MotoGP 09-10

MotoGP 09-10

Publisher: Capcom
Entwicklerstudio: Monumental Games
Genre: Racinggame
Sub-Genre: Motorrad-Simulation
Art: Vollpreistitel
Erscheinungsdatum: 19.03.2010
USK 0

MotoGP 09-10   14.04.2010 von DeWerni

Capcom geht mit seiner Serie MotoGP anscheinend wieder in die richtige Richtung. Vieles hat sich geändert. Ob es allerdings zum Guten realisiert worden ist und ob sich wirklich viel gegenüber der letztjährigen, doch eher enttäuschenden Ausgabe geändert hat, erfahrt ihr im nachfolgenden Bericht…

 

Der Publisher Capcom und die Entwickler von Monumental Games gehen mit der diesjährigen Ausgabe von MotoGP neue Wege. Das stellt man auch schon fest, wenn man das Spiel in den Händen hält und sich den Titel anschaut. Warum steht da wohl die Bezeichnung 09/10 auf dem Cover, obwohl man sich bisher eher an die vollen Jahreszahlen gehalten hat? So ist beispielsweise der Vorgänger auch mit der Bezeichnung 08 dahergekommen. Dies hat den Grund, dass man sich gegen den bisher üblichen Veröffentlichungszyklus entschieden hat. Normalerweise war es so, dass man in der Regel mit der Veröffentlichung eines Rennspiels so lange gewartet hat, bis man etwa die Mitte der Saison erreicht hat, um die kompletten Daten der aktuellen Saison in das Spiel zu integrieren. Bei dieser Version haben nun die Entwickler die Daten der alten Saison 09 mit als Dreingabe in das Spiel integriert. Ein Update der Daten auf den Stand der Saison 2010 ist allerdings per Downloadcontent schon angekündigt. Nun denkt bestimmt jeder von euch: „Na klar, die wollen sich das jetzt wieder teuer bezahlen lassen!“ Nun, der Gedanke ist meist nicht so abwegig, hier aber weit gefehlt. Im Verlauf der aktuellen Saison wird es ein kostenloses Update auf die aktuellen Daten und die Integration der neuen GP2-Kategorie geben. An dieser Stelle schon mal ein Lob an dieses Vorgehen!

 

Und damit komme ich dann auch schon zum Umfang des Spiels. Wie ihr schon dem vorherigen Absatz entnehmen konntet, ist das Spiel mit den offiziellen Lizenzen der letzt- und diesjährigen Saison der MotoGP versehen. Es bietet euch somit die Möglichkeit mit den Originalmotorrädern auf den wirklichen Strecken zu fahren. Dabei sind insgesamt 17 Strecken integriert, die ihr mit Motorrädern der Klassen der 125cc, 250cc und MotoGP befahren könnt. Die 250cc-Klasse ist in der aktuellen Saison durch die GP2- oder auch Moto2-Klasse ersetzt worden, was euch dann eben nach dem angesprochenen Download auch im Spiel zur Verfügung stehen wird.   

Gameplay

Im Bereich des Gameplays hat sich im Vergleich zur Vorversion schon einiges getan. Auf jeden Fall fühlen sich die Bikes irgendwie authentischer an, was die Racing-Atmosphäre definitiv steigert, aber es deswegen gerade auch Anfängern deutlich schwerer macht, sich mit der Steuerung und vor allem dem Halten des Bikes auf der Strecke zurecht zu finden. Trotz allem kommt man ein wenig Übung dann doch ganz gut und schnell klar und landet dann schon mal wenigstens nicht mehr auf dem letzten Platz. Der zentrale Punkt der Steuerung ist zumindest bei der Xbox-Version der „A“-Knopf. Dieser ist dafür verantwortlich, dass euer Rennfahrer sich flach und damit sehr aerodynamisch an das Bike legt und euch so zu deutlich besserer Beschleunigung und Endgeschwindigkeit verhilft. Allerdings könnt ihr in dieser Position so gut wie gar keine Kurven fahren. Es gilt also die rrichtige Mischung zwischen Bremsen, durch die Kurve steuern und Vollgas mit gedrücktem „A“-Knopf auf der Geraden zu finden. In den langsameren Klassen der 125cc und 250cc wird es euch übrigens sehr sehr selten passieren, dass euer Fahrer vom Bike stürzt, es sei denn, ihr seid in einen Unfall verwickelt. In der GP-Klasse kann es dann aber durchaus vorkommen, dass man in der Kurve auf dem Asphalt oder dem Grünstreifen daneben  schnell mal wegrutscht und unfreiwillig absteigt. Dafür habt ihr dann aber die Möglichkeit, wie auch schon bei anderen neueren Rennspielen, die letzten paar Sekunden des Rennens zurück zu spulen und euch erneut – möglichst ohne Sturz – zu versuchen. Außerdem stehen euch weitere Hilfsmittel zur Verfügung. Vor allem für Einsteiger, die die Strecken logischerweise noch nicht so kennen, ist die Ideallinie ein überlebenswichtiges Hilfsmittel. Erwähnenswert ist an dieser Stelle noch die Integration von Wettereffekten. Diese sind sehr schön umgesetzt und reichen von sonnig, über teilweise bewölkt und bedeckt bis hin zu strömendem Regen. Fraglich ist für mich nur, warum diese Wettereffekte so wenig Einfluss auf die Steuerung des Motorrads haben. In anderen Rennspielen glich eine Fahrt während Regens eher einer Rutschpartie, hier merkt man es zumindest mit der weichen Reifenmischung kaum.

Karrieremodus

MotoGP bietet dieses Jahr viele Varianten als Spielmodi an. Im Zentrum steht dabei sicherlich auf der Single-Player-Seite der Karrieremodus und online das Multiplayerrennen. Der Karrieremodus hat einige neue Features integriert und ist richtig interessant gelungen. Einzig die Darstellung in der Menüform hätte man noch etwas schöner und intuitiver machen können. Ihr beginnt eure Karriere zunächst einmal damit, dass ihr euch euren Rennfahrer selbst zusammenbasteln könnt. Ihr könnt euer Gesicht grob festlegen, was aber im weiteren Verlauf des Spiels durch die Helmpflicht keinerlei Auswirkungen mehr hat, die Nationalität und den Namen festlegen, euch Muster und Farben für den Rennanzug und die Lackierung des Bikes aussuchen, sowie den Hersteller eures Motorrads aussuchen. Dann startet ihr auch schon in ein Tutorial, in dem euch die Steuerung des Zweirads genauer erläutert wird. Ihr beginnt dann in der 125cc-Klasse und im Fahrerlevel 1. Dann fahrt ihr ganz normal ein Rennwochenende nach dem anderen. Dabei könnt ihr jeweils 5 Minuten auf der Strecke üben, dann 5 Minuten eure Qualifikationsrunde fahren und anschließend in der Regel ein 3-Runden-Rennen absolvieren. Für all das und je nach Platzierung bekommt ihr dann Erfahrungspunkte, und könnt so im Fahrerlevel aufsteigen. Schon nach dem ersten Rennen bekommt ihr dann Zugang zu euren Angestellten. Ihr stellt zuerst einen Pressesprecher ein, der für euch neue Werbeträger sucht und euch somit die Finanzierung des Rennstalls ermöglicht. Außerdem könnt ihr nach ein paar Rennen auch Ingenieure mit unterschiedlichen Fähigkeiten einstellen, die dann auf bestimmten Gebieten des Motorsports für euch forschen und euch so immer wieder Neuerungen und Verbesserungen zur Verfügung stellen. Schon nach den ersten paar Verbesserungen werdet ihr merken, dass ihr nun durchaus um den Sieg eines Rennens mitfahren könnt, während ihr kurz davor noch hinter dem Feld hergeschlichen seid. Durch den Aufstieg in eurem Fahrerlevel stehen euch immer bessere Angestellte zur Verfügung, die weitere Forschungsergebnisse zur Verfügung stellen und euch gepaart mit eurer Rennleistung schließlich den Zugang zur 250cc- und später auch zur GP-Klasse ermöglichen. Diese kleine Managerkomponente ist sehr motivierend und führt so Stück für Stück an die richtig schnellen Bikes ran. Nachteil ist allerdings, dass sehr viele Sachen von vornherein noch gesperrt sind und erst freigespielt werden müssen. Dazu zählen beispielsweise auch die GB-Boliden, mit denen es sich erst richtig lohnt, online gegen menschliche Gegner zu fahren. Alles in allem gefällt mir der Karrieremodus dieses Mal wieder richtig gut. Die anderen existierenden Modi im Single-Player-Bereich sind eher die typischen einzelnen Meisterschaftes, das Arcaderennen und auch das Zeitfahren.

 

Multiplayer-Modus

Der Multiplayer-Modus stellt auf jeden Fall online eine ordentliche Bereicherung dar, weil man sich mit bis zu 19 anderen menschlichen Fahrern parallel messen kann. Letztes Jahr waren es noch maximal 12 Spieler, da wurde von den Machern einiges erweitert und draufgelegt. Auch wenn man sagen muss, dass es leider online seltenst zu vielen Spielern reicht, wenn überhaupt mal ein Spiel stattfinden sollte. Wenn man dann aber durch Zufall mal mit zwischen 15 und 19 anderen Spielern auf der Piste unterwegs ist, dann muss man echt aufpassen, dass man nicht süchtig wird. Es macht einfach einen Heidenspaß.

Grafik und Sound

Technisch gesehen geht MotoGP 09/10 leider bei weitem nicht an die Grenzen des heute Machbaren. Die Menüstruktur ist zwar durchdacht, wirkt aber optisch eher langweilig und wenig spektakulär. Die Grafik während der eigentlichen Rennen kann da schon ein wenig mehr überzeugen. Die Originalrennkurse kommen  authentisch rüber und wirken dank einiger Details neben der Strecke auch recht farbenfroh. Trotz allem hätte man noch mehr Augenmerk auf dieses Drumherum legen können, um das ganze atmosphärisch auf einen höheren Level zu heben. Was sehr gut umgesetzt ist, sind zum einen Geschwindigkeitsgefühl, das durch einen Verwischungseffekt bei höheren Geschwindigkeiten erreicht wird, und die Wettereffekte, wobei es schon echt Spaß mach bei strömendem Regen über die Strecke zu sausen. Der Sound und die Audioeffekte gehen bei der ganzen Sache auch in Ordnung, ohne aber wirklich zu überzeugen. So kann man das Motorengeräusch definitiv  ertragen, ja es trägt sogar zur insgesamt guten bis sehr guten Rennatmosphäre seinen Teil dazu bei. Was aber wirklich schrecklich umgesetzt wurde, ist der Sprecher, der euch während der Übungs-, Qualifikations- und Tutorialphasen immer wieder Tipps gibt und euch mit flotten Sprüchen zu motivieren versucht. Diesen habe ich im Tutorial so gut wie gar nicht verstanden, weil die Effekte in der Initialeinstellung einfach viel zu laut eingestellt sind. Auch die Sprüche während des Rennens hätte man sich sparen können, man versteht sie nicht und kann sich auch sowieso nicht wirklich darauf konzentrieren. Insgesamt gesehen geht die technische Realisierung des Spiels in Ordnung. Sicher, man hätte einiges besser oder anders machen können, aber auf jeden Fall kommt trotz aller Mängel eine gewisse, spaßige Rennatmosphäre auf!


Das Fazit von: DeWerni

DeWerni

Die Entwickler von Monumental Games haben bei dieser Ausgabe wieder mehr richtig gemacht als in den vergangenen zwei Versionen, allerdings gibt es immer noch einiges zu mäkeln. Das steckt noch viel Potential drin. Gut ist auf alle Fälle die Integration der Manager-Komponente in die Karriere, die doch wenigstens für eine Weile Spaß und Motivation bringt. Zu verbessern gibt es vor allem einiges auf der technischen Seite des Spiels. Die Grafik ist zwar nett, aber nicht so 100% auf dem aktuellen Stand der Technik. Grausam ist auf jeden Fall die Sprachausgabe. Der Sprecher ist gerade während des Rennens trotz Dolby Digital-Anlage kaum zu verstehen. So läuft die Entwicklung zwar in die richtige Richtung, es wartet aber noch viel Arbeit auf die Entwickler. Hoffentlich geht die Entwicklung so Stück für Stück weiter. Hier kann man jedenfalls von kurzweiliger Rennaction für Fans und Neugierige sprechen!


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positiv negativ
  • Erweiter Karrieremodus mit Manager-Komponente
  • Spiel läuft sehr flüssig
  • Sehr viele Onlinemöglichkeiten
  • Motivierendes Aufstiegssystem
  • Teilweise etwas zu unrealistisch
  • Sehr lange Spielzeiten zum Freischalten aller Möglichkeiten
  • Wenig einsteigerfreundlich
  • Kaum spürbare Auswirkungen der Wetterbedingungen
  • Mittelmäßige Grafik





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