NBA 2K12

NBA 2K12

Publisher: 2K Sports
Entwicklerstudio: Visual Concepts
Genre: Sportspiel
Sub-Genre: Basketballsimulation
Art: Fullprice
Erscheinungsdatum: 07.10.2011
USK 0

NBA 2K12   11.12.2011 von DeWerni

Mit NBA 2K12 kommt wieder einmal die jährliche Basketballsimulation auf den Markt. Seit einigen Jahren ist dies leider der einzige ernstzunehmende Genrevertreter, was der Qualität des Spiels aber eher zugutekam. Ob sich die Entwickler in diesem Jahr etwas auf ihrem Polster ausgeruht haben oder noch eine Schippe draufgelegt wurde, erfahrt Ihr in unserem Bericht…

Seit ein paar Jahren verzichtet EA Sports auf die Ausgabe einer neuen Version der NBA Live-Reihe oder des entsprechenden Nachfolgers im Basketballgenre. Schon vorher brauchte sich 2K Sports mit ihrer Basketballsimulation NBA 2K nicht hinter dem großen Konkurrenten verstecken, doch spätestens seit dem Moment von EAs Rückzug ist man mit dem Game auf dem Genrethron angekommen. Dies braucht man allerdings nicht auf den fehlenden Kontrahenten schieben, man tat in den letzten Jahren genug, um zu Recht auf dieser Position zu stehen. Nachdem man den Vorgänger im letzten Jahr allgemein als das bis dato beste Basketball-Spiel aller Zeiten betitelt hat, wird es in diesem Jahr spannend: Kann man einen solchen Titel überhaupt noch einmal toppen? Geht das überhaupt noch besser? Was hat man sich einfallen lassen, um auch noch die Vielfalt und den Facettenreichtum des Games voranzutreiben? So viel sei schon mal vorweg verraten: Die Wurfkontrolle wurde leicht verbessert, einige Spielmodi erweitert und ein großer Fokus wurde auf Legenden und legendäre Teams gelegt. Insgesamt wirkt das Spiel runder und authentischer.

Back to the Roots

Schon wenn man die Scheibe das erste Mal ins Laufwerk der Konsole einlegt
und sich auch das Cover anschaut, dann wird man schnell feststellen, dass sich bei der diesjährigen Version viel auf die Legenden des Sports fokussiert.
Zu Beginn bekommt man als Intro einen kleinen Film gezeigt, der einige Legenden, wie natürlich Michael „Air“ Jordan, Larry Bird, Wilt Chamberlain, Patrick Ewing oder Dirk Nowitzki, bei einigen Moves zeigt. Auch das Cover ist mit Michael Jordan verziert. Dementsprechend hat man nicht nur die Legenden selber ins Spiel integriert, es gibt auch einen neuen Spielmodus, der sich hauptsächlich damit auseinandersetzt: NBA Greatest. Darin dürft Ihr für jeden der 15 Legenden einige der interessantesten und schönsten Duelle der Basketballgeschichte nachspielen und damit die beteiligten, klassischen Teams freischalten. Je nachdem, wann das entsprechende Spiel stattfand, so wird dann auch der Monitor und die Kleidung der Spieler designt. Monitor, das bedeutet im Detail, dass einige Spiele beispielsweise in schwarz/weiß gezeigt werden und der Bildschirm doch ein paar Darstellungsfehler aufweist – ein tolles Feature, was zu einer genialen Atmosphäre beiträgt. Dabei stört es dann auch weniger, dass die Bandenwerbung doch aktuell ist, genauso wie auch die Zuschauer gleich gestaltet sind, was insgesamt nicht ganz passend, aber allemal verkraftbar ist.

NBA-Star – Wer träumt nicht davon?

Und hier dürft Ihr Euren Traum auch leben, denn im My-Player-Modus dürft Ihr nicht nur den eigenen Spieler designen und in einem Rookie-Match präsentieren, Ihr könnt Eure komplette Karriere in der NBA gestalten.
Stellt Ihr Euch zu Beginn gleich ordentlich an, winken ein attraktiver Vertrag bei einer der größeren Mannschaften und gegebenenfalls sogar ein Stammplatz. Das Ganze ist ansprechend gemacht, denn wenn man sich einigermaßen anstellt, so kommen die anwesenden Scouts auf einen zu und versuchen, Euch anzuwerben. Dabei werdet Ihr interviewt und müsst sogar einige Fragen beantworten, deren Beantwortung Einfluss auf die Angebote hat. So fiebert man diesen dann entgegen, um schließlich zu sehen, bei welchem Club man das Rennen gemacht hat. So darf man dann schließlich das erste Profispiel bestreiten und muss fortan Leistung bringen und Aufgaben erfüllen, um Erfahrungspunkte zu sammeln und damit den Spieler Stück für Stück zu verbessern. Außerdem spielen auch andere Fakten eine zentrale Rolle in der Karriere: Antwortet gewissenhaft bei Interviews und setzt das verdiente Geld aus Gehalt und Sponsorenverträgen sinnvoll ein, dann werdet Ihr bald einen guten Ruf haben, nicht nur beim Trainer oder innerhalb des Teams, nein, auch in der gesamten NBA. Zentrales Ziel Eures Handelns bleibt aber sicher, irgendwann in die Annalen des Basketballsports einzugehen. Deshalb müsst Ihr natürlich auch auf dem Platz für gute Leistungen sorgen. Insgesamt ist die Karriere einfach stimmig, wirkt lebendiger und weniger steril, als es bei anderen Sportspielen der Fall ist. So macht eine Sportlerkarriere einfach Spaß.

Hier ist das Team der Star

Alternativ zur Karriere eines einzelnen Spielers könnt Ihr auch das Schicksal eines bestimmten Teams in die Hand nehmen – der Modus dazu nennt sich Association. Hier wählt Ihr das Lieblingsteam aus, dürft bei den Spielen die komplette, altgewohnte Steuerung aller Spieler übernehmen und noch viel mehr machen. So gilt es beispielsweise neue Spieler zu verpflichten, die vorhandenen Spieler in ihrem Können weiterzubringen, dazu helfendes Personal einzustellen und dabei nicht den finanziellen Aspekt aus den Augen zu verlieren. Das Ganze ist schon sehr umfangreich, macht eine Menge Spaß und bietet auch für erfahrene Manager durchaus eine Herausforderung. Allerdings bleibt auch zu bemängeln, dass sich in diesem Modus so gut wie gar nichts im Vergleich zum Vorgänger geändert hat – ausgenommen hiervon ist die Präsentation der Spieler.

Mehrspielermodus – On- und Offline
In einem modernen Spiel darf der Onlinemodus natürlich nicht fehlen – und das tut er hier auch nicht. So darf man den eben angesprochenen Association-Modus auch mit oder gegen andere Spieler online durchspielen, wobei sich die Liga nach den Wünschen mit diversen Einstellungen, wie Schwierigkeitsgrad, Länge oder Spielanzahl anpassen lässt. Besonders positiv ist die Tatsache, dass auch unfairen Trades der Mitspieler entgegen gewirkt wird, indem man den Trade ligaweit veröffentlicht und die Mitglieder Einspruch dagegen einlegen dürfen. Aber auch andere, eher typische Spielmodi stehen online zur Verfügung: Schnelles Spiel, Turniere, 5-vs-5-Matchs mit 10 menschlichen Mitspielern. Manko an dieser Stelle ist auf jeden Fall die Performance der Online-Spiele, die durch diverse Ruckler und Lags doch den Spielspaß deutlich reduzieren. Von Seiten 2Ks arbeitet man momentan an dem Problem. Es ist zwar schon besser geworden, aber noch nicht komplett rund.

Hautnah – oder doch eher distanziert

Doch nun an dieser Stelle noch ein paar Worte zum fast wichtigsten Teil einer Sportsimulation:
Wie spielt sich das Spiel? Und wie ist die Steuerung umgesetzt? Und auch hierbei gibt es von NBA 2K 12 fast nur Gutes zu berichten, denn auch dabei konnten die Entwickler noch einmal eine Schippe im Gegensatz zur letztjährigen Version draufpacken. Die integrierten Bewegungen wirken einfach rund und extrem passend, sodass man nahezu jederzeit das Gefühl hat, Teil des Spiels zu sein. Das fällt sofort bei der Ballkontrolle auf: Steht Ihr mit dem Rücken zum Gegner, lässt sich der Ball relativ leicht halten, spurtet Ihr allerdings gerade los, kann es schnell passieren, dass Euch auch einmal ein Gegenspieler den Ball wegspitzelt. Außerdem müsst Ihr auch mit Pässen in der gegnerischen Zone extrem aufpassen und nur dann passen, wenn der Mitspieler auch wirklich frei ist, sonst ist der Ball fast mit Sicherheit weg. Das Gleiche gilt auch für Würfe und Rebounds. So wirkt insgesamt die Physik-Engine sehr ausgereift. Ähnlich sieht das Ganze auf der Ebene der Spielzüge mit den Mitspielern aus. Ohne die Spielzüge habt Ihr so gut wie keine Chance. Diese dürft Ihr in der Offensive zunächst auswählen, bevor Euch die auszuführenden Aktionen jeweils durch Symbole aufgezeigt werden, bis der Spielzug hoffentlich zum gewünschten Erfolg führt. Offensiv klappt das recht gut, in der Defensive nicht ganz so gut. Nichtsdestotrotz versuchen die Mitspieler Passwege zuzustellen und Körbe zu verhindern – und das auch noch etwas besser als im vorigen Jahr. Das Meckern findet also auf hohem Niveau statt.

Bei diesen vielen Möglichkeiten, die ich noch nicht einmal annähernd alle erläutert habe, ist es kaum verwunderlich, dass es schon ein wenig Übung mit der Steuerung verlangt, um die Möglichkeiten annähernd auszunutzen. Es gibt so viele Arten von Sprungwürfen, Dribblings, offensive und defensive Moves und Bewegungen Richtung Korb, dass man zu Beginn eigentlich erst mal nicht mehr weiß, wo hinten und vorne ist – die Tastenbelegung wirkt teilweise etwas überladen. Aber auch hier hat Take 2 Abhilfe geschaffen, den es gibt für Spieler ein Trainingslager. In diesem darf man sich die diversen Moves und Möglichkeiten Schritt für Schritt inklusive visualisierten Steuerelementen von den angesprochenen Legenden aufzeigen lassen, bevor man dann selbst Hand anlegen darf und versuchen muss, die Steuerung zu perfektionieren oder wenigstens die Übungen nachzumachen. Am Ende der einzelnen thematischen Übungseinheiten müsst Ihr Euch dann mit ihnen duellieren. Eine vorbildliche Umsetzung, um dem Spieler eine Steuerung intuitiv nahezubringen und ihm die Möglichkeiten aufzuzeigen.

Übrigens kann man auf der Playstation 3 auch die Steuerung per Move-Controller übernehmen.
Hierbei muss man entweder in der Offensive den Spieler, zu dem man passen möchte, mit einer Art Fadenkreuz anvisieren und per Knopfdruck den Pass auslösen oder mit einem anderen Knopf auf den Korb werfen. In der Defensive visiert man mit dem gleichen Fadenkreuz den Spieler an, mit dem man verteidigen möchte. Entschließt man sich zu Steal- oder Blockversuchen, gilt es wieder den entsprechenden Button zu drücken. Dazu sei nur so viel gesagt, dass die Steuerung leider recht wenig mit dem Basketballsport zu tun hat und höchsten ein Testspiel lang taugt. Dann nimmt man sowieso wieder den herkömmlichen Controller zur Steuerung her. Da kann man wirklich nur von Glück reden, dass eine normale Steuerung möglich ist, sonst wäre das Spiel wohl unspielbar. Bleibt abzuwarten, ob man eine Steuerung per Kinect Basketballgetreuer in kommenden Titeln umsetzen kann.

Airbaaalllll…. – Oder doch Dunking?!
Technisch gesehen kann man den Entwickler von 2k Sports nur ein riesen Kompliment machen.
Schon im letzten Jahr präsentierte sich das Spiel gigantisch, weshalb man sich nun an die Feinheiten der Technik gewagt hat. So sehen beispielsweise die einzelnen Spieler wirklich relativ authentisch aus, die Bewegungen wirken irgendwie runder und realer und die Zweikämpfe kann man fast schon selber spüren. Aber nicht nur auf dem Spielfeld hat man nachgebessert, auch drum herum gibt es immer wieder kleine Neuigkeiten zu entdecken. Beispielsweise kann es durchaus sein, dass zu Beginn des Spiels noch ein paar leere Plätze in der Arena zu entdecken sind, die sich aber schnell füllen. Außerdem sieht man auch eine Reaktion der Zuschauer am Spielfeldrand, wenn ihnen ein Ball entgegenspringt oder eben auch noch ein Spieler hinter diesem her hechtet, ganz zu schweigen von den Reaktionen auf das Spielgeschehen. Und damit bin ich auch schon beim Ton. Die Zuschauer in der Halle sorgen mit ihrem Jubel und ihren mitgehenden Gesten für eine insgesamt genial Basketballatmosphäre, die wirklich richtig motivierend ist. Insgesamt gesehen und gemeinsam mit den (leider) englischsprachigen Kommentatoren bekommt man hier eine fernsehreife Präsentation geliefert, die man so bisher noch nicht gesehen hat. Nichtsdestotrotz darf man gerne an den Spielermodellen weiterarbeiten, denn nicht alle Spiele sehen gut aus. Wer sich auskennt, wird auch schnell einige optische Makel feststellen.

 


Das Fazit von: DeWerni

DeWerni

Wow, ich hätte wirklich nicht erwartet, dass man die letztjährige Version dieses Jahr nochmals übertreffen kann. Das Ganze gilt aber nicht nur für die technische Seite des Spiels, sondern auch für das gesamte Spielgeschehen, das durch die Integration der Legenden und ihren Teams noch einmal an Facettenreichtum gewonnen hat. Bei einer so grandiosen Atmosphäre und Präsentation kommt man als Fan gar nicht um das Spiel herum und kann den Controller kaum aus der Hand legen. Durch die Legenden werden auch die etwas älteren Gamer wieder in den Bann des amerikanischen Basketballsports gezogen, der ja sowieso wegen Namen wie Dirk Nowitzki oder dem FC Bayern mit seinem aufstrebenden Team gerade an Popularität weiter gewinnt. Wer den Sport mag, der sollte sich die neue Ausgabe von NBA 2K auf keinen Fall entgehen lassen. Man hält hier mit Sicherheit das momentan beste Basketballspiel aller Zeiten in der Hand!


positiv negativ
  • Grandiose grafische Präsentation
  • Gute und überlegte KI…
  • Atmosphäre, die unter die Haut geht
  • Tolles Spielgefühl
  • Herausforderndes Spielgeschehen
  • Technisch mangelhaftes Onlinespiel
  • …die ein paar wenige Aussetzer hat
  • Schlechte Move-Kontrolle (PS3)



Kommentare

19.12.2011 22:32:20 von Thomas


Ich hätte nicht gedacht, dass mich das Spiel überzeugen kann, nachdem ich ja von NBA 2K11 nicht angetan war. Aber die Spielzüge sind besser geworden und das, was man mit den Spielern machen kann auch. Die Details (z.B. Tatoos) der einzelnen Spieler sind wirklich gut getroffen, aber irgendwie gelingt das mit den Gesichtern noch immer nicht. Die Köpfe sehen komisch aus. Dennoch ein Spiel, was man wirklich gut spielen kann.

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