Kein Cover vorhanden: upload/articles/Cover_jMM0NX0gnH3PsKSY9PPS.jpg

NeverDead

Publisher: Konami
Entwicklerstudio: Rebellion
Genre: Action
Sub-Genre: 3rd-Person-Action
Art: Fullprice
Erscheinungsdatum: 02.02.2012
USK 18

NeverDead   02.02.2012 von Panikmike

Bryce Boltzmann ist ein uralter Draufgänger, der aus Rache an dem Tod seiner Frau Dämonen tötet. Er selbst ist so gut wie unsterblich, was die Sache als Jäger natürlich bedeutend einfacher macht. Mit allerlei Waffen, einer schönen Begleiterin und seiner Erfahrung macht er sich auf den Weg, die Welt von ihrem Abschaum zu befreien. Dabei sollte der Spieler aber buchstäblich nicht seinen Kopf verlieren…

Unser Protagonist Bryce Boltzmann ist seit über 500 Jahren tot. Als er damals in einem Kampf gegen einen mächtigen Dämon seine geliebte Frau verloren hat, schwor er sein Leben lang Rache. Alle Dämonen, Bösewichter und der Abschaum dieser Welt, werden ihm irgendwann zum Opfer fallen. Durch seinen Tod wurde er zugleich zu Unsterblichkeit verbannt, was zwar einer tragischen Vampirgeschichte gleicht, in diesem Fall aber seine Jagd vereinfacht. Verliert Bryce einen Arm oder ein Bein – kein Problem!? Es passiert nicht selten, dass in einer Ecke eines Raumes ein Arm liegt, in der anderen ein Bein und sein Torso. Für einen anderen Videospielhelden wäre dies der sichere Tod und ein Game Over auf dem Bildschirm – nicht aber für unseren Herrn Boltzmann. Zum Thema Wunderheilung aber später mehr. Die Steuerung des Protagonisten geht dabei gut von der Hand, wie in einem typischen 3rd-Person-Shooter kann man schießen, springen, Waffen wechseln und durch die Gegend laufen. Hin und wieder ist die Steuerung ungenau, aber im Großen und Ganzen passt sie.

Der Spieler darf sich mit Bryce durch insgesamt neun verschiedene Schlauch-Level metzeln und seine komplette Wut auslassen. Nebenbei gibt es herrliche Metal-Klänge von der Band Megadeth, viele abgefahrene Monster und sehr furchteinflößende Orte. Mit allerlei Waffen wie Pistolen, Maschinengewehren und einem tollen Schwert macht die Metzelei doppelt so viel Spaß. Literweise wird Dämonenblut spritzen und diverse Körperteile durch die Gegend fliegen. Es werden dabei aber auch unsere Eigenen sein, daher hat Bryce über die Jahre hinweg ein System entwickelt, wie wir uns ohne Chirurgen wieder zusammenflicken können. Mit einem gekonnten Drehsprung über unsere eigenen Leichenteile werden sie wie von Geisterhand wieder angeheftet. Doch was passiert, wenn man zu seinem abgehackten Arm, Bein oder Torso nicht mehr hinkommt? Kommt es wirklich mal so weit, dann hat Bryce immer noch eine komplette Heilung in petto, die alles wiederherstellt. Dafür muss er aber eine volle Energieleiste haben, die sich mit der Zeit wieder auffüllt. Schlimmstenfalls muss man als Kopf umherrollen, bis die Leiste wieder voll ist. Klingt abgefahren und das ist es auch!

Doch man muss auch anderweitig seinen Kopf benutzen, denn im Spiel gibt es zur Abwechslung immer wieder ein paar Rätseleinlagen. Bei einer kommt man zum Beispiel nur weiter, wenn man sich als ganzer Mann an einem Stromverteilerkasten einen heftigen Stromschlag holt. Man zerfällt dann in seine Einzelteile und kann mit dem Kopf dann durch ein kleines Loch rollen, um sich auf der anderen Seite der Wand dann wieder zusammenzusetzen. Auch wenn die Mini-Rätsel kaum Hirnschmalz benötigen, so macht es doch immer wieder Spaß, solche Aktionen in einer kleinen Action-Pause zu machen. Ansonsten hat man nämlich kaum eine Verschnaufpause, man gerät von einer actionreichen Situation in die Nächste! Wer übrigens denkt, dass man nicht sterben kann, der irrt sich. In der Kopf-Rollphase gibt es gefahren, die einem zum Game Over bringen kann. Passiert dies, wird man aber zu einem fairen Checkpoint zurückgesetzt.

Währen des Spiels kann Bryce Erfahrung sammeln, die er wiederum in einem Menü gegen Verbesserungen eintauschen kann. So werden Arme zu Granaten, Schüsse aus Pistolen effektiver oder man bekommt einfach einen Schub Erfahrungspunkte. Man kann zwar nur eine begrenzte Zahl an Verbesserungen auf einmal benutzen, im Menü kann man diese jedoch jederzeit austauschen. So kommt eine kleine taktische Komponente ins Spiel, weil man sich an diverse Situationen ein wenig anpassen kann.

Technisch gesehen ist Neverdead zwar keine Glanzleistung, es kann sich aber durchaus sehen lassen. Was allerdings echt nervt, ist die Kameraführung. Man steht einfach zu oft in einer Ecke und verliert den Überblick, sodass man dieses Manko einfach nicht unter den Tisch fallen lassen kann. Ansonsten ist das Spiel atmosphärisch gelungen, der Metal-Soundtrack passt ideal dazu und der Humor ist grandios. Spieler, die den Fokus nicht auf die Grafik legen und mit einer mittelmäßigen Umsetzung zufrieden sind, werden dieses Spiel lieben.

Einen Mehrspieler-Modus hat das Spiel auch, den ich zum Schluss noch am Rande erwähne. In insgesamt 13 Herausforderungskarten kämpft Ihr zusammen oder gegen bis zu drei andere Spieler aus der ganzen Welt. Einmal muss man zusammen Zivilisten finden, ein anderes Mal eine bestimmte Anzahl von Dämonen töten. Für eine kurze Zeit sind die Herausforderungen ein netter Zeitvertreib, auf Dauer können sie jedoch nicht überzeugen. 
 


Das Fazit von: Panikmike

Panikmike

Herrlich! So ein abgefahrenes Spiel habe ich selten gespielt. Die Idee und der Humor mit den abgetrennten Gliedmaßen sind klasse, sie werden allerdings nicht jedermanns Sache sein. Dazu gesellen sich ein geiler Metal-Soundtrack und eine trashige Story, die einfach sehr gut zusammen passen. Doch Neverdead hat auch seine Schattenseiten. Zu späterer Stunde sucht man die Abwechslung und auf Dauer nervt die suboptimale Kamera total. Es passiert nicht nur einmal, dass man vor lauter Monster nicht mehr aus einer Ecke kommt und sich nicht mehr auskennt, weil die Kamera sehr bescheiden steht. Trotzdem ist dieser etwas andere Actionhappen jedem zu empfehlen, wer ca. 7-9 Stunden eine amüsante und actionreiche Geschichte spielen möchte.


Die letzten Artikel des Redakteurs:


positiv negativ
  • Herrlicher Humor
  • Sehr gute englische Sprachausgabe…
  • Hammerharte Metallklänge
  • Neue Ideen
  • Abgetrennter Kopf als Spielmöglichkeit
  • Sehr geniale Heilmethode
  • Schöne Zwischensequenzen
  • Hilfreiche zerstörbare Umgebung
  • Abgefahrene Endgegner
  • Sprüche wiederholen sich schnell
  • …leider nur deutsche Untertitel
  • Kamera öfters suboptimal
  • Grafik teilweise unschön
  • Sehr schwer
  • Wenig Gegnertypen





Kommentare[X]

[X] schließen