Mini Ninjas

Mini Ninjas

Genre: Action-Adventure
Erscheinungsdatum: 09.09.2009
USK 6

Mini Ninjas   07.12.2009 von derstefan

Ninja-Spiele haben auf den Konsolen ja schon so manche Umsetzung bekommen: Ich denke mit Wehmut und Freudentränen zurück an Klassiker wie „Last Ninja“ oder die etwas neuere „Ninja Gaiden“-Serie. Auf dem Nintendo Ds bekommen wir etwas kleinere und kindgerechte Ausgaben der Kämpfer zu Gesicht, denn die „Mini Ninjas“ dürfen ans Werk. Erfahrt hier, ob sich ein Kauf für euch lohnt.

 

Der Publisher Io Interactive, der sich unter anderem mit der Reihe „Hitman“ einen Namen gemacht haben, versorgt uns nun mit neuem Spiele-Futter im Ninja-Universum. In diesem Action-Plattformer dürft ihr in die Haut von jungen Ninjas schlüpfen, deren Dorf von einer Bande mächtiger Samurai unter der Führung des bösen Zauberer Ashida bedroht wird. Nun müssen sie versuchen wieder Frieden im Lande herzustellen und den Bösewicht zur Strecke zu bringen.

 

Gleich im ersten Screen springt einem der Hauptdarsteller Hiroförmlich ins Gesicht. OK, die Action kann beginnen! Zuerst bekommt man ein recht langes Intro präsentiert, in dem die Geschichte des Spiels noch einmal genau erklärt wird. Auf dem oberen Bildschirm läuft ein Video, das im unteren Bildschirm mit den Texten ergänzt wird. Wir erfahren, dass unser Ninja Meister schon nach und nach alle seine Ninjas losgeschickt hat, um die Situation wieder zu bereinigen. Leider sind diese alle nach und nach verschwunden und es sind nur noch zwei übrig, die er eigentlich nicht ausschicken wollte. Einer davon ist unser Hauptcharakter. Vielen Dank für die Blumen! Aber in der größten Not frisst der Teufel halt Fliegen und Hiro bekommt eine Ninja-Ausbildung. Die erste Aufgabe ist: Finde den Meister im Dojo. Laut Bildschirmtext kann man dieses scheinbar nicht übersehen, denn es gibt dort eine große Glocke.

 

Nachdem ich die unübersehbare Glocke NATÜRLICH nicht gesehen habe, habe ich dadurch einfach mal das Dorf erkundet. Gesteuert wird die niedlich animierte Spielfigur nicht mit dem Touchpen, sondern mit dem Steuerkreuz. Die 3D-Welt ist ordentlich gemacht und ziemlich groß, Texturverliebtheit kann man dem Spiel aber leider nicht nachsagen. Es wirkt alles ein wenig hölzern und eckig, aber immerhin vom Stil her ganz niedlich. Die Kameraperspektive kann durch kurzes Drücken der L-Taste in die aktuelle Blickrichtung ausgerichtet werden. Wenn man sich gerade mal einen Überblick verschaffen will oder muss, kann man sich durch drücken der L-Taste plus Steuerkreuz einen 360 Grad-Blick verschaffen. Leider ist das mit dem Überblick behalten dann so eine Sache, denn die Kamera läst sich nicht immer genau auf das ausrichten, was man erreichen will. Um einen Schalter per Wurfstern umzulegen, habe ich 12 Anläufe gebraucht...

 

 

Ahh, das Dojo, in dem mein Meister, habe ich jetzt gefunden. Er gibt mir jetzt die Aufgabe Blumen sammeln zu gehen. Blumen sammeln? Bin ich Gärtner oder Ninja? Aber gut, der weißhaarige Meister wird schon wissen, was er damit bezweckt. Die aufregende Mission „Blumen sammeln“ habe ich nach 5 Minuten erfolgreich abgeschlossen. Der Sinn des Blumensammelns liegt darin, dass ich diese bei bestimmten Punkten zu Zaubertränken umwandeln kann, die mir wieder Kraft oder ähnliche positive Kräfte verleihen können, wenn´s mal wieder ein harter Ninja-Arbeitstag war. Der Meister erklärt mir nun, dass sich meine Fähigkeiten verbessern, wenn ich eine gestellte Aufgabe meistere. Insgesamt gibt es 3 verschiedene Statusbalken: Den ersten stellt meine Lebenskraft dar. Am Anfang startet man mit einem Herzen, je mehr man weiterspielt, desto mehr Herzen kann man sammeln. Im Kampf gegen feindliche Samurai werden diese langsam weniger und können durch das Verwenden von Zaubertränken und anderen Gegenständen wieder aufgefüllt werden. Die zweite Fähigkeit ist die Magie. Mit ihr können wir erlernte Zauberfähigkeiten einsetzen, wie zum Beispiel die Verwandlung in ein Tier, um durch enge Stellen zu kommen oder ähnliche Aufgaben. Die letzte Fähigkeit erlaubt uns zum Beispiel schneller zu laufen. Wenn die Magie- und die Schnelligkeitsanzeige gegen 0 geht, lässt sie sich durch Meditation wieder auffüllen, die man durch einen Extra-Button auf dem Touchpad ausführt.

 

Und ab zur nächsten Mission. Mein Meister gibt mir den Auftrag, einer diebischen Elster ein Medaillon abzunehmen. Durch diese Aufgabe komme ich nun durch einen Weg, der mir vorher verschlossen war. Allgemein läuft es im Spiel grundsätzlich so: Kommt ihr durch eine Tür oder ähnliches nicht durch, so habt ihr eine Aufgabe noch nicht gelöst. Aufgaben bekommt ihr meist von den Bewohnern, die ihr im Spiel antrefft und mit der Taste „A“ ansprechen könnt. Nachdem ich der Elster das Medaillon abgenommen habe, trage ich meine Trophäe zum Meister. Als „Zuckerl“ erhalte ich einen starken Ginseng-Extrakt. Hmm, naja, lecker... Aber das Zeug scheint zu helfen: Durch das Einnehmen des Tranks erhalten wir zusätzliche Herzen, was uns im Kampf länger durchhalten lässt. Ach ja, Kampf: Nach circa einer Spielstunde darf man endlich gegen die feindlichen Samurai kämpfen, die so vehement das Dorf angreifen, dass unser Meister uns trotz unvollständiger Ausbildung in den Kampf ziehen lässt. Anfangs wird man mit Katana (einem geschwungenen Schwertmit einfacher Schneide) und Shuriken (Wurf- oder „Ninja-Sterne“) ausgestattet. Die Kampftechnik ist recht simpel: Entfernt stehende Gegner lassen sich mit den Wurfsternen erledigen, wobei es nicht ganz einfach ist die Steuerung zu beherrschen.  Mit den Wurfbiestern lässt sich nur begrenzt gut zielen, der Schwertkampf ist hier sauberer. Mit der A-Taste führt man einen kurzen Schwerthieb aus, mit längerem Drücken derselben Taste könnt ihr den Gegnern einen schweren Hieb verpassen. Aber nachdem wir hier ein Spiel für Kinder haben sterben die Gegner nicht, sondern werden nach ein paar Hieben in kleine, niedliche Tierchen verwandelt.

 

Zusätzlich zu dem etwas kleinen und schmächtigen Ninja Hiro könnt ihr im späteren Spielverlauf auch mit anderen Ninjas durch die Gegend wackeln. Der Held mit Namen Futo zum Beispiel (erinnert mich an einen von Walt Disneys´ Panzerknackern) ist eher der Mann fürs Grobe. Wo Hiro elegant mit Katana und Shuriken kämpft, probiert es Futo mit der Holzhammermethode. Seine Waffe: Ein Holzhammer. Bei den Aufgaben übernimmt er auch mal eine tragende Rolle. Zum Beispiel trägt er einen müden Krieger durch die Gegend, der uns zwar nach einem Kampf den Weg zeigen will, aber nicht mehr laufen kann oder mag.

 

Neben Ninjas kloppen und Blumen sammeln bekommt ihr auch Sidequests wie „Tengus“ befreien. Der böse Ashida hat nämlich alle Tiere in Käfige gesteckt. Wenn ihr diese befreit, erhaltet ihr Extras wie Zaubertränke und ähnliches. Abwechslung im Spielfluß gibt es durch Minispiele, in denen man zum Beispiel ein Strichmännchen in einer Papierlandschaft von links nach rechts nach rechts schicken muss. Zur Verfügung bei diesen Spielen stehen beispielsweise Pinsel und Messer. Mit dem Pinsel malt ihr erst mal ein Haus fertig, das aber jetzt im Weg steht. Was tun? Das Haus muss weg, aber wie? Hm, versuchen wir mal das Papiermesser auszuwählen. Jetzt sehen wir vorgezeichnete Linien, an denen schnippeln wir einfach mal per Touchpen rum. Und siehe da, das Haus ist ausgeschnitten und weg. In diesem Stil geht es weiter, bald ist das Mini-Level geschafft und wir können jetzt ein Tor passieren.

 

Das Gameplay ist allgemein nichts bahnbrechend Neues, geht aber trotzdem in Ordnung. Man muss Gegner besiegen, kleine Rätsel lösen und Bossfights überstehen. Auf Dauer kann das Metzeln relativ eintönig werden, aber es macht doch Spaß immer wieder kleine Items einzusammeln und diese dann zu Zaubersprüchen oder Heiltränken zu verarbeiten. Jaja, irgendwo schlummert dann doch das Jäger-und-Sammler-Gen in uns. Freies Speichern gibt es bei dem Spiel leider nicht, man kann nur bei bestimmten Stellen seinen Fortschritt festhalten lassen.  Was leider nicht optimal gelungen ist, ist die Kollisionsabfrage. Man hüpft doch teilweise gern mal in Texturen rein, einmal hing ich auch in einem Fluß an einem Stein fest. „Zum Glück“ hab ich durch das Festhängen aber mein Ninja-Lebenslicht verloren und konnte an einer Stelle kurz vorher wieder weitermachen. Wenn ihr übrigens beim Spielen auf einmal wie ich Lust auf Sushi und Ente süß-sauer bekommt, wundert euch nicht. Könnte daran liegen, dass der Soundtrack klingt wie die musikalische Untermalung in China-Restaurant um die Ecke. Ich hätte da eine Idee für In-Game-Werbung...

 


Das Fazit von: derstefan

derstefan

„Mini-Ninjas“ ist ein Spiel, welches eher auf ein jüngeres Publikum zugeschnitten wurde. Der Grafikstil ist niedlich und bei der Erstellung des Spiels wurden bestimmt keine Tiere verletzt. Ein richtig großer Wurf ist den Entwicklern aber leider nicht gelungen: Die Spielewelt fühlt sich ein wenig unrund an und die Steuerung ist etwas hakelig. Die Story und das Gameplay machen jedoch trotzdem Spaß. Man wird bestimmt nicht süchtig nach dem Spiel, aber die eine oder andere Stunde Spielspaß springt auf jeden Fall dabei raus. Nachwuchs-Ninjas dürfen also auf jeden Fall ran an das DS, bis jetzt hab ich noch kein unblutigeres Ninja-Spiel gesehen!


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positiv negativ
  • Niedliche Spielpräsentation
  • Spaßiges Gameplay
  • Netter Chinarestaurant-Sound
  • Etwas haklige Steuerung
  • Leicht öde 3D-Welt
  • „Ordentliche Kollisionsabfrage? Ach nee, brauchen wir nicht“





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