Masquerade: The Baubles of Doom

Masquerade: The Baubles of Doom

Publisher: Big Ant Studios
Entwicklerstudio: Big Ant Studios
Genre: Action-Adventure
Sub-Genre: Platformer
Art: Downloadtitel
Erscheinungsdatum: 20.04.2016

Masquerade: The Baubles of Doom   28.05.2016 von LorD Avenger

Der muskulöse und vorlaute Narr Jaxx ist zusammen mit seiner hübschen Begleiterin Comedia auf der Suche nach den legendären Druidensteinen, die einem genug Macht versprechen, um das gesamte Realm zu beherrschen – kein Wunder, dass die bösartig wahnsinnige Clown-Armee ebenfalls auf der Jagd danach ist. Um ihr Informationen zu entlocken lässt „The Big Nose“ Lady Comedia entführen und ihre Rettung steht nun an oberster Stelle für den hammerschwingenden Narren…

 

Ein Relikt längst vergessener Konsolengenerationen: 3D-Platformer! Wir erinnern uns an Crash Bandicoot, Spyro und Co. – ein Genre, das PS1 und PS2 förmlich überflutete und nun nur noch sporadisch alle Jubeljahre wieder auftaucht. Und auch wenn ich das Comeback von 2D-Jump ´n´ Runs kritisch beäuge, hatten ihre 3D-Alternativen doch immer einige nennenswerte Probleme – und die haben sie offenbar bis heute.

 

Das digital erhältliche Masquerade erzählt die Geschichte von dem sonderbar blau angelaufenen Narren Jaxx, der mit einem übergroßen Comic-Hammer herumläuft. „Comic“ deshalb, weil er damit zwar böse Clowns ordentlich vermöbeln kann, Umgebungselemente wie Fässer oder Marktstände aber nur comichaft und entgegen sämtlicher physikalischer Gesetze gummihaft erschaudern lässt. Erzählt wird die Geschichte von ihm, der attraktiven Comedia und der Welt, in der sie leben, mit ziemlich ausschweifenden Flash-Animationen. Diese sind technisch nicht unbedingt lupenrein, aber ich weiß aus eigener Erfahrung wieviel Arbeit sie trotzdem gekostet haben und der Spaß an selbiger spiegelt sich wunderbar in sämtlichen farbenfrohen Zeichnungen wider. Farbenfroh – wenn man von Spielen wie American McGee’s Alice absieht ist das eigentlich ein festes Element für 3D-Platformer, so auch hier. Überhaupt traut sich Masquerade bedauerlicherweise sehr wenig und hält sich an Vorgaben und Klischees des alten Genres, das sicher nicht ohne Grund fast ausgestorben ist: Unsichtbare Wände zur Spielweltbegrenzung, schwer einzuschätzende totbringende Sprungpassagen, viel zu leichte Rätsel, völlig sinnlose Vorrichtungen, die einem das Voranschreiten erschweren und kleine Minispiele für die Abwechslung, die aber viel zu selten auftauchen und nach nur einmaliger Benutzung auf nimmer wiedersehen verschwinden. Andererseits bietet das Spiel einem auch nur 8 Kapitel, die relativ schnell durchgespielt sind – eine Trophäe fordert den Spieler sogar dazu auf, das gesamte Game in einer Sitzung durchzuspielen.

 

Grafisch ist das Spiel wie die regelmäßigen Cutscenes: Nicht auf der Höhe von Ästhetik und Technik, aber nett anzusehen und akzeptabel. Für ein PS4-Spiel allerdings wirklich grenzwertig, weil Masquerade sich nicht nur spielt wie ein PS2-Titel, sondern auch noch fast so aussieht. Körperteile, die bequem im Boden oder sonst wo verschwinden, wenn dieser eben im Weg ist, sind keine Seltenheit. Den Credits ist zu entnehmen, dass ein wirklich kleines Team hinter dem Titel steckt, weswegen ich zwar die technischen Mängel hinnehme – das Spiel ist nämlich gut und fehlerlos spielbar – aber ein bisschen enttäuscht über die Kreativität bin. Die Settings wiederholen sich mehr oder minder durchgängig und werden schnell langweilig, die Charaktere sind mehr als oberflächlich und die Story macht auch nicht viel her, gerade, weil sie auf Fortsetzungen ausgelegt ist und man sich viel Hintergrund schlichtweg spart. Obgleich die mächtigen Druiden-Steine versuchen Kern des Geschehens zu sein, geht es doch nur wieder um die klassische Rettung der holden Jungfrau, die zwar Comedia heißt, sich bei jeder Erwähnung aber nach Chlamydia anhört und der offenbar durchgängig kalt ist – zumindest ihrem eng zugeschnittenen Brustbereich nach zu urteilen.

 

Besonders enttäuscht war ich vom Humor – damit hat man sich nämlich genauso zurückgehalten wie mit dem Rest. Für ein Spiel, das sich Humor auf die Fahne schreibt und das einen Hofnarren als Protagonisten bietet sowie Clowns als Gegenspieler, gab es echt nicht viel zu lachen. Zu lachen eigentlich gar nichts, ich konnte allenfalls ein bis zwei Mal schmunzeln. Hauptfigur Jaxx wird als „vorlaut“ betitelt, hat aber lediglich sehr uninspirierte One-Liner zu bieten, die weder so gut sind, dass man sie feiern würde, noch so schlecht sind, dass man sich kopfschüttelnd über sie beömmeln könnte. Für die Cutscenes gilt dasselbe, obwohl man hier natürlich deutlich mehr Möglichkeiten hätte. Am ehesten wird man in Sachen Lachnummer dann doch bei den bösen Clowns fündig, deren Dialogen man lauschen kann, selbst wenn sie gerade außer Sicht- oder Reichweite sind. Auch hier hätte man deutlich mehr draus machen können und ich trauere den vertanen Möglichkeiten hinterher, aber ein paar Momente sind dann doch ganz nett geworden. Nett.

 

Bildergalerie von Masquerade: The Baubles of Doom (11 Bilder)

Gameplay-technisch gibt es nicht viel zu sagen, alles funktioniert relativ gut, aber auch sehr sehr simpel. Das Springen von bewegender Plattform zu bewegender Plattform hat mich noch nie begeistert und klappt hier auch nicht besser als in einem namhaften Jump ´n´ Run wie Crash Bandicoot, ähnliches gilt für das Balancieren über schmale, über einem Abgrund liegenden Planken. Beim Kampfsystem hat man sich bei den neueren Batman-Spielen bedient und kann mit relativ wenig Tastenkombinationen mehr oder minder über das Kampffeld von Gegner zu Gegner „fliegen“ und ihren Angriffen mit einem Konter entgehen, der klar und deutlich mit einem Symbol über dem Clowns-Kopf angezeigt wird. Das „Fliegen“ an sich funktioniert leider nicht so gut wie bei Batman und Combos werden dadurch schnell unterbrochen, ebenso gibt es natürlich deutlich weniger Möglichkeiten und nicht so spektakuläre Finisher – auch wenn der letzte Schlag für den letzten Gegner ebenfalls in Zeitlupe präsentiert wird. Gut, dass das Spiel so kurz ist, das Kampf-Gameplay wird nämlich sehr schnell öde, da es so viel Abwechslung bereithält. Die einzige Waffe im Spiel ist Jaxx‘ Hammer und dieser kann lediglich mit Quadrat angreifen, mit Dreieck kontern und mit Kreis eine Spezialtechnik ausführen, sofern die entsprechende Leiste gefüllt und diese bereits freigeschaltet sind. Gegner hinterlassen nämlich ihre Clowns-Nasen (was auch sonst?) und durch das Sammeln dieser schaltet ihr bis zu drei Spezialtechniken frei, die das Spiel noch leichter machen und bereits nach der Hälfte des Games alle freigeschaltet sind – danach macht es eigentlich gar keinen Sinn mehr irgendwas zu sammeln – abgesehen von der nötigen Motivation Masquerade zuende zu bringen.


Das Fazit von: LorD Avenger

 LorD Avenger

Masquerade bleibt deutlich hinter den Erwartungen zurück, da es weder mit Gameplay, noch mit Story oder Aufmachung und schon gar nicht mit Humor punkten kann. Alles ist von der Stange, unkreativ, langweilig und hat in etwa so viel Anspruch wie ein x-beliebiges Kinderspiel – schade, denn das Potenzial ist da! Auch wenn die Optik nicht mehr zeitgemäß und das Gameplay zu einseitig ist, funktioniert doch alles sehr gut und man wird nicht durch lästige Bugs oder Glitches ausgebremst. Das wiederum ändert aber nichts daran, dass man sich gute Ideen offenbar für mögliche Fortsetzungen aufgehoben hat – in der letzten Cutscene sieht man nämlich eine Menge Settings, die, im Gegensatz zur der Küstenlandschaft aus dem tatsächlichen Spiel, interessant wirken. Wenn die Entwickler hier tatsächlich darauf gebaut haben eine Reihe zu starten, hätten sie diese aber mit deutlich mehr Bumms beginnen müssen.


Die letzten Artikel des Redakteurs:




Kommentare[X]

[X] schließen