Nero 11 Platinum

Nero 11 Platinum

Publisher: Nero AG
Genre: Software
Erscheinungsdatum: 08.10.2011
FSK 0

Nero 11 Platinum  15.11.2011 von Xthonios

Wir lieben Spiele, das ist jedem unserer Leser sofort klar. Aber es gibt auch eine Welt außerhalb der Spiele. Genau aus diesem Grunde schaue ich mir heute einmal Nero an. Nein, ich spreche weder von einem Film noch von einem Pyromanen im alten Rom, sondern von der Multimedia Suite Nero 11. Bei Einigen klingeln jetzt vielleicht ein paar MP3-Jingles und es kommen Erinnerungen an ein Brennprogramm hoch. Herzlichen Glühstrumpf! Aber ist die Nero Multimedia Suite nur ein enorm aufgebauschtes Brennprogramm, was keiner braucht, oder versteckt sich hier wirklich eine innovative Software? Schauen wir doch mal rein...

 

Mit der Version 11 präsentiert Nero eine Multimedia Suite mit zahlreichen Funktionen, wie Videobearbeitung, Verwaltung der Bilder, Videos und Musikdateien und – wer hätte es noch gedacht – einem Brennprogramm. Aber eins nach dem anderen. Wir haben für Euch mal eine Checkliste zusammengestellt, die wir nun mal abarbeiten werden.

Die Installation:

Die erste Installation erfolgte auf einem Intel E8500 mit 3.16 Ghz, 6 GB Arbeitsspeicher und Windows 7.
Da wir die Datei als digitalen Download erhalten haben, Doppelklick auf die Setup.exe und los geht’s. Vor der eigentlichen Installation prüft die Software, ob die Grundvoraussetzungen vorhanden sind und installiert ggf. alle benötigten Updates automatisch. Dies dauerte in beiden Fällen nur wenige Minuten. Die eigentliche Installation war auf dem Testgerät nach knapp fünf Minuten abgeschlossen. Da wir die Platinum Edition mit allen Komponenten installiert haben, ist dies ein durchaus gutes Ergebnis. Auf dem zweiten Gerät mit einem P8600 mit 2.4 Ghz, 4 GB Arbeitsspeicher und Windows Vista dauerte die Installation dagegen knapp zehn Minuten. Wenn man diese Zeiten mit gewissen anderen Multimedia Produkten vergleicht, schlägt sich hier die Software durchaus akzeptabel. Allerdings gibt’s hier auch gleich einen echten Kritikpunkt. Bei der Installation wird standardmäßig die ask.com Browser Toolbar mitinstalliert. In diversen Supportforen einiger Antiviren Hersteller kann diese Toolbar zu Netzwerk- und Updateproblemen führen; auch kann die Internetverbindung abbrechen. Bei einer Software, die knapp 100 Euro kostet ein absolutes No Go. Das sorgt in diesem Fall für eine klare Abwertung. Einziger Trost: Bei der Installation kann der Haken wenigstens entfernt werden. Nach Abschluss der Installation findet man auf dem Desktop vier neue Schaltflächen, die zeigen, dass Nero weit mehr ist als nur ein Brennprogramm.

Nero Kwik Media:

Kwick Media ist eine Art Äquivalent einer allumfassenden Oberfläche. Von hier haben wir die Möglichkeit, unsere Medienbibliotheken aufzurufen, Dateien von anderen Geräten zu importieren, Fotos, Videos oder Musik abzuspielen, eigene Diashows oder Playlists zu erstellen und natürlich DVDs oder Blu-rays zu brennen. Der erste Start der Software dauert etwas länger, da hier erst einmal alle Bibliotheken und Ordner auf dem PC nach vorhandenen Objekten durchsucht werden. Man kann jedoch anschließend alle Speicherorte und Bibliotheken wieder seinen Wünschen entsprechend anpassen und ggf. auch externe Geräte, wie ein NAS oder USB Festplatten integrieren. Sehr positiv ist auch die ressourcensparende Musikwiedergabe. So kann man mehrere Alben mit einem Klick abspielen und sollte man etwas anderes machen wollen, legt sich die Wiedergabe automatisch in den Hintergrund und lässt alle weiteren Arbeiten zu. Fehlende ID3 Tags können bequem via Rechtsklick abgerufen werden. Hierzu baut Kwik Media zur Gracenote Media Database eine Verbindung auf und gleicht die Daten ab. Einfach und komfortabel. Bei einigen Versuchen kam es jedoch zu widersprüchlichen Infos und Problemen bei der manuellen Überschreibung von einzelnen Songs. Kwik Media bietet hier jedoch keinen Lösungsansatz an. Alles in allem aber verschmerzbar, bei 100 Musikstücken trat dies bei drei Songs auf. Aber natürlich kann man hier nicht nur Musiktitel sortieren, auch Bilder kann man mithilfe der Funktion "Anpassen" eine kleine Auswahl an Effekten oder eine Auto-Optimierung durchführen lassen. Leider sind hier die Möglichkeiten sehr gering, Hintergründe anpassen oder eine Art Resize-Funktion sucht man vergebens. Da bietet Paint.Net oder selbst der Office Picture Manager mehr Möglichkeiten. Ein weiteres Highlight ist die Erstellung von Gruß- und Faltkarten, Kalendern oder auch Fotoalben, die individuell zusammengestellt werden können und anschließend direkt online bei einem entsprechenden Partner bestellt werden können. Gut gedacht und gut umgesetzt. Zukunftsweisend ist auch die Möglichkeit via Kwick Media direkt mit Smartphones, Digitalkameras oder Portables zu synchronisieren. Anschließen, importieren, fertig! Aber auch umgekehrt geht es genauso einfach. Gewünschte Datei auswählen, Ziel angeben und das Programm konvertiert die entsprechende Datei gleich ins richtige Format.

Nero Burning Rom 11

Hier zeigt sich das gewohnte Bild des Klassikers eines Brennprogramms. Natürlich hat Nero die Mediananzahl ergänzt, jedoch zeigt sich hier ein durchaus gewohntes Bild. Schon damals hatte dieses Programm fast immer die Nase vorn, was die Möglichkeiten betraf, Datenträger zu brennen. In diesem Sinne wollen wir uns hier gar nicht groß mit einem allseits bekannten Programm auseinandersetzen und gehen weiter zum nächsten Modul der Multimedia Suite.

 

Nero Video 11
Mit Nero Video kann auch der einfache Anwender mit wenigen Klicks professionell wirkende DVDs mit animierten Menüs und Kapiteln erstellen.
Das Video-Programm erlaubt das Einbinden von verschiedenen Video- und Audiotracks, das Schneiden von Filmmaterial und das Einfügen von Blenden und Effekten. Die Möglichkeiten, individuelle Einstellungen vorzunehmen, sind vielfältig und können Anwender eventuell am Anfang überfordern. Wem die einfache und komfortable Drag-and-Drop Bedienung nicht ausreicht, kann über die weiterführende erweiterte Bearbeitung in den Genuss weiterer Optionen kommen. Hier ist jedoch eine gewisse Einarbeitungszeit vonnöten. In Kombination mit der Suite kann man so spielend DVDs erstellen und anschließend ohne weitere Programme brennen.

 

Nero Recode

Mit Nero Recode hat der Anwender die Möglichkeit, seine Lieblings-DVDs oder -CDs auf den PC zu importieren und in ein gewünschtes Format abzuspeichern. Einmal die DVD eingelesen stehen ­einem zahlreiche Möglichkeiten zur Auswahl: DVD-Player, IPod, IPhone, Playstation 3, PSP oder XBOX 360. Nachdem man die entsprechende Auswahl getroffen hat, kann man die Codierung sofort starten. Bei unserer Test-DVD „Good Will Hunting“ haben wir folgende Auswahl getroffen: Hauptfilm, nur deutsche Sprache, keine Untertitel, Anpassung an DVD5 (4.3 GB). Zusätzlich wurde uns die Komprimierungsrate angezeigt, die man jedoch auf Wunsch auch manuell anpassen kann. Nach 23 Minuten war die Sicherung abgeschlossen. Hier ist jedoch ganz klar eines zu beachten: Man kann verständlicherweise nur DVDs oder CDs sichern, die über KEINEN Kopierschutz verfügen. Ein Kopierschutz zu umgehen wäre illegal und somit eine Straftat.

 

Nero BackItUp

Mit Nero Backup kann man während des Betriebes entweder ganze Partitionen oder ausgewählte Ordner, Bibliotheken oder bestimmte Dateien sichern. In Verbindung mit einem NAS oder einer externen Festplatte kann man so Jobs planen, die dann voll automatisiert Sicherungen durchführen. Intervalleinstellungen? Individuelle Konfigurationen? Für Nero Backup alles kein Thema. Es gibt auch die Möglichkeit, seine Daten online zu speichern, dazu muss jedoch bei Nero ein kostenpflichtiger Zusatzdienst abonniert werden.

 

War es das? Nein natürlich nicht. Denn was gehört zu einer guten Multimedia Suite dazu? Ein funktionierender DVD-Player natürlich. Diese Funktion übernimmt ebenfalls Kwik Media. Egal ob Blu-ray, DVD, Audio-CD oder auch andere Videoformate wie *.avi, *.wmv, *.mp4, das Programm startet zügig und spielt ruckelfrei alle Videoformate ab. Selbst VOB-Files werden ohne Probleme abgespielt. Allerdings ist es schade, dass hier keine automatische Weiterführung auf die nächste VOB-Datei erfolgt. So ist man gezwungen, die DVD-Sicherung in Stücken anzuschauen. Hier haben andere Player die Nase vorn.

Das Fazit von: Xthonios

Xthonios

Nero legt mit der Multimedia Suite 11 ein durchaus komplexes Paket vor. Die Suite ist für genau jene Anwender geeignet, die gern Software für fast alle Multimedia-Bereiche aus einer Hand beziehen und dabei Wert auf leichte Bedienung legen. Das neue Kwik Media als Schnittstelle zwischen allen Modulen ist gut gelungen und arbeitet zuverlässig.  Anwender mit größeren Ansprüchen werden hier jedoch zwangsweise an ihre Grenzen stoßen, da die Suite zwar alle Bereiche abdeckt, jedoch natürlich gegenüber professioneller Software im Nachteil ist. Hier wird also eine teure Zusatzsoftware die einzige Alternative bleiben. Bleibt nur noch zu sagen, dass Nero hier ganz klar eine positive Weiterentwicklung geschafft hat und weit mehr als nur eine einfache Brennsoftware ist.


positiv negativ
  • Benutzerfreundliche Installation
  • Kwik Media als multifunktionale Oberfläche
  • Nero Kwik Media als Einzelprodukt kostenlos erhältlich
  • Vollwertiger Media Player
  • ID3 Tag Vervollständigung
  • Einfache Erstellung von Videos und DVDs
  • Backup Funktionen im laufenden Betrieb
  • Integrierter Blu-ray Player (Laufwerk vorausgesetzt)
  • Nero Recode mit zahlreichen Konvertierungsoptionen
  • Synchronisierung mit fast allen gängigen Geräten (Smartphones, Kameras, Portables)
  • Spärliche Fotobearbeitung
  • VOB-Files nur einzeln abspielbar
  • Ask.com Browser Toolbar (kann bei Installation manuell abgewählt werden)





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