Martyrs

Martyrs

Originaltitel: Martyrs
Genre: Horror • Thriller
Regie: Kevin Goetz • Michael Goetz
Hauptdarsteller: Kate Burton • Troian Bellisario
Laufzeit: DVD (83 Min) • BD (86 Min)
Label: Tiberius Film
FSK 18

Martyrs   02.11.2016 von MarS

Der französische Horrorthriller Martyrs aus dem Jahr 2008 zählt zu den verstörendsten Werken der damaligen Terrorwelle unseres europäischen Nachbarlandes und hat bis heute eine große Fangemeinde. Kein Wunder also dass der Aufschrei groß war, als ein amerikanisches Remake des Films angekündigt wurde. Wir haben uns den gleichnamigen Film, der nun in einer leicht geschnittenen Version für den Heimkinomarkt erschien, für Euch angesehen...

 

Um allen Fans des Originalfilms aus dem Jahr 2008 nicht vor den Kopf zu stoßen, gleich vorab eine Warnung:

 

Nachdem es schon lange her ist dass ich selbst das Original gesehen habe und mich nur noch dunkel daran erinnern kann, stelle ich im Folgenden keinerlei Vergleiche zwischen den beiden Filmen an, sondern beschränke mich auf eine Kritik zum aktuellen Werk als selbstständigen Film. Dadurch kann dieser natürlich durchaus besser abschneiden, als er das bei einem direkten Vergleich tun würde.

 

Die 10 Jahre alte Lucie kann völlig verstört aus einem abgelegenen Schuppen entkommen, in dem sie festgehalten wurde. Sie kommt in ein Waisenhaus, wo sie sich mit Anna anfreundet, eine Freundschaft die auch Jahre später noch tief verwurzelt ist. Jahre später findet Lucie heraus, wer ihre Peiniger gewesen sind und beginnt einen blutigen Rachefeldzug, um endlich Frieden finden zu können. Doch was Lucie und Anna vor Ort vorfinden ist grausamer als alles, was sich die beiden auch nur ausmalen konnten und je mehr sie über Lucies Vergangenheit erfahren, umso mehr gleichen die Ereignisse einem lebendig gewordenen Albtraum...

 

Was geschah wirklich in Lucies Kindheit? Kann Anna ihrer Freundin helfen, die Vergangenheit zu bewältigen?

 

Martyrs ist ein absolut solider, unterhaltsamer Beitrag aus dem Rache-Genre, verzichtet dabei jedoch auf eine allzu explizite Darstellung von Folterungen, sondern konzentriert sich vielmehr auf die Hintergründe und Beweggründe der Taten. Nichts desto trotz gibt es auch hier eine ordentliche Portion Gore für den geneigten Fan, der sich jedoch größtenteils auf blutige Einschüsse mit einer Schrotflinte beschränkt und oftmals eher schlecht platziert wirkt und deutlich als Mittel zum Zweck dient als wirklich zu schockieren. Die Geschichte selbst wirkt dabei absolut konstruiert und kann mit seinen teilweise fantastischen, übersinnlichen und auch hoch religiösen Elementen nicht ganz überzeugen, ebenso schafft es Martyrs zu keiner Zeit, eine bedrohliche oder dichte Atmosphäre zu schaffen. Der Film ist einfach ein weiterer Rache-Film in der von ähnlichen Genre-Beiträgen überfüllten Thriller-Landschaft, liefert dabei aber nicht zuletzt dank den netten Hauptdarstellerinnen und visuell schön aufgemachten Szenen stimmige Unterhaltung, die jedoch weder nachwirkt noch groß im Gedächtnis bleiben wird.

 

Bildergalerie von Martyrs (7 Bilder)

Das Bild der Blu-ray ist im Gesamtbild sehr scharf und detailreich. Kontrast und Farbintensität sind stellenweise leicht erhöht, was nicht immer einen natürlichen Look gewährleistet. Der Schwarzwert überzeugt durch satte und sehr dunkle Bereiche, in denen dennoch keine Details verschluckt werden. Die 3D-Version ähnelt technisch der 2D-Variante, hat jedoch mit leichten Problemen im Kantenbereich, vor allem bei schnelleren Bewegungen zu kämpfen. Einen echten Mehrwert bietet die 3D-Fassung ohnehin nicht wirklich, da die Tiefenwirkung bereits in der 2D-Version sehr gut ist und hier nicht unbedingt mehr geboten wird. Auch Popouts gibt es keine. 3D-Fans können zwar nicht viel falsch machen, nötig hat es der Film aber keineswegs. Die Tonspur bietet immer wieder gezielt platzierte Surroundeffekte und Basseinsatz, konzentriert sich aber weitestgehend auf den vorderen Boxenbereich. Für den Film völlig ausreichend, da das Geschehen hier auch nicht wirklich mehr hergibt.


Das Fazit von: MarS

MarS

Martyrs ist ein solider Genrebeitrag, der gekonnt mit gewohnten Klischees und Erwartungen hantiert, ohne dabei jedoch in irgendeiner Form zu schockieren oder wirklich beängstigend zu wirken. Gerade auf Grund dessen sollten es sich Fans des Originalfilms wohl verkneifen, sich das Remake überhaupt anzuschauen, alle anderen können aber durchaus einen Blick riskieren, denn als eigenständiges Werk betrachtet hat Martyrs durchaus seine Unterhaltungswerte. Auf Grund diverser Schwächen, vor allem bei der Atmosphäre und der fehlenden schockierenden Wirkung auf den Zuschauer, pendelt sich der Film letztendlich aber leider nur im soliden Mittelfeld ein, ist dabei aber immer noch deutlich besser als einige andere Genrebeiträge der jüngsten Vergangenheit.

 

Noch eine Information am Rande:

Bei der hier rezensierten Version handelt es sich um eine Cut-Fassung, der etwas über eine Minute an Material fehlt.


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