Men of War: Condemned Heroes

Men of War: Condemned Heroes

Publisher: Peter Games
Entwicklerstudio: 1C Company
Genre: Strategie
Sub-Genre: Echtzeit-Strategie
Art: Lowprice
Erscheinungsdatum: 01.06.2012
USK 16

Men of War: Condemned Heroes   04.10.2012 von BeN

Mit Men of War: Condemned Heroes veröffentlichte die Spieleschmiede 1C Company einen weiteren Titel mit Weltkriegs-Szenario. Zum gefühlten hundertsten Mal geht es gegen die Deutschen, gegen die Achsenmächte und für den Frieden. Es gibt wohl kein Szenario, welches derartig ausgeschlachtet wurde, wie der Zweite Weltkrieg. Ob Men of War: Condemned Heroes mit altbackenen Geschichten aufwartet oder doch das Rad neu erfinden kann, erfahrt Ihr natürlich in unserem Review.


Handlung

In der Stand-alone-Erweiterung versetzt Ihr Euch in die Lage einer Strafdivision. Diese bestanden üblicherweise aus verurteilten Soldaten, Deserteuren oder politischen Gefangenen. Im Grunde waren die Mitglieder einer solchen Truppe zum Tode verurteilt, denn ihre Missionen hatten meist nur wenig Aussicht auf Erfolg. Sie mussten die Drecksarbeit übernehmen, die ehrenhafte Soldaten nicht übernehmen wollten. Beispielsweise an vorderster Front kämpfen, hinter feindlichen Linien Sabotage-Missionen durchführen oder einfach jede Menge Ablenkung schaffen. Leider hat es Men of War: Condemned Heroes nicht geschafft, diesen geschichtlichen Aspekt komplett auf ihr Spiel zu übertragen. Eigentlich sollte man nur ein Mindestmaß an Ausrüstung besitzen, dies ist hier nicht der Fall und würde auch wenig Sinn machen. Wer würde schon gerne eine Kriegs-Simulation spielen, wenn er lediglich eine Pistole zur Auswahl hätte. Sprich die Ausrüstung unterscheidet sich nicht maßgeblich von denen der ranghöheren Soldaten und auch sonst merkt man nicht, dass es sich hierbei um Straftäter beziehungsweise Deserteure handelt. Die Missionen sind nicht gerade todbringend oder selbstzerstörerisch. Dies bedeutet, würde man nicht über die Handlung vorab informiert werden, würde man nicht merken, dass es sich um eine Strafdivision handle.

 

Apropos Handlung, diese ist in vier Abschnitte und somit 13 Missionen unterteilt. Sie beginnt im Jahre 1942, als der erste Stopp in der Ukraine genauer Volyn liegt, gefolgt von einer groß angelegten Militäroperation "Bagration", am Magnusch Brückenkopf, in Warschau und letztendlich die Angriffe auf die deutschen Bastionen Altdam und Stettin am Ende des Krieges. Im Großen und Ganzen ist dies der übliche Spielverlauf eines Weltkriegs-Szenarios. Die Geschichte ist ja quasi schon vorgeschrieben.


Gameplay

Ganz Genretypisch gestaltet sich das Gameplay als äußerst anspruchsvoll. Ihr erhaltet zu Beginn einer jeden Mission eine bestimmte Aufgabe, wie Ihr diese löst, liegt allerdings ganz bei Euch. Bei Men of War: Condemned Heroes führen viele Wege nach Rom. Gerade diese Freiheit macht es aber Anfängern besonders schwer. Zwar gibt Euch das Spiel ab und an hilfreiche Tipps, doch rechnet mit mehreren Versuchen pro Mission. Nein, besser Ihr rechnet mit sehr vielen Versuchen pro Mission.


Besonders die Steuerung macht es einem zum Anfang sehr schwer. Die Soldaten machen irgendwie nie das, was man eigentlich wollte und sterben kurz darauf. Es bedarf schon einiges an Übung, bis Ihr endlich die Steuerung weitestgehend beherrscht. Hierbei habe ich mich gefragt, ob dieser erhöhte Schwierigkeitsgrad an dem Genre liegt. Ich erinnere da gerne an die Reihe Commandos, gleiches Genre und ebenfalls unmenschlich schwer.

Der Hauptaspekt bei der Bewältigung einer Mission ist das richtige Einsetzen eines jeden Spezialisten. Die Auswahl ist groß; von Scharfschützen über Flammenwerfer bis hin zu Panzerjägern. Dies erfordert Planung und vor allem viel Erfahrung. Ihr müsst an der richtigen Stelle zur richtigen Zeit die richtige Fähigkeit einsetzen und Euch somit Stück für Stück zum eigentlichen Ziel vorarbeiten.


Ein weiterer Aspekt sind die Deckungsmöglichkeiten. So müsst Ihr Euch von Deckung zu Deckung arbeiten und somit für den Gegner unsichtbar werden. Natürlich können sich Eure Charaktere sowohl ducken als auch hinlegen. Die Deckungsmöglichkeiten sind nahezu unbegrenzt und reichen von einfachen Steinen oder Bäumen, über Gebäude bis hin zu echten Schützengräben. In Men of War: Condemned Heroes könnt Ihr wie schon bei den anderen Ablegern die Gegenstände auf der Karte übernehmen. Beispielsweise könnt ihr bei stationären Geschützen einfach einen Eurer Männer abstellen. Ebenso Fahrzeuge können übernommen oder sogar ausgeschlachtet werden. Taktisch bietet der Titel also jede Menge Feinheiten.


Über die KI lässt sich eigentlich nicht viel schreiben. Sie ist weder clever noch strohdumm. Die feindlichen Einheiten bewegen sich zwar oft sehr unkoordiniert, dass tut dem Schwierigkeitsgrad allerdings keinen Abbruch. Die Steuerung der eigenen Einheiten übernimmt man ja größtenteils selbst, allerdings ist die Steuerung sehr komplex und teilweise unpraktisch. Ihr müsst den Spielzug haargenau erläutern, sonst raffen es Eure Kameraden nicht. Außerdem wurde der nervige Bug aus der Grundversion mit übernommen. Zwar können Eure Einheiten eigenständig auf Feinde schießen, allerdings wechseln sie dabei nicht zu ihrer besten Waffe. Da kann es schon mal passieren, dass ein MG in der Ferne mit der Pistole angegangen wird.

Bildergalerie von Men of War: Condemned Heroes (7 Bilder)

Grafik

Die optische Präsentation wirkt auf den ersten Blick pragmatisch. Insgesamt präsentiert sich die Grafik aber keinesfalls schlecht, beispielsweise die sehr realistische Physik der Schüsse, Einheiten und Gebäude erstaunt. Des Weiteren verschönern viele Details das Gesamtwerk. Allerdings darf man hierbei kein Grafik-Meisterwerk erwarten. Es erfüllt die Norm aber nicht die Kür.


Multiplayer

Der heutzutage wohl wichtigste Teil eines jeden Spiels, der Multiplayer. Dieser wird über den GameSpy-Modus abgehandelt. Ich bin damit irgendwie nie richtig warm geworden und schließlich hat kein großer Titel eine derartige Verknüpfung. Irgendwie wirkt dieser GameSpy-Modus auf mich immer wie irgendwie gewollt aber nicht geschafft. Jedenfalls gibt es dort zwei verschiedene Spielmodi: Flaggeneroberung und Siegesflagge. Beim Ersteren müsst Ihr zusammen mit Euren Kollegen bestimmte Gebiete erobern das Team, welches am Ende mehr Gebiete eingenommen hat, gewinnt. Beim Letzteren verhält es sich ähnlich nur eben mit Flaggen. Die beiden Modi könnt Ihr mit bis zu acht Spielern bestreiten.


Das Fazit von: BeN

BeN

Die ursprüngliche Frage aus der Einleitung steht immer noch offen im Raum. Hat es Men of War: Condemned Heroes aus dem Hause 1C Company geschafft, die altbackenen Geschichten zum neuen Leben zu erwecken? Einfach lässt sich diese Frage nicht beantworten. Zwar ist das Spiel keine Revolution und längst nicht der beste Teil der bekannten Serie, aber hat man erst mal die Hürde der Steuerung gemeistert, verbirgt sich doch eine Menge Spielspaß dahinter. Die Kämpfe sind äußerst realistisch und taktisch extrem anspruchsvoll. Dadurch stellt sich auch ein echtes Erfolgserlebnis ein. Dafür kommt der geschichtliche Hintergrund sehr kurz. Ebenso ist die KI nicht immer clever und ein Tutorial hätte dem Ganzen sicher auch nicht geschadet. Anfänger sollten hiervon lieber die Finger lassen und zu anderen Teilen der Serie beziehungsweise des Genres greifen. Alte Hasen und Experten werden nichtsdestotrotz Gefallen an Men of War: Condemned Heroes finden.


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positiv negativ
  • Gelungene Physik-Engine
  • Hoher Schwierigkeitsgrad
  • Taktische Vorgehensweise
  • Unpraktische Steuerung
  • Kein Tutorial
  • Fehlende Weiterentwicklung zum Hauptspiel
  • Geschichtlicher Hintergrund bleibt außen vor





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