequenzen liefern erfahrenen Spielern ein wenig Abwechslung, die einfache Steuerung dagegen einen leichten Einstieg für Neulinge. Curling alleine rechtfertigt schon fast, aber auch nur fast, den Kauf. Alles andere ist nettes Beiwerk. Leider gibt es keinen Onlinemodus und auch die Achievements machen nur halb so viel Sinn, wenn man damit nicht vor Freunden angeben kann. Die Neuerung, wie die Nutzung des Balanceboards, werden eigentlich nur durch die fehlende Wii-Motion Plus Unterstützung getrübt. Hier kann Nintendo zur nächsten Olympiade noch deutlich aufrüsten und ruhig etwas dopen. Für Freunde von Wintersport und geselligen Casualgames zu empfehlen, Coregamer leihen es sich einfachmal aus, um Curling zu testen.


positiv negativ
  • CURLING!
  • Hübsche Rendersequenzen
  • Super Dream-Sequenzen
  • Team-Spiele, wie Bobfahren zu viert, machen Spaß
  • Viele Extras zum Freischalten für Sammler
  • Achievements
  • Habe ich schon erwähnt, wie toll Curling ist?
  • Oft langt wildes Wiimote schütteln
  • Alleine eher öde
  • Übertriebener „Freischalt“-Modus mit überflüssigen Items
  • Achievements nur offline





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