Nichts zu verzollen

Nichts zu verzollen

Originaltitel: Rien à déclarer
Genre: Komödie
Regie: Dany Boon
Hauptdarsteller: Dany Boon • Benoît Poelvoorde
Laufzeit: Ca. 108 Minuten
Label: Prokino
FSK 12

Nichts zu verzollen   29.11.2011 von BastiPhantasty

Wir erinnern uns an das Jahr 1992 zurück, als die zwölf europäischen Länder in Maastricht den Vertrag über die Europäische Union unterschrieben. Nein, keine Angst, es geht nicht um einen langweiligen Geschichtsfilm, auch wenn er von der europäischen Einigung handelt. „Nichts zu verzollen“ spielt in der Zeit des Inkrafttretens des Schengener Abkommens, jedoch auf eine unterhaltsame Weise. Der Fokus ist dabei nicht etwa auf Politik, sondern vielmehr auf das alltägliche Leben der Zollbeamten gerichtet...

Die Öffnung der Grenze von Frankreich und Belgien im Grenzstädtchen Courquain steht kurz bevor – eine große Unsicherheit herrscht. Was für die Reisenden ein Segen ist, besorgt die Anwohner, denn Umsatzeinbußen und Ladenschließungen werden befürchtet. Auch die Grenzbeamten werden nicht mehr benötigt. Der vorurteilsbehaftete und rassistische belgische Grenzbeamte Ruben sieht in der Grenzöffnung weniger Gefahren durch etwaige Drogenschmuggler, die unter anderem hin und wieder ihr Unwesen treiben. Vielmehr befürchtet er eine „Invasion“ durch Franzosen. Als er erfährt, dass eine mobile Zollkontrolle eingeführt wird, bei der er ausgerechnet mit dem französischen Grenzbeamten Mathias auf Streife gehen soll, bricht für Ruben die Welt völlig zusammen. Die beiden Beamten enthalten ein klappriges von Rost durchzogenes Auto, ein defektes klobiges Mobilfunktelefon und einen Hund der bestenfalls als Schoßhund taugt. Die rudimentäre Ausstattung der beiden Beamten ist bei der täglichen Zollarbeit alles andere als hilfreich und sorgt damit für zusätzliche Lacher beim Zuschauer.

Natürlich wurde auch in diesem Film eine obligatorische Liebesgeschichte eingebaut. Denn neben dem Ärger auf Streife kommt hinzu, dass Mathias ausgerechnet in die Schwester von Ruben verliebt ist und um ihre Hand anhalten will. Die Verstrickungen von Lügen, die durch die Geheimhaltung der Liebesbeziehung entstehen, sorgen für herrlich humorvolle Filmmomente.

Auch die Nebenszenen, die sich innerhalb des Films abspielen, garantieren viel Abwechslung. Eine Schmugglerbande, die Drogen über die Grenze zu bringen versucht, lässt sich immer wieder neue Methoden und Wege einfallen die Fracht unbemerkt zu transportieren. Auch wenn die Ideen von einem hohen Maß an Kreativität zeugen, mangelt es jedoch oftmals an einer schlechten Umsetzung des Schmuggelplans.

Einen weiteren Handlungsstrang bilden die Restaurantbesitzer Irène und Jacques Janus. Der Film zeigt die von der Grenzöffnung betroffenen Betriebe, die um ihre Umsätze bangen, da aufgrund des Ausbleibens von Grenzkontrollen wenige Reisende halten werden. Die ehrgeizige Irène und ihr tollpatschiger Gatte Jacques bekommen ein Angebot von Drogenschmugglern als Handlanger tätig zu werden. Ohne langes Zögern beschließt die forsche Irène das Angebot anzunehmen und sich, neben dem schleppenden Gastronomiegeschäft, den einen oder anderen Obolus dazuzuverdienen.

Die jeweiligen Einzelschicksale laufen anfangs des Films getrennt zusammen. Mehr und mehr fügen sich jedoch die einzelnen Handlungen zu einem Strick und schmelzen am Ende des Films zusammen. Die Dialoge innerhalb der einzelnen Szenen sind sehr humorvoll geschrieben. Die Hintergrundkulissen und die Atmosphäre sind sehr authentisch dargestellt. Diese wurden eigens für den Film geschaffen, sodass der Zuschauer während des Filmes eine Zeitreise in die frühen neunziger unternimmt.
 


Das Fazit von: BastiPhantasty

BastiPhantasty

„Nichts zu verzollen“ gewährt dem Zuschauer auf eine unterhaltsame Art und Weise einen Einblick in die frühen Neunziger verknüpft mit viel Witz und Humor. Zweifelsfrei ist die Komödie witzig und die einzelnen Gags gelungen. Gleichzeitig stellt er die damals tatsächlich herrschenden Bedenken gegenüber der Grenzöffnung dar. Sehr gelungen sind auch die Darstellung und der Umgang mit Vorurteilen, die im Laufe des Filmes vollständig widerlegt werden, sodass die Komödie gleichzeitig einen pädagogischen Mehrwert enthält. Schon aufgrund dessen ist der Film uneingeschränkt empfehlenswert.


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