Die Motoren heulen auf. Ihr findet euch mitten im Starterfeld zwischen den besten Fahrern der Welt in der MotoGP wieder. Jetzt kommt es nur noch auf euch selbst an. Habt ihr die fahrerische Klasse, um mitzuhalten oder euch sogar die Meisterschaft zu sichern?! Hier erfahrt ihr alles über die neueste Ausgabe der Serie.
Bereit im September 2002 veröffentlichte THQ das damals noch unbekannte und mit Spannung erwartete Erstlingswerk der Serie, der damals
den Namen Moto GP: Ultimate Racing Experience trug. Seit dem erscheint jedes Jahr zur neuen Moto GP-Saison auch die entsprechende Ausgabe des Games auf immer mehr Plattformen. Dieses Jahr ist das Spiel erhältlich für den PC, die Playstation 2 und 3, die Xbox 360 und den Nintendo Wii. Seit diesem Jahr ist die Entwicklung der Serie von Capcom bzw. Milestone übernommen worden. Das Erstlingswerk der Entwickler, die auch schon bei der Programmierung der Superbike-Reihe seit 2006 Erfahrungen sammeln konnten, kann sich durchaus sehen lassen. Positiv erwähnenswert ist, dass das Spiel von der Rennsportserie der Moto GP offiziell lizenziert ist und somit alle Originale der Fahrer, Teams, Strecken und Klassen im Spiel integriert sind. Damit habt ihr vielfältige Auswahlmöglichkeiten.
Gameplay
Das Gameplay und die damit verbundene Steuerung sind gut gelungen. Nach ein wenig Übung und einigem Fluchen später kommt man ganz gut mit dem Spiel zurecht. Je nach Wahl des Realismuslevels reagiert das Motorrad anders. Dabei könnt ihr wählen zwischen Arcade-, erweiterter und simulationsgetreuer Steuerung. Diese ist sehr gut umgesetzt und reagiert auch sehr realitätsnah. Ihr müsst vor allem bei der Simulation echt aufpassen, dass ihr das Gas keine Sekunde zu früh in der Kurve hochzieht, sofort landet ihr auf der Seite und es gehen wertvolle Sekunden verloren. Solltet ihr das zu extrem finden, dann wählt lieber gleich den Arcade- oder erweiterten Steuerungsmodus aus. Dabei sind die Auswirkungen solch kleiner Fehler weniger gravierend, das Bike ist in den Kurven wesentlich stabiler. Weiterhin ist es auch von Relevanz, in welcher Klasse ihr antretet. Bei Moto GP 08 habt ihr erstmals im Verlaufe der Serie die Möglichkeit, in der 125cc-, 250cc- oder Moto GP-Klasse anzutreten. Das Handling der Vehikel wird natürlich mit steigender Hubraum- und damit PS-Zahl immer etwas komplexer, aber das Spiel auch rasanter.
Ein weiterer positiver Punkt sind auf jeden Fall die Wetterbedingungen und die persönlichen Einstellungen des Motorrads. Beides hat unter Umständen großen Einfluss auf die Handhabung. Die Wettereffekte bzw. hauptsächlich der Regen sind grandios gelungen. Zum Einen sieht das ganze optisch prachtvoll aus, dabei vor allem die Nachtrennen, und zum anderen eben das veränderte Verhalten der Zweiräder. Bei Regen muss man nochmals extrem in den Kurven aufpassen, um nicht "abzusteigen" bzw. vom Kurs abzukommen. Ansonsten ist es bei MotoGP 08 das A und O die Kurve im richtigen Moment zu bekommen. Sollte man das so einigermaßen beherrschen, sollte die leichteren Schwierigkeitsgrade kein großes Problem darstellen. Das einzige, was bei der Umsetzung leider ein wenig fehlt, ist die richtige Atmosphäre. Die Rennstrecken und deren Umfeld sehen wirklich gut aus, wirken aber durch die Leblosigkeit ein wenig steril, was dem Spielspaß des eingefleischten Rennspielprofis und -fans aber keinen Abbruch tut.

Karriere
Dieser Spielmodus ist das eigentliche Herzstück des Spiels. Dabei habt ihr zu Beginn die Möglichkeit, euch einen Vor- und Nachnamen zu geben, einen optisch passenden Helm auszuwählen, den für euch richtigen von vier möglichen Schwierigkeitsgraden zu wählen und euch einem der Rennteams anzubieten. Am Anfang eurer Karriere stehen euch dabei natürlich nicht die Topteams des internationalen Rennsportzirkus zur Wahl, sondern lediglich eine handvoll Teams der 125cc-Klasse. Sobald ihr euch für ein Team entschieden habt, werdet ihr auch schon mitten in die 125cc-Weltmeisterschaft reingeworfen. Ab sofort könnt ihr jedes Rennwochenende mit freiem Training, bei dem ihr wirklich so lange ihr möchtet, die Rennstrecke kennenlernen und üben. Ebenso dem Qualifying, bei dem ihr fünf Minuten Zeit habt eine Bestzeit zu fahren, um euch die Pole Position zu holen. Die Zeit reicht in aller Regel für ca. 3 Runden, das sollte genügen, um euch für einen guten Platz zu qualifizieren. Das eigentliche Rennen geht dann standardmäßig über fünf Runden, aber auch das lässt sich zu Beginn festlegen. Weiterhin habt ihr die Möglichkeit, während der Zeit vor dem Rennen, die besten Reifenmischungen und auch die besten Balancen zwischen Endgeschwindigkeit/Beschleunigung und Kurvenlage/Stabilität für die entsprechende Strecke zu wählen.
Im Rennen kämpft ihr dann natürlich um Punkte für euch und euren Rennstall, so dass es im Laufe der Saison für euch um die Fahrerweltmeisterschaft geht. Die gleiche Anzahl an Punkten, die ihr für die Platzierung in einem Rennen bekommt, stellen gleichzeitig auch Skillpunkte dar, mit denen ihr die Fahreigenschaften eures Zweirades verbessern könnt. Sobald ihr euch mühsam die allerersten Zähler erkämpft habt, geht das Ganze auch gut von der Hand, und der erste Sieg sollte relativ schnell möglich sein. Mit den gewonnenen Karrierepunkten schaltet ihr außerdem neue Outfits, Helm-Designs und auch die Möglichkeit frei, zu anderen, größeren, moderneren Rennteams zu wechseln. Desto besser ihr seid, desto eher könnt ihr euch dem großen Traum, dem Sieg der Weltmeisterschaft in der MotoGP-Klasse, nähern. Die Karriere macht auf jeden Fall sehr viel Spaß und bietet auch eine gute Langzeitmotivation.

Herausforderungen und Einzelrennen
Ein weiterer erwähnenswerter Spielmodus neben der Karriere sind die Herausforderungen. Dabei gibt es für alle die, die nach Durchspielen der Karriere immer noch nicht genug haben, sich 50 individuellen Herausforderungen zu stellen. Dabei müsst ihr beispielsweise Duelle gegen berühmte historische Fahrer gewinnen, eine bestimmte Rundenzeit unterbieten oder ein Checkpointrennen bestreiten, wie man sie von den klassischen Arcaderacern kennt. Auch hier kann man sich wieder Belohnungen freischalten, die meistens aus Fotos von berühmten Fahrern oder Maschinen bestehen.
Weiterhin könnt ihr natürlich auch frei Strecken üben und die typischen Einzelrennen der entsprechenden Rennklassen in den verschiedenen Simulationsstufen und Schwierigkeitsgraden fahren, allerdings bestehen diese wider Erwarten nur aus dem eigentlichen Rennen. Hier wurde leider auf die Simulation eines kompletten Rennwochenendes inklusive Training und Qualifying verzichtet. Auch hier kommt wieder ein wenig die Lieblosigkeit durch.
Multiplayermodus
Der Multiplayermodus von MotoGP 08 bietet euch die Möglichkeit, mit bis zu 12 Mitspielern Rennen aller Klassen durchzuführen Das kann natürlich eine Menge Spaß bereiten, allerdings fehlt auch in diesem Punkt die Liebe zum Detail. Zunächst einmal hat die Xbox 360 - Version gegenüber den anderen Umsetzungen einen riesen Vorteil: Lediglich hier gibt es eine Rangliste, in der ihr durch Siege und Erfolge aufsteigen könnt. Bei den anderen Versionen steht euch unverständlicherweise dieses Feature nicht zur Verfügung. Bei keiner Version könnt ihr euch beispielsweise mit einem Zuschauermodus über die Wartezeit in der Lobby hinwegtrösten. Was allerdings positiv zu bemerken ist, ist die Spielbarkeit. Das Game läuft auch online sehr flüssig und ruckelt zu keiner Zeit. Ein Punkt, der mir beim Testen noch aufgefallen ist, ist dass mir zu keiner Zeit mehr als fünf virtuelle Spieler über den Weg gefahren, so dass der Onlinespaß doch leider sehr eingeschränkt bleibt.

Grafik und Sound
Grafisch kann MotoGP 08 überzeugen. Die Strecken sind gut und real umgesetzt, ohne mit Details zu glänzen. Durch die realitätsgetreue Grafik wirkt das ganze etwas nüchtern, so dass leider auch durch das Weglassen von Drumherum wie eine schön inszenierte Startaufstellung oder Siegerehrung keine richtige Rennstimmung aufkommt. Die Wettereffekte stechen trotz allem positiv heraus: Nacht- und Regenrennen sehen optisch wirklich 1a aus. Soundmäßig bietet MotoGP nichts Besonderes: Die Menüs sind musikalisch untermalt, die Effekte während des Rennens sind ok und authentisch, aber auch hier fehlt das gewisse Etwas. Alles in allem kann man sagen, dass die Video- und Audioeffekte gut gelungen sind, ohne zu begeistern.
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