Schon länger sind die bekannten Disney Charaktere wie Micky, Donald und Goofy eher in den Hintergrund gerutscht. Neuartige Animationsfilme mit grünen Wesen, blauen Kuschelmonstern, roten Autos und allerhand Fischen vertreiben alle alteingesessenen Geschichten und erobern somit den Markt. Doch mit Micky Epic wird dieser Tendenz entgegengewirkt und eines können wir schon vorweg nehmen, das Projekt Transfer der Micky Maus auf Nintendo Wii ist geglückt.
Mäuserich gegen Yen Sid
Die Handlung ist prinzipiell schnell erklärt. Eines Nachts sieht Micky durch einen geheimnisvollen Spiegel den Magier Yen Sid, ja das ist Disney rückwärts gelesen, während seines Schaffensprozesses. Dieser malt mit seinem magischen
Pinsel die Welten der alteingesessenen Comicstars. Doch Micky passiert ein Unglück und er zerstört das Werk des Magiers mit einer Flasche Verdünnungsmittel und flieht anschließend. Der Magier sieht die Katastrophe jedoch erst am nächsten Morgen und hat keine Ahnung, wie das passieren konnte. Schließlich hat er den geheimen Eindringling nicht gesehen.
Die Folgen dieser Zerstörung sollen jedoch erst lange später zum Tragen kommen. Viele Tage und Nächte später wird Micky gewaltsam nach Wasteland entführt. Der Name macht dabei dem Land alle Ehre. Weit und breit nur Wüste, Müll und Armut. Die Leute leben in zusammengezimmerten Holzbaracken und führen ein äußerst erbärmliches Leben. Wie bitte, normale Leute in einem Disney Spiel? Natürlich handelt es sich hierbei nicht um normale Bürger wie ihr und ich, sondern vielmehr um abgetakelte Disneystars wie Goofy, Donald, Kater Carlo und vielen weiteren. Sogar ein giftiger Duft von Verdünnungsmittel liegt überall in der Luft. Dieses ganze Elend wurde von Micky verursacht, als er den Verdünner auf das Bild vergoss. Natürlich ist Micky ganz und gar nicht mit der Situation zufrieden und kündigt als bald seine volle Unterstützung an, um seine ehemaligen Kollegen aus der prekären Lage zu befreien. Unterstützung bekommt er dabei von dem verrückten Wissenschaftler namens Gus. Ja ja, die verrückten Wissenschaftler dürfen bei Disney einfach nicht fehlen. Doch dem Mäuserich wird nicht nur Hilfe zu Verfügung gestellt, auch so mancher Bösewicht ergreift die Gunst der Stunde. Unter anderem Hase Oswald, der als einer der ersten bösen Charaktere in der Disney Geschichte sein Revival in Wasteland feiert.

Gameplay und Spielprinzip
Gewappnet seid ihr mit einem magischen Pinsel, klingt komisch, ist aber so. Mit Hilfe dieser kleinen Künstlerutensilien könnt ihr über Abgründen neue Plattformen erscheinen lassen, alte Maschinen mit neuen Zahnrädern in Betrieb setzen oder einfach Wände zwischen euch und euren Gegner pinseln.
Passend zum Pinsel besitzt ihr jedoch auch den bereits genannten Verdünner. Mit Hilfe der Chemikalie könnt ihr Türen und Böden auslöschen oder sich drehende Scheiben stoppen. Mit Unterstützung dieser wesentlichen Elemente haben es die Entwickler geschafft, super abwechslungsreiche Level zu gestalten. Bis man jedes einzelne Geheimnis entdeckt hat, vergeht wirklich eine Ewigkeit.
Alles in Allem ist das Gameplay also sehr gelungen, jedoch ist auch bei Micky Epic nicht alles perfekt. So haben wir durchaus Kritik an der Kameraführung. Diese ist nämlich alles andere als gut ausgefallen. Teilweise springt die Kamera herum, wie es ihr gerade passt, was bei großen Sprungpassagen sehr störend sein kann. Des Weiteren ist die Steuerung per Remote leider etwas ungenau, soll heißen, Ihr möchtet euren Gegnern den Boden unter den Füßen wegzaubern, trefft aber eine völlig andere Stelle und sterbt. Hier ist also etwas Übung und Feingefühl gefragt. Wenn man sich jedoch erstmal an die Remote-Steuerung gewöhnt hat, ist auch dieses Hindernis kein Problem mehr.

Wenn ihr mal nicht auf gefährlicher Mission zur Rettung der Cartoon-Stars seid, könnt ihr Euch in Wasteland relativ frei bewegen. Zum Beispiel führen die meisten Bewohner kleine Dialoge mit Euch oder geben Euch sogar einen Auftrag. Diese Aufträge bilden gleichzeitig eine Art Nebenbeschäftigung. Denn bis auf ein paar wenige Missionen, spielen diese keine Rolle für die Hauptstory. Alles in Allem kann sich Micky Epic in Punkto Gameplay und Geschichte also durchaus sehen lassen, auch wenn nicht alles perfekt ist. Besonders der Nostalgiefaktor ist, bedingt durch die ganzen Disney Stars, sehr groß.
Grafik und Sound
Wie schon so viele andere Dinge ist auch die Präsentation gelungen. Natürlich ist die Grafik nicht in High Definition, sehr wohl aber schön anzusehen. Der stilechte Cartoon-Style zieht einen richtig in die Welt von Micky und Konsorten. Auch die Vertonung weiß zu überzeugen, leider wurden jedoch viele Dialoge nur in Sprechblasen wiedergegeben und haben keine eigene Vertonung erhalten.
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