Michael Clayton

Michael Clayton

Originaltitel: Michael Clayton
Genre: Polit-Thriller
Regie: Tony Gilroy
Hauptdarsteller: George Clooney, Tom Wilkinson
Laufzeit: 120 Minuten
Label: Constantin Film
FSK 12

Michael Clayton   03.09.2010 von derstefan

Ein wenig düster, ein wenig farblos, aber nicht ganz ohne Hoffnung ist das Weltbild in „Michael Clayton“. Wir sehen George Clooney in einer für ihn nicht ganz untypischen Rolle: Smart, kämpferisch und gewissenhaft. Wie sich das Gewissenhafte mit dem Job in einer Anwaltskanzlei vereinbaren lässt, ist eine berechtigte Frage, die der Film vielleicht, vielleicht aber auch nicht, beantworten kann.

 

George Clooney alias Michael Clayton ist seit langer Zeit bei einer großen Anwaltskanzlei tätig und langsam ein wenig ausgebrannt. Er ist der Mann der gefragt ist, wenn das rechtliche Durcheinander der Klienten der Kanzlei geklärt werden und quasi die Drecksarbeit erledigt werden muss, für die sich andere zu schade sind. Trotz seiner langjährigen Zugehörigkeit zur Firma ist er immer noch nicht Teilhaber geworden, was in der Branche eigentlich unüblich ist.

 

Der beste Anwalt der Kanzlei, Arthur Edens (gespielt von Tom Wilkinson „Rush Hour“, „RocknRolla“), hat das, was Michael Clayton nicht hat. Er hat den größten Kunden der Kanzlei, verdient einen Haufen Kohle und ist einfach das Zugpferd des Anwaltbüros. Einen Haken hat die ganze Sache: Er ist von Tabletten abhängig, um geistig normal zu bleiben. Sein einziger Kunde, der Größte der Kanzlei, ist eine Chemiefirma, bei der es nicht ganz mit rechten Dingen zugeht. Natürlich bleibt so etwas nicht verborgen, wenn man jahrelang diese Firma als Kunden hat. Aus heiterem Himmel erreicht die Kanzlei eine Hiobsbotschaft: Mitten in den Verhandlungen mit von der Chemiefirma geschädigten Bauern, erleidet er einen Nervenzusammenbruch. Wirres Zeug kommt aus dem Mund des Staranwalts, er zieht sich aus und wird von der Security abgeführt. Tja, da hat wohl jemand seine kleine bunten Pillchen nicht genommen. Und wer soll hier nun schnellstmöglich die Kohlen aus dem Feuer holen? Rischtisch, der Clooney Schorsch.

 

Warum ist sein Kollege so derartig ausgeflippt und verzichtet auf seine Medikamente? Clayton findet heraus, dass eine Zahlungsverweigerung an Landwirte, die durch die Produkte der Chemiefirma Schaden erlitten hatten, verschleiert werden soll. Sein nun etwas gestörter Kollege, der bisher die Kanzlei vertreten hat, wendet sich nun gegen die Chemiefirma und damit gegen seinen Arbeitgeber, dem jetzt droht, den größten Kunden zu verlieren. Was soll Clayton jetzt machen? Einerseits hat er einen Bruder, der in tiefsten Geldnöten steckt und dem er ständig finanziell aus der Patsche helfen muss. Wenn er sich jetzt aber gegen die Kanzlei richtet und seinen Kollegen unterstützt, wird er rausgeschmissen und hat keine Kohle. Und nicht nur dieser Existenzdruck lastet auf ihm, die Gegenseite greift auch noch tief in die Kiste mit der Aufschrift „Harte Bandagen“…

 

Michael Clayton ist ein Film, dessen Story und Erzählweise erfrischend unmodern ist. Ein Polit-Thriller, zwei Stunden lang, kleiner Anwalt gegen Großkonzern: Das waren die Zutaten von Filmen in den 70ern. Wenn man den Namen Sydney Pollack in der Schauspielerliste und als Ko-Produzenten liest, dann weiß man Bescheid, steht dieser Name doch für einige Meisterwerke von spannenden politisch geprägten Filmen. Damit der Film aber nicht langweilig wird, hat man den Drehbuchautoren James Gilroy verpflichtet, der für die Bourne-Trilogie verantwortlich war und hier bei seinem ersten Film den Regiestuhl besetzt hat.

 

Das Bild der Blu-ray-Fassung geht vollkommen in Ordnung, es ist scharf und hat den notwendigen Kontrast. Der Qualitätsunterschied zur DVD-Fassung ist nicht wahnsinnig groß, es lohnt sich aber dennoch. Die kühle, etwas farblose Stimmung des Films kommt einfach gut rüber. Egal ob Original-Fassung oder deutsche Übersetzung, man versteht die Dialoge perfekt. Natürlich ist der Film kein Surround-Sound-Kracher, aber das liegt in der Natur des Genres „Polit-Film“. Extras findet ihr in ausreichender Anzahl und ordentlicher Aufmachung: Audiokommentare, Making-of und Deleted Scenes sowie Darstellerinfos runden eine gelungene Blu-ray-Fassung ab.

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Das Fazit von: derstefan

derstefan

Wer Polit-Thriller mag, kann hier nichts falsch machen. Hier wurden sehr gute Schauspieler gecastet, die ihre Sache allesamt gut machen. Abstriche muss man bei Tilda Swinton machen, die zwar überzeugt, aber von Drehbuch her in meinen Augen vernachlässigt wurde. Ich trau mich das als George Clooney-Fan fast nicht zu sagen, aber ein anderer Hauptdarsteller wäre vielleicht auch gar nicht schlecht gewesen. Ein etwas mehr gebrochener Charakter hätte hier noch besser passen können. Ich bin trotzdem zwei Stunden lang vor dem Bildschirm gefesselt gewesen und kann eine Empfehlung an alle Thriller-Fans aussprechen, Clooney-Fanboys kaufen blind.


Kommentare

13.09.2010 11:42:51 von johannes


ich hab ihn bis jetzt noch nicht gesehen, aber hat nicht tilda swinton für ihre rolle sogar einen oskar bekommen? zumindest war sie nominiert, oder?

11.09.2010 20:15:17 von Ripndale


Nice movie!!!

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